Hausbesetzer und Autonome - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hausbesetzer und Autonome Die Zebras aus der Hafenstraße

Chaoten-Nest oder Oase der Unangepassten? Die Hamburger Hafenstraße sorgte in den Achtzigern für Zoff, Straßenschlachten inklusive. Ein Kompromiss beendete 1988 den Kampf um die besetzten Häuser - doch die Schwarzvermummten von heute haben damals ihre Lektion gelernt.
1 / 25

Weg mit dem Müll: Hausbesetzer und ihre Unterstützer entfernen im November 1987 Barrikaden vor den besetzten Häusern in der Hafenstraße. Sie erfüllen hierdurch eine der Bedingungen der Hansestadt Hamburg für einen Mietvertrag für ein alternatives Wohnen in diesen Häusern.

Foto: JOCKEL FINCK/ AP
2 / 25

Der Schwarze Block: Mitglieder des Schwarzen Blocks führen einen Protest von mehreren tausend Demonstranten in der Hafenstraße an.

Foto: AP
3 / 25

Bauwagen-Blockade: Polizisten zerren einen Insassen aus einem Lastwagen in einer Blockade auf der Hafenstraße in Hamburg-St. Pauli. Am 24. April 2004 demonstrierten circa 150 Anhänger der Bauwagenszene für "Akzeptanz alternativer Wohnformen" - mit rund einhundert Lastwagen und Wohnmobilen blockierten sie die Hafenstraße für mehr als vier Stunden.

Foto: DPA
4 / 25

Bananenrepublik: Bewohner haben eine Wand ihres Hauses in der Hamburger Hafenstraße mit farbigen Zeichnungen bemalt. Die Hafenstraße galt fast 15 Jahre lang als Symbol für Häuserkampf und Widerstand.

Foto: DPA
5 / 25

Eskalation: Auf der Schanzenstraße kommt es am 15. Dezember 2007 unter der S-Bahnbrücke zu ersten Scharmützeln. Vorne weg: der Schwarze Block. Es kommt bei der Demo gegen den Paragrafen 129a lediglich vereinzelt zu Festnahmen. Hinterher spricht die Polizei von einer friedlichen Demonstration, sie hat rund 2000 Beamte eingesetzt, um die Autonomen in Schach zu halten.

Foto: Martin Sonnleitner
6 / 25

Die Hafenstraße 1999: Die Häuser der Hafenstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli - der Kampf um die Häuser wurde gelöst, als die Stadt 1996 die zwölf Gebäude für rund zwei Millionen Mark an die eigens zu diesem Zweck gegründete Genossenschaft "Alternativen am Hafenrand" verkaufte.

Foto: DPA
7 / 25

Der Schlichter: Der ehemalige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi im Hamburger Rathaus bei der Verlesung eines Ultimatums an die Bewohner der Hafenstraße. Dohnanyi setzte 1987 nach langjährigen Auseinandersetzungen eine friedliche Lösung des Dauerproblems Hafenstraße durch.

Foto: AP
8 / 25

Zehn Jahre danach: Eine Bewohnerin der ehemals besetzten Häuser an der Hamburger Hafenstraße zehn Jahre nach dem Häuserkampf - die gegenüberliegende Hauswand ist noch immer bunt bemalt.

Foto: DPA
9 / 25

Damals und Heute: Ein Archivbild vom 26. Mai 1989 mit einem brennenden Fahrzeug steht einem Bild vom 7. März 2002 gegenüber. Beide zeigen dasselbe Haus in der Hafenstraße - die Veränderung ist allerdings sofort erkennbar, denn vor dem Gebäude stehen inzwischen Neubauten. Rund die Hälfte der Häuser in der Hafenstraße sind bereits saniert.

Foto: DPA
10 / 25

Auf nach Hamburg: Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten während der Räumung eines Bauwagenplatzes in der Hafenstraße in Hamburg - Angehörige der linken Szene aus dem gesamten Bundesgebiet hatten die Hafenstraße mit ihren Bauwagen mehrere Stunden lang blockiert.

Foto: AP
11 / 25

G8-Demonstration: Polizeikräfte umstellen am 28. Mai 2007 auf der Hafenstraße in Hamburg einen Demonstrationszug. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich im Zusammenhang mit dem ASEM-Treffen und dem bevorstehenden G8-Gipfel an Protestaktionen.

