Hamburg: Kleingärten müssen Straße weichen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kleingärtner in Hamburg Ihre Grünflächen müssen weichen

Für viele Menschen ist ihr Kleingarten ihr kleines Paradies. Doch durch zwei Anlagen in Hamburg sollen bald Lastwagen rollen. Die Fotografin Jessica Mintelowsky zeigt Betroffene.
1 / 14

Durch die Gartenanlagen Sandkule und Besthöhe in Hamburg soll bald eine mehrere Meter breite Straße führen. Täglich werden dann Lastwagen durch die Grünflächen rollen, die Baumaterial zum neuen Fernbahnhof am bisherigen S-Bahnhof-Diebsteich fahren.

Foto: Jessica Mintelowsky
2 / 14

Die Menschen verlieren zeitweise oder komplett ihre Parzellen. Die Fotografin Jessica Mintelowsky hat mit den Betroffenen vor Ort gesprochen.

Foto: Jessica Mintelowsky
3 / 14

Hier in der Nähe des S-Bahnhofs Langenfelde befinden sich die beiden Kleingartenvereine.

Foto: Jessica Mintelowsky
4 / 14

Nicole (42) und Emma (7) Weißbrich

Für Nicole und Emma ist der der Kleingarten ist ihr zweites Zuhause. Zwei Jahre lang standen Nicole und ihr Mann auf der Warteliste verschiedener Gartenvereine, bis es 2015 endlich klappte. Familie Weißbruch wusste zu dieser Zeit noch nichts von dem Bauvorhaben. Sie hoffen, dass der für sie "sinnfreie Bau" des Bahnhofs noch gestoppt wird, für sie ist der neue Standort ein "Niemandsland ohne Infrastruktur".

Foto: Jessica Mintelowsky
5 / 14

Max Schötz (53) und Matthias Müller (58)

Die Freunde haben beide einen Garten auf dem Pachtgelände der Deutschen Bahn. Besonders Schötz trifft die Verlegung der Ferngleise hart: Nach 20 Jahren muss er sein komplettes Grundstück abgeben - das selbst gebaute Haus darauf wird abgerissen.

Foto: Jessica Mintelowsky
6 / 14

Der Garten bedeutet für den Musiker Matthias Müller vor allem Freiheit und Inspiration.

Foto: Jessica Mintelowsky
7 / 14

Der Bauwagen auf dem Pachtgelände der Deutschen Bahn gehört Müller gemeinsam mit seiner Freundin.

Foto: Jessica Mintelowsky
8 / 14

Sandra (44), Timo (10) und Lisa (7) Waldeck

Sandra Waldeck und ihr Mann ergatterten erst 2016 eine Grünfläche im Kleingarten Besthöhe. Sie bauten eine Schaukel und ein Fußballtor: Hier sollten die Kinder laut sein dürfen, frei sein. Inwieweit das weiterhin möglich sein wird, wenn täglich Lastwagen durch die Anlage fahren, weiß die Familie nicht.

Foto: Jessica Mintelowsky
9 / 14

Die Waldecks fühlt sich von der Deutschen Bahn übergangen und schlecht informiert: "Warum werden wir Bürger nicht gefragt?"

Foto: Jessica Mintelowsky
10 / 14

Katharina (37) und Markus (34) Gilgen mit ihren Kindern Carlotta, Oscar und Anton

Für die fünfköpfige Familie ist ihr Garten der Lebensmittelpunkt. Hier findet jeder seinen Platz: Pool und Klettergerüst stehen neben Gemüsebeet und dem Gewächshaus. Wie viel von ihrer Parzelle sie verlieren, wissen sie noch nicht - die Baupläne der Deutschen Bahn würden sich ständig ändern.

Foto: Jessica Mintelowsky
11 / 14

Markus Gilgen arbeitet als Bauingenieur und sieht Fehler in der Planung: "Bodenproben wurden erst letztes Jahr entnommen, das hätte schon vorher passieren müssen."

Foto: Jessica Mintelowsky
12 / 14

Birgit (57) und Klaus (66) Schöps mit Hund Jill

Die beiden Hamburger verbringen mit ihrem Bearded Collie jede freie Minute im Kleingartenverein Sandkule. Klaus Schöps baut Tomaten an, seine Frau pflanzt Beeren und Blumen. Ihre Parzelle ist ihr Rückzugsort, den sie sich über Jahre geschaffen haben.

Foto: Jessica Mintelowsky
13 / 14

"Das ist unsere Stadt. Wir sind die Stadt."

Die Kleingartenanlagen sehen sie als Gegenpol zur hochfrequentierten Kieler Straße. Von den Politikern sind sie enttäuscht: "Der Senat möchte den Kapitalgebern gefallen, dabei sollte er uns gefallen wollen."

Foto: Jessica Mintelowsky
14 / 14

Zwar soll die Straße wieder zurückgebaut werden, sobald der Bahnhof fertiggestellt ist. Doch ob dies wirklich passiert, kann den Kleingärtnern niemand versprechen.

Foto: Jessica Mintelowsky
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?