Besuch bei Muhammad Ali Noch immer ein Kämpfer
Begegnung mit einem Helden: Im Mai 1997 traf SPIEGEL-Korrespondent Jürgen Neffe den ehemaligen Schwergewichtsweltmeister Muhammad Ali auf dessen Anwesen am Rande von Berrien Springs, Michigan. Stundenlang redeten die beiden über Religion und Alis Kampf gegen die Bibel - erst spät kamen sie auch aufs Boxen zu sprechen.
"Rumble in the Jungle": Muhammad Ali verpasst seinem Gegner George Foreman im legendären WM-Kampf am 30. Oktober 1974 in Kinshasa einen rechten Haken. Zum Ende der achten Runde war der Favorit ausgeknockt - und Ali wieder Weltmeister. Beim "Rumble in the Jungle" holte der Boxer sich damit den Titel zurück, der ihm 1967 aus politischen Gründen aberkannt worden war.
Zwei Kämpfer: Muhammad Ali, rechts, schreibt 1964 vor dem New Yorker Trans-Lux Newsreel Theater für einen Fan ein Autogramm. Neben ihm steht Black-Muslim-Führer Malcolm X, dessen Organisation "Nation of Islam" er im selben Jahr beigetreten war. 1966 widersetzte sich Ali dann der Einberufung in die US-Armee mit dem legendären Satz: "Ich habe kein Problem mit dem Vietcong."
Ikone des Boxens: Muhammad Ali steht über seinem zu Boden gegangenen Herausforderer Sonny Liston. Ali hatte Liston am 25. Mai 1965 während eines Kampfes in Lewiston, Maine, mit einer kurzen, harten Rechten bereits kurz nach Beginn der ersten Runde zu Boden gestreckt. Es war der Rückkampf gegen Liston, nachdem Ali, der damals noch Cassius Clay hieß, den Gegner schon im Jahr zuvor besiegt hatte.
Ehrung für Ali: 2005 erhielt Muhammad Ali in Berlin die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold. "Für herausragende Verdienste um Frieden und Völkerverständigung" wurde Ali als erster US-Amerikaner mit der Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen gewürdigt. Links: Alis vierte Frau Lonnie, mit der er seit 1985 verheiratet ist.
Gattin Nummer drei: Der Boxer Muhammad Ali mit seiner dritten Frau Veronica Porche in der legendären New Yorker Disco Studio 54. Mit ihr hat Ali zwei Töchter.
Heilsbringer: Muhammad Ali hat den Wirbel um seine Person nie nachvollziehen können. "Ich bin doch ein Mensch, nur ein Mensch, nicht mehr als ein Boxer", sagte er einst. Das Bild zeigt ihn 1997 beim Besuch eines ivorischen Waisenhauses. Er spendete der Einrichtung Medizin, Lebensmittel und Rollstühle.
"Thriller in Manila": Schwergewicht-Champion Muhammad Ali trifft am 1. Oktober 1975 in der neunten Runde eines Titelkampfs in Manila mit seiner Rechten in das Gesicht seines Gegners Joe Frazier. Ali gewann den Kampf.
Ein Traum wird wahr: Die Gewinner des olympischen Wettbewerbs im Halbschwergewicht während der Siegerehrung am 5. September 1960 in Rom. Die Goldmedaille ging an Cassius Clay, Silber an den polnischen Boxer Zbigniew Pietrzykowski, rechts, und Bronze an den Australier Anthony Madigan sowie den Italiener Giulio Saraudi, ganz links.
Kampf um Gold: Die erste Runde der Olympischen Spiele 1960 in Rom wird für Cassius Clay ein Selbstläufer, das Viertelfinale hingegen harte Arbeit. Gennadi Schatkow aus Russland war 1956 Olympia-Sieger geworden, allerdings im Mittelgewicht. Auf Anweisung seiner Verbandsbosse trat er im Halbschwergewicht an. Doch Schatkow traf auf einen größeren und schwereren Gegner - seine körperlichen Nachteile konnte er nicht ausgleichen - und verlor nach Punkten: Clay holte sich die Goldmedaille im Halbschwergewicht, im selen Jahr begann seine Profikarriere.
"Louisville Lips": Alis Start als Profi ist nicht brillant, aber makellos. Gegen Tunney Hunsaker gewinnt er nach Punkten, im Dezember schlägt er Herb Silver K.o. Es ist der erste Kampf unter seinem neuen Trainer Angelo Dundee, der ihn in den nächsten 21 Jahren betreuen wird. Als Cassius Clay und auch später als Muhammad Ali erfindet er eine geniale Marketingidee - er sagt den Ausgang seiner Kämpfe voraus und die genaue Runde, in der die Fights enden würden. "Louisville Lips" nennt die Presse den Lautsprecher unter den Boxern - der aber meist Wort hält.
Muhammad Ali am 29. August 1974 in New York bei einer Presseveranstaltung vor dem Kampf gegen George Foreman im damaligen Zaire im Oktober.
Fackelträger: Muhammad Ali hält das olympische Feuer am 19. Juli 1996 in Atlanta.
"Das Drama auf den Bahamas": Muhammad Ali, links, stieg am 11. Dezember 1981 in Nassau auf den Bahamas zum letzten Mal in den Ring. Ali, bereits schwer von seiner Parkinson-Krankheit gezeichnet, verlor klar nach Punkten. Der Kampf gegen Trevor Berbick ging als "Drama auf den Bahamas" in die Sportgeschichte ein.
Mit erhobener Faust: Der Boxer Muhammad Ali während einer Konferenz in Las Vegas 1980. Trotz drohender Konsequenzen von Seiten des Olympischen Komitees setzte er sich für einen Boykott der Sommerspiele 1980 in Moskau ein.
Schlagabtausch: Boxpromoter Don King, Mitte, hält Muhammad Ali während einer Pressekonferenz am 1. Juli 1975 in Kuala Lumpur davon ab, seinem nächsten Gegner Joe Frazier, links, einen "Haken" zu verpassen.
Vom Kampf gezeichnet: Der frühere Schwergewicht-Box-Champion Joe Louis, links, begutachtet das Veilchen von Muhammad Ali, das sich der Boxer in seinem Titelverteidigungskampf am 16. Mai 1975 in Las Vegas zugezogen hatte.
Happy Birthday: Am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, wurde Muhammad Ali als Cassius Marcellus Clay Jr. geboren - heute feiert er seinen 70. Geburtstag.
Ali während seines Trainings für den Kampf gegen Al "Blue" Lewis 1972 in Dublin