Heiligabend in der K1 - DER SPIEGEL
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Heiligabend in der K1 "Weihnachten war was für Spießer"

Weihnachtszeit, Demozeit! Während der Adventstage in den sechziger Jahren nahmen die Mitglieder der Kommune 1 mit spektakulären Aktionen den Kampf gegen die Besinnlichkeit auf. In der Rock'n'Roll-Ära der wilden WG wurden dann auch Haschplätzchen gebacken - aber garantiert nicht in Sternform.
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Familienessen: Vater trägt Anzug und Krawatte, die Kinder sind geschniegelt und gescheitelt, während sie am festlich gedeckten Tisch sitzen und auf die Weihnachtspute warten. Die perfekte weihnachtliche Familienidylle von 1965.

Foto: FPG/ Getty Images
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Langhans und Obermaier: In der berüchtigten Kommune 1 hingegen wollten Rainer Langhans und Uschi Obermaier diese bürgerlichen Vorstellungen nicht mitmachen. Tannenbaum und Weihnachtsdeko kamen ihnen nicht in die WG.

Foto: Getty Images
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O Tannenbaum: Weihnachten in den sechziger Jahren hieß den Weihnachtsbaum mit allerlei Kugeln und vor allem Lametta herauszuputzen, um dann im Kreis seiner Familie besinnliche Tage zu verbringen.

Foto: Getty Images
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"Hasch-Kommune": In den WGs und Kommunen der Republik hingegen, ließ man das mit dem Weihnachtsschmuck und der festlichen Kleidung lieber bleiben.

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Weihnachtsshopping: Zwei Hamburgerinnen tragen 1965 ihre süßen Einkäufe nach Hause, damit auch rechtzeitig zum Fest die gesamte Familie mit Baumkuchen und Schokolade versorgt ist.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Benno Wundshammer
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Obermaier und Langhans: "Das schönste Paar der APO" beschäftigte sich derweil lieber mit politischen Manifesten als mit Weihnachtsvorbereitungen.

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Familie, perfekt: In den Sechzigern waren die Rollen in der Familie noch klar verteilt. Heiligabend schnitt der Vater persönlich den Truthahn an, den die Mutter zuvor zubereitet hatte.

Foto: Getty Images
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WG-Party: In den Kommunen und WGs hingegen wurde Weihnachten gern eher unkonventionell gefeiert - wenn es nicht gleich ganz ausfiel.

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Letzte Vorbereitungen: Die perfekte Hausfrau der sechziger Jahre polierte rechtzeitig zu Weihnachten noch das Silber, faltete die Servietten und bereitete die festliche Tafel für die Familie vor.

Foto: Getty Images
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Uschi Obermaier: In der K1 wurde Weihnachten nicht gefeiert - aber wer könnte sich Uschi Obermaier beim Servietten falten vorstellen?

Foto: dpa
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Die Vorzeigefamilie: Ganz traditionell, Baum und Geschenke inklusive, ging es Weihnachten 1962 bei der Familie des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy zu. Sie feierten das Fest gemeinsam mit Jackies Schwester Lee, ihrem Mann Prinz Stanislaus Radziwill und deren Kindern.

Foto: John F. Kennedy Library / Getty Images
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Freizügiges Miteinander: In den deutschen Wohngemeinschaften dachte man eher untraditionell und verzichtete an Weihnachten auf Baum, Familie - und Kleidung.

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Lieber, guter Weihnachtsmann: Ein kleines Mädchen erzählt einem Kaufhaus-Weihnachtsmann 1967 in London von ihren Wünschen. Die Mitglieder der Kommune 1 in Deutschland machten in der Zeit lieber ihre berüchtigten Weihnachtsdemos.

Foto: Getty Images
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Massenekstase mit Gefühls-Auren: Da Weihnachten in der Kommune 1 als spießig galt, traf man sich hier am Heiligen Abend selbstverständlich nicht mit der Familie, sondern blieb lieber unter sich.

Aufnahme aus der Sendereihe des WDR "Pop 2000 - 50 Jahre Popmusik und Jugendkultur in Deutschland".

Foto: WDR
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Weihnachtliche Stimmungsschwankungen: Ob man Weihnachten mag oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Auf jeden Fall kann man seine Meinung darüber auch immer wieder ändern, denn so manch einer, der als Kleinkind vom Weihnachtsmann im Kaufhaus traumatisiert wurde, feiert das Fest der Liebe heute richtig gern. Sogar Rainer Langhans findet Weihnachten mittlerweile "auf eine Art eine friedliche Zeit, eine stille Zeit".

Foto: Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?