Architekt Larsen "Meister des Lichts" ist gestorben
Das SPIEGEL-Gebäude in der Hamburger Hafencity: Der dänische Architeckt Henning Larsen stand für einen leichten Baustil. Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren gestorben.
Im vergangenen Jahr hatte er noch den Nobelpreis der Künste, den Praemium Imperiale für Architektur, verliehen bekommen. Nach seinen Ideen wurde unter anderem das Konzerthaus Harpa in Reykjavík erbaut.
Als "Inspirator" und "Mentor" ehrt die Direktorin der Architekturschule der Königlichen Dänischen Akademie den ehemaligen Architektur-Professor.
Eine Zeichnung des SPIEGEL-Baus im Osten der Hafencity. Mit 30.000 Quadratmetern ist es eines der größten Häuser der Stadt. 61 Meter ist es hoch, 13 Stockwerke gibt es.
Die Fassaden wirken rasterartig streng (hier die Südansicht), zum Norden aber öffnet sich das Haus. Die Architekten nennen es "Fenster zur Stadt".
Im Inneren erstreckt sich ein ein haushohes Atrium, umspannt von Galerien und durchzogen von neun Treppen und vier Brücken. Auch hier wollten die Architekten ein Bild schaffen: Vernetzung, Transparenz, Kommunikation.
Im Café in der fünften Etage sind Stilelemente der der alten SPIEGEL-Kantine wiederaufgenommen worden: bunte Wandleuchten, violette Stoffprismen und Pendellampen in Orange und Lila.
Sein letzter zu Lebzeiten vollendeter Bau steht in Schweden: Das Bildmuseet Umeå auf dem Kunstcampus der dortigen Universität. Auch dieses Gebäude ist geprägt vom Markenzeichen des Dänen, der skandinavischen Leichtigkeit.
Das Konzerthaus Harpa im isländischen Reykjavík ist eines der bekanntesten Projekte des Architekturbüros von Henning Larsen. An dem Entwurf des Wahrzeichens der Stadt waren außerdem das isländische Architekturbüro Batteriid Architects und der Künstler Olafur Eliasson beteiligt.
Nach Eliassons Vorstellungen war die Glasfassade gestaltet worden; sie reflektiert sowohl den Himmel als auch den Hafen.
Im Inneren des Gebäudes befindet sich ein Konzertraum mit knapp 1800 Plätzen und ein Konferenzzentrum.
Die Königliche Oper in Kopenhagen ist ebenfalls nach einem Entwurf des nun gestorbenen Dänen Larsen entstanden.
Ebenfalls in Dänemark, in Vejle, ist auch der moderne Wohnkomplex "The Wave", also "die Welle", entstanden. Er hat fünf große "Wellen", die nach oben ausschlagen. Darin befinden sich knapp hundert Appartments.
Auch der skandinavische Golfclub in Farum, nördlich von Kopenhagen, ist von Larsens Architekturbüro gestaltet worden. Der 1925 geborene Architekt lernte Schreiner, bevor er an der Königlichen Dänischen Kunstakademie angenommen wurde.
In seiner Karriere hatte er hohe Auszeichnungen verliehen bekommen, etwa den International Design Award und erst vor wenigen Monaten den Mies-van-der-Rohe-Preis. Er stand für einen luftig, leichten Baustil, wie auch die IT-Universität in Kopenhagen zeigt.