Hamburger Fußball-Wunder - DER SPIEGEL
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Als Uwe Seeler noch für den HSV spielte Der goldene Fuß

Halb Deutschland schaute im Fernsehen zu, als 1961 eine Amateurtruppe des HSV die englischen Vollprofis aus Burnley im Landesmeistercup vorführte. einestages zeigt teilweise unveröffentlichte Fotos eines Spiels, das dramatische Wendungen nahm - und einem jungen Stürmer den Spitznamen seines Lebens einbrachte.
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Charly im Glück: Wie viel sein Treffer noch wert sein würde, konnte Gert "Charly" Dörfel am 8. März 1961 nicht ahnen. In der 74. Minute setzte sich der HSV-Linksaußen gegen Brian Miller und John Angus vom FC Burnley durch, überwand Keeper Adam Blacklaw und schoss das einzige Tor der Hamburger. Das Hinspiel im Viertelfinale des Landesmeistercups endete 3:1 für die Gastgeber - keine gute Ausgangsposition des deutschen gegen den englischen Meister.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/ Nordbild
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Das Hinspiel: Das Cover des offiziellen Programmhefts des FC Burnley vom 8. März 1961 zum Hinspiel im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister gegen den deutschen Meister Hamburger SV. Burnley gewann die Partie 3:1 und fuhr als Favorit zum Rückspiel nach Hamburg.

Foto: Broder-Jürgen Trede
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Fußball im Turf Moor: Uwe Seeler und sein Bewacher Jim Adamson versanken während des Hinspiels am 8. März 1961 im Matsch des Stadions Turf Moor in Burnley. Der Platz machte an diesem Tag seinem Namen alle Ehre.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Fairplay: Das Hinspiel des Viertelfinales im Europapokal der Landesmeister im Stadion "Turf Moor" in Burnley gewann der englische Meister gegen den HSV 3:1. Nach dem Schlusspfiff applaudierten die britischen Spieler ihren Gegnern fair. Von links: Ray Pointer, Brian Pilkington, Jim Adamson, John Connelly, John Robson, Brian Miller (verdeckt) und John Angus.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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HSV-Post: Die Titelseite des HSV-Stadionhefts vom 15. März 1961. Zum Rückspiel im Viertelfinale Landesmeistercups gegen den FC Burnley schwor der Hamburger Kapitän Jochen Meinke die Fans ein: "Wir kämpfen am Mittwoch nicht nur für den HSV, sondern in dem großen europäischen Fußball-Wettbewerb für die Interessen des deutschen Fußballs. (…) Wir haben eine echte Chance, eine Runde weiterzukommen."

