Nach Mord an Polizistin Ungarns Roma im Fadenkreuz
In Ungarn eskaliert der Hass auf die Roma nach dem Mord an einer jungen Polizeipsychologin. Rechtsextreme Anhänger der verbotenen paramilitärischen "Ungarischen Garde" beschworen am Samstag in Budapest die "Gefahr der massenhaften Vermehrung von Zigeunern".
Gabor Vona, Vorsitzender der Rechtsaußen-Partei Jobbik, beim Aufmarsch am Samstag. In einem Blogeintrag schrieb er: "Die Morde geschehen. Die Täter stammen zu 90 Prozent aus ein- und demselben soziokulturellen Milieu. Sprechen wir es aus: Sie sind Zigeuner. Die Opfer hingegen sind zu 100 Prozent Ungarn. Deshalb brauchen wir die Todesstrafe."
Anhänger der "Ungarischen Garde": Zwar baten die Eltern des Todesopfers die Öffentlichkeit ausdrücklich darum, den "Namen unserer Tochter nicht zum Vorwand für Hetze, Hass oder die Wiedereinführung der Todesstrafe zu missbrauchen" - das allerdings vergeblich, die Rechtsextremen schlachten den Fall aus. Auch in der Mittelschicht verfängt der Rassismus.
Der Hass auf Roma hat in den vergangenen Jahren in Ungarn extrem zugenommen. Hier verlassen Roma (im April 2011) ihr Dorf, weil eine rechte Bürgerwehr nahe ihren Häuser ein Trainingscamp errichtete.
Die regierenden Jungdemokraten gehen auf widersprüchliche Weise mit dem Thema um. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán beispielsweise verurteilt Roma-Feindlichkeit periodisch als nicht hinnehmbar. Doch meistens fügt er dann hinzu, dass "die Roma" sich integrieren und arbeiten müssten.