Herbst in Andalusiens weißen Dörfern - DER SPIEGEL
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Andalusien im Herbst Fast eine Zeitreise

Wenn es eine Region gibt, in der man das ursprüngliche Spanien noch findet, dann ist das Andalusien: Weltberühmt sind die weißen Dörfer des einst von Mauren beherrschten Gebietes. Erst im Herbst lässt sich deren Erkundung so richtig genießen.
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Kalkweiß: Dass die Häuser in den Dörfern (im Bild: Vejer de la Frontera) im Inland von Andalusien so weiß sind, ist der Hitze geschuldet. Im Sommer sorgen die gekälkten Häuser für einigermaßen erträgliche Temperaturen im Inneren.

Foto: MARCELO DEL POZO/ REUTERS
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Heute erscheint uns das pittoresk: Die weiße Grundfarbe sorgt für knallige Kontraste.

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Pilgerritt: Ein festlich gekleidetes Paar reitet am Ort Arcos de la Frontera vorbei zum Schrein des Christus von Romeral.

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Mutproben: Ein junger Mann provoziert bei der "Toro de Cuerda" im Dorf Villaluenga del Rosario ein junges Rind.

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Keine Einbahnstraße: Ein Rind entscheidet sich für eine Richtungsänderung. Das kann eng werden.

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Dorfleben: Anders als an der Küste leben die Spanier im Inland Andalusiens nur selten vom Tourismus. Landwirtschaft und Weinanbau sind weit wichtiger.

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Weinlese: Der Wein Andalusiens wächst nicht an steilen Hängen, sondern flach auf Feldern. Und anders als in Deutschland steht die Sonne steil darüber.

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Im Sommer ist Andalusiens Inland Europas heißestes Pflaster: Die Temperaturen steigen regelmäßig satt über 40 Grad, das Klima ist dann staubtrocken. Im Herbst ist das weit angenehmer - und die Landschaft blüht um die 20 Grad regelrecht auf.

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Totenmauer: Graben muss man in Andalusien nicht, um einen Toten zu bestatten. Wie in vielen Ländern bewahrt man Urnen hier in "Mauern" auf.

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Espera heißt das Dorf, in dem diese junge Frau gleich heiraten wird, und was könnte passender sein? Das Wort bedeutet soviel wie Erwartung, Hoffnung.

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Zahara de la Sierra bei Nacht: Da kommen Hitze und Berge schon im Namen zusammen.

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Nicht am Meer: Antonio Dominguez, 40, arbeitet in den Salzwerken von Iptuci - und die liegen durchaus nicht am Meer. Bis Cadiz sind es immerhin 100 Straßenkilometer.

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Ackerrennen: Männer aus dem Dorf Villamartin machen ihren Windhunden Beine - nach Sommerhitze und Erntezeit eine willkommene Abwechslung.

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Schön schmerzhaft: Ein Hausbesitzer hat die Mauer vor seinem Grundstück mit Scherben gespickt.

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Knapp 470 Einwohner hat das Bergdorf Villaluenga del Rosario, aber gleich mehrere Käsereien. Und die produzieren den besten Payoyo-Käse Andalusiens, heißt es. Und der soll Spaniens bester Ziegenkäse sein.

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Weißer Hund vor weißer Wand: Ohne Schal und deutende Hand könnte man Chihuahua Merlin glatt übersehen.

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Cobijada: Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war die Vollverschleierung, die nur ein Auge freiließ, in einigen Regionen Andalusiens noch üblich. Ein maurischer Einfluss, sagen einige. Ein Relikt uralter christlicher Verschleierungskonventionen, sagen andere. Wahrscheinlich stimmt beides.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?