Haiti Existenz in der Kloake
Seit dem 12. Januar, als in Port-au-Prince und in südwestlichen gelegenen Gebieten die Erde bebte, leben mehr als 1,3 Millionen Haitianer in notdürftigen Zeltstädten. In vielen herrschen katastrophale hygienische Zustände.
Insgesamt gibt es seit dem Erdbeben im Januar rund 900 derartige Lager in der haitianischen Hauptstadt. Behörden befürchten, dass sich die Bedingungen in den Zeltstätten mit der anstehenden Regenzeit gravierend verschlechtern könnten.
Ein Mann geht durch ein Obdachlosenlager in Port-au-Prince. Hunderttausende Menschen ist nach dem Erdbeben nichts geblieben.
Vor allem mangelt es an Wasser. Trinkwasser wird eingeschweißt in Plastiktütchen verkauft - ein Infektionsherd, denn die mundgerechten Wasserbeutel gehen durch viele Hände auf dem Weg von der Abfüllstation zum Konsumenten. Wenn sie leer sind, landen die Tüten oft am Boden.
Die Grenze zur Dominikanischen Republik: Viele Haitianer arbeiten in dem Nachbarland und müssen sich auf dem Weg nach Dajabon kontrollieren lassen.
Diese Frau watet durch den Grenzfluss Masacre von Ounamenthe in die Dominikanische Republik.
Zurzeit wird Haiti von einer Cholera-Epidemie erschüttert: Ein Mann und eine Frau tragen einen Erkrankten in Port-au-Prince ins Krankenhaus. Nach Informationen des Koordinierungsbüros für humanitäre Hilfe der Vereinigten Nationen (OCHA) wurden bis zum 28. Oktober rund 4700 Infektionsfälle bestätigt. 303 Menschen sind in den letzten Tagen an der Cholera gestorben.
Eine Frau hat ihre Tochter in das Saint-Nicolas-Krankenhaus gebracht.
Doch nicht in den Lagern in Leogâne, Petit-Goâve, Jacmel oder Port-au-Prince, in denen die Obdachlosen seit dem Erdbeben untergebracht sind, erkrankten die Menschen - sondern rund 100 Kilometer entfernt wurden die ersten Infektionsfälle registriert: in der Gegend um den Fluss Artibonite.
Die Menschen der Region waschen sich im Artibonite und...
...leben unmittelbar an dem Fluss. Am Ufer des Artibonite findet ein Wochenmarkt statt.
Auch die kleine Dachny leidet an Symptomen der Cholera. Das Mädchen wird in einem Krankenhaus in Saint Marc behandelt, das von Ärzte ohne Grenzen betreut wird.
Ein an Cholera erkrankter Mann liegt am Rand einer Straße. Der Mann war plötzlich auf dem Wochenmarkt zusammengebrochen. Augenzeugen berichteten, er habe zuvor aus dem nahegelegenen Fluss Artibonite getrunken.
Frauen verkaufen auf dem Markt ihre Güter.
Vor dem Saint-Nicolas-Krankenhaus in Saint-Marc, rund 100 Kilometer nördlich von Port-au-Prince, warten Menschen darauf, behandelt zu werden. Viele von ihnen leiden an Dehydrierung.
Soldaten der Uno-Friedensmission nehmen eine Probe an dem nepalesischen Uno-Lager. Es besteht der Verdacht, dass die Cholera-Epidemie hier ihren Urspung hatte.
Hilfe für Haiti: Mitarbeiter der spanischen Organisation Agency for International Development Cooperation (AECID) laden in Port-au-Prince Kisten aus einem Flugzeug.
Eine Frau hält sich in der Nähe des Artibonite ein Tuch vors Gesicht, um sich vor Cholera-Erregern zu schützen.