Medienkanzler Schmidt Macher, Held, Raucher
Der Medienprofi: Helmut Schmidt, ganz ruhig und beherrscht, während eines Pressetermins am 7. Juli 1976. Wie kaum ein anderer Politiker seiner Generation wusste er das Bedürfnis der Medien nach Personalisierung und Zuspitzung zu befriedigen. Das Ergebnis von solch inszenierten Presseterminen...
Signatur im Bundesarchiv: Bild-F048807-0015
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...sah dann so aus: Es zeigt einen nachdenklichen, bei der Arbeit vertieften Bundeskanzler.
Signatur im Bundesarchiv: Bild-F048808-0005
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Verkehrte Welt: Helmut Schmidt drehte während eines Empfangs für die Bonner Narren am 20. Februar 1981 im Kanzleramt einfach mal den Spieß um - und fotografierte die Fotografen. Es war nicht das einzige Mal, dass Schmidt dieses charmante Spielchen mit den Journalisten trieb.
Im Fokus: Helmut Schmidt mit entschlossener Miene im Sucher einer Fernsehkamera, aufgenommen während des SPD-Wahlparteitags 1980. Seit seines zupackenden Krisenmanagements während der Hamburger Sturmflut von 1962 galt der Politiker in der Bevölkerung und auch unter Journalisten als ein "Macher"
Medienprofis unter sich: Bundeskanzler Helmut Schmidt (rechts mit dunkler Jacke) und der damalige Regierungssprecher Klaus Bölling (vor der Tür sitzend im weißen Oberhemd) während des Rückflugs aus den USA im Gespräch mit Reportern. Obwohl selbst sehr medienerfahren, hatte sich Schmidt mit dem ehemaligen "Tagesspiegel"- und ARD-Journalisten Bölling einen absoluten Medienprofi an seine Seite geholt.
Keine Lust auf Ruhestand: Noch im hohen Alter suchte Helmut Schmidt die Öffentlichkeit und mischte sich in gesellschaftliche Debatten ein - hier trifft er im August 2012 Christian Ude, den Münchner Bürgermeister und bayerischen Landtags-Spitzenkandidat der SPD.
Im Blitzlichtgewitter: Fernsehdebatte des amtierenden Kanzlers Schmidt mit seinem Herausforderer aus der CDU, Helmut Kohl. Nach dem Rücktritt von Willy Brandt war der Wahlkampf die erste harte Bewährungsprobe von Schmidt; die SPD verlor zwar rund drei Prozent, gewann aber zusammen mit der FDP die Mehrheit der Sitze im Bundestag.
Verteidiger der Pressefreiheit: Obwohl er selber hart in der Kritik stand und wegen Beihilfe zum Landesverrat angeklagt war, unterstützte Helmut Schmidt während der SPIEGEL-Affäre 1962 das Hamburger Magazin, dem auf Betreiben von Franz Josef Strauß Landesverrat vorgeworfen wurde. Auf dieser Aufnahme spricht Schmidt, damals Innensenator von Hamburg, zu Demonstranten. Den SPIEGEL selbst hielt er "keineswegs immer für erfreulich", aber "nichtsdestoweniger immer für notwendig".
Diskussionsfreudig: Helmut Schmidt scheute nicht den Kontakt zu den Journalisten, sondern suchte ihn sogar - und stritt dann oft sehr leidenschaftlich mit ihnen. Hier stellte er sich im September 1980 in der ZDF-Sendung "Bürger fragen - Politiker antworten" den Fragen der Belegschaft der Tageszeitung "Nürnberger Nachrichten".
Nach der größten Krise: Sein Rücktrittsgesuch hatte Schmidt im Herbst 1977 bereits vorbereitet, falls die Befreiung der von palästinensischen Terroristen gekaperten Lufthansa-Maschine "Landshut" misslingen würde. Doch keiner der 86 Geiseln starb bei der spektakulären Aktion der GSG 9. Schmidt wurde als Held gefeiert - entsprechend entspannt konnte er hier mit einer Reporterin reden.
Dauergast: Altkanzler Helmut Schmidt war eigentlich kein besonderer Freund des Fernsehens, sondern ein Mann des Print. In Talkshows trat er aber dennoch ziemlich häufig auf - hier war er 2010 im Gespräch mit Sandra Maischberger nach der Aufzeichnung der Sendung "Menschen bei Maischberger".
Niemals leise: Noch häufiger als im Fernsehen trat der Altbundeskanzler auf öffentlichen Diskussionsveranstaltungen der "Zeit" auf - schließlich war Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung. Auch hier durfte natürlich nicht die Zigarette fehlen.
Der Macher: Hamburgs Innensenator Helmut Schmidt (SPD) bedankte sich am 3. Dezember 1962 bei 400 Soldaten für deren Einsatz während der Flutkatastrophe und verlieh ihnen eine Medaille der Hansestadt. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 war eine gewaltige Sturmflut auf die norddeutsche Küste getroffen. Schmidt setzte - obwohl es gegen die Verfassung war - Tausende Soldaten als Katastrophenhelfer ein und verhinderte damit weitaus mehr Tote als die 340 Opfer in Hamburg.