Foto: AP
12 / 25

Ausgesperrt: Demonstranten aus der autonomen Szene werden durch Absperrungen in der Hafenstraße von der feierlichen Enthüllung eines der weltgrößten Graffitis am Trockendock 10 der Blohm-und-Voss-Werft ferngehalten. Trotzdessen kommt es zu Ausschreitungen zwischen Autonomen und drei Hundertschaften der Polizei.

Foto: DDP
13 / 25

Brennende Barrikade: Ein Fotograf nimmt eine brennende Barrikade vor einem besetzten Haus in der Hamburger Hafenstraße auf.

Foto: AP
14 / 25

"Gegen das System": Demonstranten besetzen mit ihren Bauwagen die Hafenstrasse in Hamburg. Die Polizei löst die Blockade schließlich gewaltsam auf.

Foto: AP
15 / 25

Draußen vor der Tür: Ein Polizist vor der barrikadierten Haustür eines der besetzten Häuser in der Hafenstraße - die Beamten versuchen, einen illegalen Radiosender ausfindig zu machen.

Foto: AP
16 / 25

Mit dem Brecheisen: Ein Polizist zerstört bei einer Demonstration in der Hamburger Hafenstraße das Fenster eines Bauwagens mit einem Brecheisen. Die Demonstranten hatten das Recht auf dauerhafte Bauwagenplätze in der Hansestadt und an anderen Orten gefordert.

Foto: AP
17 / 25

Gegen Paragraph 129a: Demonstration gegen den Paragrafen 129a. Rote Flora, Schulterblatt, Hamburg, morgens um halb elf. In zweieinhalb Stunden formiert sich hier der Demonstrationszug. Die Polizei bezieht vor dem alternativen Veranstaltungszentrum, so etwas wie die örtliche Zentrale der linken Szene, Stellung. Oben auf dem Flora-Balkon checken drei vermummte Autonome die Lage.

Foto: Martin Sonnleitner
18 / 25

Historischer Ort: Neuer Kamp/Ecke Neuer Pferdemarkt. Panzerwagen der Polizei beziehen Stellung. Genau hier kam es im Herbst 1986 bei einer der härtesten Demonstrationen zur Hafenstraße zu brutalen Schlägereien zwischen gewaltbereiten Autonomen und der Polizei.

Foto: Martin Sonnleitner
19 / 25

Angst vor Terroristen: Zwei Polizisten führen eine verdächtige Person ab. Am 15. Mai 1990 durchsuchten 2.200 Polizisten die Häuser in der Hafenstraße nach zwei RAF-Mitgliedern und anderen gesuchten Personen.

Foto: AP
20 / 25

Schwarz gegen Grün: Polizisten in Schutzausrüstungen stehen Protestlern in der Hafenstraße gegenüber - diese haben bereits ein Feuer angezündet und sind entschlossen, die Häuser und Bauwagen zu verteidigen.

Foto: AP
21 / 25

Polizeischutz: 13 Uhr - Rund 4000 Leute ziehen los, um dem Staat Paroli zu bieten. Die Demonstration ist angemeldet. "Es ist demokratisches Recht, zu demonstrieren, gegen Gewalttäter werden wir aber hart vorgehen", so Innensenator Udo Nagel. Rund um den Zug überwachen Einheiten der Polizei das Geschehen.

Foto: Martin Sonnleitner
22 / 25

Farbiger Protest: Bunt gescheckte Demonstranten machen auf der Demonstration am 15. Dezember 2007 in Hamburg positive Stimmung.

Foto: Martin Sonnleitner
23 / 25

Provokant friedlicher Protest: Nicht immer verlief der Protest mit Gewalt, auch provokative Aktionen sorgten für Aufregung und Beachtung aller Beteiligter auf beiden Seiten während der Demonstrationen in der Hafenstraße.

Eingereicht von einestages-Leser Hanno Krusken.

Foto: Hanno Krusken
24 / 25

Panischer Rückzug: Nicht immer lief die Polizeitaktik nach Plan. Entschlossene Demonstranten waren zu fast allem bereit, um ihre Hafenstraße vor der Räumung zu bewahren.

Eingereicht von einestages-Leser Hanno Krusken.

Foto: Hanno Krusken
25 / 25

Barrikaden-Spielplatz: Wenn die Polizei mal nicht präsent war, spielten und tobten Kinder in den Barrikaden an der Hafenstraße - verhasste Statussymbole boten sich besonders an. Das Foto wurde im November 1987 aufgenommen.

Foto: Hanno Krusken
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?