Heimvorteil im Fußball Home sweet home
Der FC Bayern München war in der Bundesliga für jede Menge besonderer Heimsiege verantwortlich. So hieß es am 21. Spieltag der Saison 2014/15 gegen den Hamburger SV 8:0. Hier wird Torschütze Mario Götze gefeiert.
Im Achtelfinale der aktuellen Champions League treffen die Münchner auf Juventus Turin. Der Deutsche Meister ist klar favorisiert - auch wegen des Heimvorteils im Rückspiel.
Mit den eigenen Zuschauern im Rücken wurden im Europapokal schon einige scheinbar aussichtslose Spiele gedreht. Der Inbegriff des Fußball-Wunders ist der 7:3-Sieg von Bayer Uerdingen gegen Dynamo Dresden im Jahr 1986. Bayer hatte das Hinspiel 0:2 verloren und lag zur Pause des Rückspiels 1:3 zurück. Es folgte eine legendäre Halbzeit - natürlich mit Heimvorteil.
Ähnlich spektakulär lief das Spiel zwischen Werder Bremen und RSC Anderlecht im Europapokal der Landesmeister 1993. Die Gäste aus Belgien führten zur Halbzeit 3:0 - und wurden von Werder nach der Pause überrollt. Die Bremer gewannen 5:3.
Bei großen Turnieren war der Heimvorteil auch einige Male ein entscheidender Faktor. So wurde England 1966 Weltmeister im eigenen Land.
Frankreich wiederholte das Kunststück 1998, als die Équipe Tricolore vor heimischer Kulisse Weltmeister wurde.
In der Bundesliga galt lange Zeit der 1. FC Kaiserslautern als heimstärkste Mannschaft. In der Saison 1976/1977 stellten die Roten Teufel einen Rekord auf, als sie 82,8 Prozent ihrer Punkte am Betzenberg gewannen.
Den höchsten Heimsieg in der Bundesliga feierte 1978 Borussia Mönchengladbach gegen den BVB. Die Anzeigetafel im Düsseldorfer Rheinstadion fasste genau die zwölf Torschützen der heimstarken Borussia.
Die Gladbacher sind insgesamt das heimstärkste Teams der Bundesliga. 67,3 Prozent seiner Punkte holt das Team seit 2000 in Heimspielen - im Umkehrschluss belegt das aber auch die Auswärtsschwäche der Borussia.
Die Kulisse im Dortmunder Stadion ist kein so großer Faktor. Der BVB holte 57,5 Prozent seiner Punkte in Heimspielen. Damit liegt die Borussia im unteren Drittel der Heimvorteil-Tabelle.
Schiedsrichter haben in Sachen Heimvorteil eine große Verantwortung. Die Geräuschkulisse sollte keinen Einfluss nehmen, was laut Lutz Fröhlich (l.), Leiter der DFB-Schiedsrichter-Abteilung, gar nicht so einfach ist. "Sich von allen Einflüssen freizumachen, die Konzentration 90 Minuten lang hoch zu halten", sagt Fröhlich, "ist für Schiedsrichter in der vergangenen zehn Jahren viel schwieriger geworden."