Hamburger SV Saison des Schreckens
Sie hatten sich so viel vorgenommen für die Saison 2013/2014: HSV-Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow (r.) und Sportdirektor Oliver Kreuzer. "Wir wollen versuchen, nächstes Jahr international dabei zu sein", sagte Kreuzer nach Amtsantritt. Langfristiges Ziel seien natürlich Titel: "Es wäre schön, mal wieder die Schale hochzuheben."
Anspruch und Wirklichkeit klafften beim HSV in jüngerer Vergangenheit aber stets auseinander. So auch diesmal: Am zweiten Spieltag verlor die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink 1:5 gegen Hoffenheim.
Drei Wochen später setzte es eine 2:6-Pleite in Dortmund.
Fink wurde entlassen, Rodolfo Cardoso (l.) übernahm für zwei Spiele als Interimstrainer. Im Pokal gab es einen Pflichtsieg gegen Fürth, in der Liga die nächste Enttäuschung: Hamburg verlor das Nordderby gegen Werder Bremen 0:2.
Er sollte für die Wende sorgen: Bert van Marwijk. Der ehemalige Trainer der Niederlande debütierte beim Auswärtsspiel in Frankfurt (2:2).
Zunächst sah es danach aus, als gelänge dem HSV mit van Marwijk das Comeback. Nach dem 3:1-Erfolg über Hannover am 13. Spieltag fehlten Hamburg sechs Punkte auf die Europa-League-Ränge. Doch der Sieg sollte für lange Zeit der letzte bleiben.
Mittlerweile ist der HSV in der Bundesliga seit sieben Spielen ohne Sieg. Die vergangenen sechs Partien wurden verloren, zuletzt setzte es gegen Schalke, Hoffenheim und Hertha drei 0:3-Pleiten in Folge.
Nach der Niederlage gegen Berlin im eigenen Stadion meuterten die Fans. Sie belagerten den Spielerparkplatz, warfen mit Gegenständen. Einige von ihnen wurden festgenommen.
Trainer van Marwijk darf aber weiterarbeiten. Er bereitet die Mannschaft auf das Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern vor. Am Wochenende steht das Kellerduell beim Tabellenletzten Braunschweig an.
Dabei wünschen sich viele Fans Felix Magath als Retter für den HSV. Seit Wochen wird er mit dem HSV in Verbindung gebracht - und wandte sich nun via Facebook an die Fans: "Beim HSV muss ab sofort auf allen Ebenen der Fußball wieder im Vordergrund stehen. Es geht jetzt nur noch um den Kassenerhalt."
Mit Magath assoziieren viele Hamburger Erfolg. Als HSV-Spieler prägte er von 1976-1986 eine Ära, gewann mit dem Club unter anderem den Europapokal der Landesmeister (1983). Später war Magath kurzzeitig HSV-Trainer (1995-1997). Erstmal darf van Marwijk dieses Amt aber weiterführen.
Auch Vorstandschef Jarchow darf erstmal weitermachen. Doch sollte der HSV weiter verlieren, dürfte auch die nächste Krisensitzung kommen.