Guttenberg Comeback in Halifax
Ankunft in Halifax: In der kanadischen Stadt nahm Karl-Theodor zu Guttenberg an einer internationalen Sicherheitskonferenz teil.
Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach seinem Rücktritt als Bundesverteidigungsminister.
Und er ist es doch: Das Gel ist aus den Haaren des CSU-Politikers verschwunden, er hat ein paar mehr Kilo auf den Rippen.
In Halifax übte er Kritik an deutschen und europäischen Politikern: Sie erreichten in der Euro-Krise die Menschen nicht. Es fehle an charismatischen Personen, die den Menschen den Ernst des Abwärtstrends der EU erklärten.
Rückblende: Guttenberg im Februar 2010, da ist er noch Bundesverteidigungsminister. Schon damals stand der Vorwurf im Raum, er habe zahlreiche Passagen seiner Doktorarbeit aus Werken anderer Autoren kopiert.
Seine Popularität verdankt Guttenberg auch seinen Auftritten in bayerischen Bierzelten, an seiner Seite Frau Stephanie.
Die Guttenbergs pflegen das Image des perfekten Tandems. Vielen gelten sie als Vorzeigepaar, weil sie scheinbar auf jedem Parkett eine gute Figur machen. Das Bild zeigt das Paar während der Salzburger Festspiele 2010.
Auch bei "Wetten, dass..?" saßen sie im Oktober 2009 auf der Couch.
Dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer (r.) stahl Guttenberg oft die Schau. So auch auf dem CSU-Parteitag im Oktober 2010, wo die beiden Politiker sich vor den Kameras betont gut gelaunt gaben.
AC/DC-Fan Guttenberg: Er streifte sich im Bierzelt ein Fan-Shirt der Band über und rockte zu "Highway to Hell" mit.
Bis zuletzt hielt Kanzlerin Angela Merkel öffentlich an ihrem Minister fest. Schon 2009 stand Guttenbergs Polit-Karriere vor einem Bruch. Damals bot er der Kanzlerin nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Wirtschaftsminister im Streit um die Opel-Rettung seinen Rücktritt an.
Mit Posen wie jener auf dem New Yorker Times Square beim Antrittsbesuch in den USA im März 2009 hat Guttenberg sich das Image eines Polit-Popstars und Kosmopoliten zugelegt. Nach dem miserablen 42,5-Prozent-Ergebnis der CSU bei der Bundestagswahl galt Guttenberg manchen in der Partei bereits als Schattenvorsitzender.
Der CSU-Politiker hatte den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch als Krieg bezeichnet und dafür viel Zuspruch erhalten.
Im Oktober 2009 wurde Guttenberg Verteidigungsminister. Bei den Soldaten war er beliebt - unter anderem wegen regelmäßiger Besuche in Afghanistan. Zu diesen Anlässen setzte sich der CSU-Politiker gerne selbst in Kampf- und Schutzausrüstung in Szene.
In der Affäre um den Tod einer Offiziersanwärterin und die Zustände auf dem Segelschulschiff Gorch Fock geriet Guttenberg ebenfalls in die Kritik. Er hatte zunächst eine umfassende Aufklärung angekündigt und dann doch den Kapitän des Schiffs überraschend schnell abberufen.
Als Verteidigungsminister geriet Guttenberg mehrmals unter Druck: Das Bombardement von Tanklastern nahe Kunduz 2009 hatte Guttenberg erst verteidigt, wenig später war er von seiner Position abgerückt. Hier ist er bei seinem Abschied, dem Zapfenstreich in Berlin im März 2011, mit seinem Nachfolger Thomas de Mazière (l.) zu sehen.
Das Ehepaar Guttenberg hat zwei kleine Töchter. Die Familie lebt mittlerweile in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut.
Er wolle die Plagiatsaffäre zusammen mit seiner Frau durchstehen, sagte Guttenberg. Das Paar zeigte sich gerne auf Promi-Veranstaltungen wie der Spendengala "Ein Herz für Kinder".
Stephanie zu Guttenberg tritt gerne aus dem Schatten ihres Mannes: Sie engagiert sich in einer Organisation gegen Kindesmissbrauch. Für die Sendung "Tatort Internet" stand sie vor der Kamera. Für das Format legte RTL 2 Spuren für potentielle Sexualstraftäter aus, indem scheinbar Minderjährige in Internet-Foren kommunizierten. Medienwächter rüffelten die Sendereihe.