Torwart-Duo bei der Handball-EM Vier Hände für Deutschland
Für viele sind sie das beste Handball-Torwart-Duo der Welt: Andreas Wolff und Silvio Heinevetter. Der eine 26 Jahre alt, der andere 33. Der Ehrgeiz der beiden ist manchmal für die Mitspieler strapazierend groß, aber das Ego nicht mehr. Beide mussten in den vergangenen Jahren persönliche Krisen meistern. Freunde sind sie nicht, aber sie funktionieren miteinander fast perfekt.
Silvio Heinevetter wurmt es noch immer, dass er beim EM-Erfolg 2016 nicht dabei war. Aus der Nichtnominierung hat er seine Schlüsse gezogen. Noch intensiver, noch akribischer, noch zielstrebiger im Training gearbeitet. In dieser Saison spielt er wieder überragend. Heinevetter ist der Garant für den derzeitigen Erfolg der Füchse Berlin.
Vier Hände für Deutschland. Heinevetter und Wolff sind Konkurrenten. Es gelingt ihnen aber, ein Miteinander zu pflegen, zum Wohl des Teams. "Zwischen uns ist alles paletti", sagt Heinevetter über das Verhältnis zu Wolff.
Andreas Wolff war vor einem Jahr bei der Europameisterschaft in Polen die große Entdeckung im deutschen Team. Er hatte maßgeblichen Anteil am Triumph Deutschlands mit einem phänomenalen Reaktionsvermögen trotz kräftiger Statur. Zu Beginn der Saison war Wolff beim THW Kiel außen vor. Jetzt hat er wieder in die Spur gefunden - mit herausragenden Leistungen.
Wie Wolff gilt auch Heinevetter als positiv verrückt. Er besitzt unglaubliche Reflexe und bringt den Gegner häufig mit unkonventionellen, teils akrobatischen Einlagen zur Verzweiflung. Mit gelegentlichen Psychotricks bei einem Strafwurf sorgt Heinevetter gerne mal für Diskussionen.
Schon als Kind hätten ihn die extremen Bewegungen der Handball-Torhüter fasziniert. "Das wollte ich auch können", sagt Wolff. Bei der EM 2016 beeindruckte seine unfassbare Beweglichkeit. Ein tägliches Dehnprogramm erhält diese Geschmeidigkeit.