Hausbesetzer Wie mich Al Bundy vor dem Knast rettete
Die "Rote Flora": In den Jugendzentren des südöstlichen Hamburger Umlands und der "Roten Flora" - dem autonomen Zentrum im Hamburger Schanzenviertel - wurden Anfang der neunziger Jahre Pläne für eine Hausbesetzung geschmiedet. Immer wieder gerät der linke Szene-Treff "Rote Flora" ins Visier der Polizei. Das Foto zeigt Passanten und Polizeibeamte bei einer Durchsuchungsaktion der Bundesstaatsanwaltschaft am 9. Mai 2007.
Besetztes Bethanien: Das ehemalige Krankenhaus in Berlin Kreuzberg ist ein Künstlerhaus - und Symbol für die Hausbesetzerszene. Das Gebäude war 1970 stillgelegt und unter Denkmalschutz gestellt worden; ein Jahr später wurde ein Teil des Komplexes von Alternativen okkupiert. Sie benannten es in "Georg-von-Rauch-Haus" um, nach einem Philosophiestudenten, der 1971 von der Polizei erschossen worden war. Obwohl Rauch nie selbst ein Haus besetzt hatte, wurde er zum Märtyrer der Szene stilisiert; die Band Ton, Steine, Scherben widmete ihm 1972 den "Rauchhaus-Song". Im Refrain hieß es: "Doch die Leute im besetzten Haus / riefen: 'Ihr kriegt uns hier nicht raus!'"
Solidarität mit Hausbesetzern: Mitglieder einer Theatergruppe spielten am 11. Juni 2005 in Berlin vor dem Künstlerhaus Bethanien, das zu diesem Zeitpunkt ehemalige Bewohner des Wohnprojektes "York59" besetzt haben. Im Hintergrund hängt ein Transparent mit der Aufschrift "York59 bleibt!! Solidarität mit den Bewohnern!". Das links- alternative Wohnprojekt war eine Woche zuvor von der Polizei geräumt worden. Nach Angaben der Initiatoren war eine Gruppe von bis zu 100 Personen in das offen stehende Gebäude am Kreuzberger Mariannenplatz eingedrungen und hatte zwei leer stehende Etagen in Beschlag genommen.
Ton Scheiben Scherben: 1972 erschien ihr Album "Keine Macht für Niemand". Frontmann und Sänger Rio Reiser nahm in seinen Texten kein Blatt vor den Mund. In seinen radikalen Texte forderte er den Sturz der Regierung und forderte nach Konzerten zur gemeinschaftlichen Hausbesetzung auf. Bis heute gelten Ton, Steine, Scherben als die musikalische Untermalung der 68-Studentenrevolte. Das Foto zeigt die Band in der Sendung des WDR "Pop 2000", Folge 5.
Instandbesetzt: Mit Plakaten brachten Hausbesetzer 1980 in West-Berlin ihren Verdruss gegen Staat und Polizei zum Ausdruck. An diesen Wänden in Kreuzberg standen Sprüche zu lesen wie: "Seit zwei Jahren entmietet. Jetzt - enteignet." oder "Gegen teure Modernisierung: Instandbesetzt".
Räumungsbefehl: In Westberlin im Stadtteil Kreuzberg lässt die Polizei am 25. März 1981 ein besetztes Haus aufbrechen. Vor dem Durchbruch war an der zugemauerten Einfahrt zu lesen: "Gegen teure Modernisierung: Instandbesetzt."