Foto: HSV-Archiv
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Keine Leuchten: Das Spiel musste bereits um 16.30 Uhr angepfiffen werden, da das Hamburger Volksparkstadion noch nicht über eine Flutlichtanlage verfügte. Dabei hatten die HSV-Fans bereits im November 1960 im Achtelfinale des Europapokals beim Spiel gegen die Young Boys Bern für mehr Licht in ihrem Stadion demonstriert.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Harmonie vor dem Spiel: Jochen Meinke und Jim Adamson reichen sich in Anwesenheit des Schiedsrichters Aage Poulsen aus Dänemark vor dem Anstoß noch einmal die Hände. Gleich darauf kämpften die beiden Mannschaften im Rückspiel des Viertelfinales am 15. März 1961 um den Einzug ins Halbfinale. Der HSV musste mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, was ein Entscheidungsspiel zur Folge gehabt hätte. Verlängerungen oder Elfmeterschießen wurden erst später eingeführt. Auch die Auswärtstorregel galt noch nicht.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Fan-Eintracht: Anhänger des FC Burnley und des HSV stehen vor dem Anpfiff mit Transparenten auf der Laufbahn des Volksparkstadions. "Burnley for the Cup" war der Slogan der Briten, den sie nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer im Stadion skandierten. Das Plakat der Hamburger schwankt zwischen Respekt für die damals favorisierten englischen Profis und der Zuversicht, dass sich der aus jungen Studenten und Angestellten zusammengesetzte HSV durchsetzen würde.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Sturm durch Stürmer: Bereits in der 7. Minute ging der HSV in Führung. Nach einer Flanke von Gert "Charly" Dörfel bugsierte Klaus Stürmer (r.) den Ball per Kopf in das Tor des FC Burnley zum 1:0. Sein Bewacher Walter Joyce kam nur einen Moment zu spät.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Das zweite Tor: Kurz vor der Halbzeit köpfte HSV-Mittelstürmer Uwe Seeler (M. verdeckt) einen Eckball zum 2:0 ins Tor des schottischen Keepers Adam Blacklaw. Seelers Mitspieler Klaus Neisner, Horst Dehn, Burnleys Jim Adamson (von links) und 71.000 Zuschauer auf den Rängen verfolgten die Szene. 3:3 stand es nun, die Ergebnisse aus Hin- und Rückspiel zusammengerechnet.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Torjubel: Der Optimismus war groß, nachdem Seeler zum 2:0 eingeköpft hatte. Seine Mitspieler Horst Dehn (Nr. 8) und Klaus Neisner jubeln mit ihm, während Burnleys Torwart Adam Blacklaw und Mittelläufer Jim Adamson offenbar nicht fassen konnten, was gerade passiert war.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Nicht jeder Schuss ein Treffer: In diesem Fall hatte Burnleys Torwart Adam Blacklaw noch Glück. Er machte sich ganz lang und der Ball strich nur ganz knapp an seinem Gehäuse vorbei.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Jubel und Frust: Nicht einmal 120 Sekunden nach dem Treffer von Gordon Harris in der 55. Minute schoss HSV-Linksaußen Gert "Charly" Dörfel (nicht im Bild) das 3:1. Zählte man beide Ergebnisse nun zusammen, ergab sich ein 4:4 - es drohte ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz. Uwe Seeler drehte jubelnd ab, während Burnleys Torwart Adam Blacklaw nur noch dicke Backen machte.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Spannung auf der Trainerbank: Mit hanseatischer Gelassenheit verfolgte HSV-Trainer Günther Mahlmann das Spiel seiner Jungs gegen den FC Burnley. Auch wenn seine ernste Miene anderes vermuten lässt, der HSV war gerade dabei, das Spiel deutlich zu gewinnen und ins Halbfinale des Landesmeistercups einzuziehen.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Allein im Strafraum: Während die Feldspieler des HSV an diesem Tag ein Tor nach dem anderen schossen, jubelte Torwart Horst Schnoor auf der anderen Seite des Platzes fröhlich mit.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Torgefährlich: Beinahe konnte HSV-Mittelstürmer Uwe Seeler hier noch ein Tor schießen, aber Burnleys Torhüter Adam Blacklaw fischte ihm in letzter Sekunde noch den Ball vom Fuß, während Läufer Brian Miller (l.) nur zuschauen konnte.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Der goldene Fuß: Immer wieder Seeler - nie war der Mittelstürmer des HSV am 15. März von seinen Gegenspielern unter Kontrolle zu bringen. An diesem Tag wurde die Hamburger Fußballikone zu "Uns Uwe". Der renommierte Frankfurter Journalist und Theaterkritiker Richard Kirn war so begeistert vom Spiel und der Leistung, dass er schrieb: "Uwe ist der Sohn des Landes! Er ist unser Uwe. Welch kerniges Mannsbild!"

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Die Entscheidung: Und dann schaffte er es doch noch. Nur fünf Minuten nach dem 3:1 schoss Uwe Seeler das siegbringende 4:1. Burnleys Alex Elder, Torwart Adam Blacklaw, Brian Miller und Jim Adamson kamen zu spät und konnten nur noch zusehen, wie der Ball ins Netz ging.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Seelers Siegestreffer: Das 4:1 war nicht nur die Entscheidung gegen den FC Burnley, es bedeutete auch eine Sensation. Der englische Meister, ein Team mit lauter Profis, war beim HSV aus dem Landesmeistercup ausgeschieden. Die Hamburger trafen in der nächsten Runde auf den großen FC Barcelona, auch dort überzeugten die Männer um Seeler, verloren aber das Entscheidungsspiel 0:1.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Der Held des Tages: Begeisterte HSV-Fans trugen Uwe Seeler nach dem Schlusspfiff vom Platz.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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