Himmlers Wirtschaftskonzern - DER SPIEGEL
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Himmlers Wirtschaftskonzern Selters und Sudetenquell - Marke SS

Nazi-Organisation mit Nebengeschäft: Ausgerechnet die SS war vor 1945 Deutschlands größter Mineralwasserproduzent. Der naturgläubige Heinrich Himmler wollte seinen selbsternannten Arier-Orden vom Alkohol fernhalten - und übernahm kurzerhand Marken wie Selters und Apollinaris.
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Wasser statt Bier: Eine kühle Erfrischung für den Sieger gibt es im Juli 1939 nach dem Radrennen "Rund um das deutsche Danzig". Der "Reichsführers SS" und Antialkoholiker Heinrich Himmler, in steter Sorge um die Gesundheit der Mitglieder seines arischen Männerordens, sorgte dafür, dass die SS nach und nach fast die gesamte deutsche Mineralwasserindustrie übernahm. Auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs kontrollierte das Wirtschaftsimperium der SS 75 Prozent des Marktes.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Benno Wundshammer
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Nüchternes Prosit: Heinrich Himmler (2.v.l.) trinkt bei der Eheschließung von SS-Brigadeführer Hermann Fegelein mit Eva Brauns jüngerer Schwester Gretl (mit den silbernen SS-Hochzeitsbechern) am 3. Juni 1944 im Standesamt Schloss Mirabell in Salzburg auf das Wohl des Brautpaars. Was er im Glas hatte, ist nicht überliefert - allerdings bevorzugte der "Reichsführer SS" Kräutertee oder Mineralwasser, und auch den Angehörigen seines "schwarzen Ordens" versuchte er, Enthaltsamkeit in Sachen Alkohol nahezubringen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Archiv Heinrich Hoffmann
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Himmler läuft: Von seinen SS-Männern verlangte Heinrich Himmler (M.) immer wieder gesunden Lebenswandel. Als Chef des Nazi-Arierordnes musste er, obwohl selbst eher unsportlich, wohl oder übel mit gutem Beispiel vorangehen - jedenfalls, was das öffentliche Bild anging. Hier trainiert Himmler vor der Kamera zusammen mit Max Kopischke (r.), dem Sportlehrer der SS-"Junkerschule" Bad Tölz, für das Reichssportabzeichen in Silber.

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Pflanzenfreund Himmler: Neben Esoterik und allem, was mit echtem oder vermeintlichem Germanentum zu tun hatte, interessierte sich SS-Chef Heinrich Himmler (2.v.r.) auch für die Pflanzenwelt. Der studierte Landwirt war überzeugt, dass die Germanen ein starkes und gesundes Volk gewesen seien, weil sie sich aus Feld und Wald ernährt und auch ihre Medikamente aus der Natur gewonnen hätten - weswegen Himmler etwa Kräutertinkturen als Mittel gegen Kriegsverletzungen testen ließ. Dieses Bild entstand 1941 bei der Besichtigung einer Tulpenzucht in den besetzten Niederlanden.

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Doppel mit Himmler: Der "Reichsführer SS", Heinrich Himmler (l.), beim Tennisspiel mit seinem Adjutanten Karl Wolff.

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Himmler beim Kugelstoßen: Der "Reichsführer SS", Heinrich Himmler, in bayerischer Tracht beim Kugelstoßen in einer undatierten Aufnahme.

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Geburtstagspräsente: Statt Weihnachten sollten die SS-Angehörigen nach dem Willen ihres Chefs Heinrich Himmler das germanische Julfest feiern. Für die Produktion von Jultellern und Julleuchtern legte sich die SS sogar eine eigene Porzellanmanufaktur in München-Allach zu. Hier überreicht Himmler dem "Führer" zu dessen Geburtstag am 20. April 1944 auf dem Obersalzberg Porzellanminiaturen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Archiv Heinrich Hoffmann
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Apollinaris-Logo: Das Firmenschild des deutschen Mineralwasserherstellers im Mai 2006 am Stammsitz Bad Neuenahr. Apollinaris war zu diesem Zeitpunkt gerade von Coca-Cola gekauft worden. Während des Nationalsozialismus hatte der natur- und kräutergläubige "Reichsführer SS" Heinrich Himmler Mineralwassermarken wie Selters und Apollinaris dem Wirtschaftsimperium der SS einverleibt, weil er die SS-Angehörigen vom Alkohol fernhalten wollte.

Foto: AP
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Junge Partei: Seit der Neugründung der NSDAP Ende 1924 war auch Heinrich Himmler Mitglied der jetzt ganz auf den "Führer" Adolf Hitler zugeschnittenen, völkisch-antisemitischen Splitterpartei. Er wurde zunächst Sekretär der niederbayrischen NSDAP, doch schon 1926 stieg der begabte Organisator zum stellvertretenden "Reichspropagandaleiter" der Partei auf. In dieser Aufnahme von 1928 ist Himmler ganz rechts zu sehen, außerdem Hitler (stehend) und Alfred Rosenberg, Walter Buch, Franz Xaver Schwarz, Gregor Strasser (v.l.n.r.).

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Heinrich Himmler mit Tochter Gudrun: Heinrich Himmler, der "Reichsführer-SS", mit Tochter Gudrun bei einer Sportveranstaltung am 6. März 1938 in Berlin. Mit seiner sieben Jahre älteren Frau Marga, einer Krankenschwester, hatte Himmler sich Ende der zwanziger Jahre als Hühnerzüchter durchgeschlagen. Im "Dritten Reich" wurde er zum zweitmächtigsten Mann nach Adolf Hitler - und zur treibenden Kraft des größten Menschheitsverbrechens der Geschichte, dem Holocaust.

Foto: AP
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