Historische Autowerbung - DER SPIEGEL
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Frauen in Autoanzeigen Sterne, Sehnsucht und Sexismus

Posen und PS, Erotik und Aerodynamik: Von Beginn an setzte die Automobilindustrie in ihrer Werbung auf weibliche Reize und männliche Instinkte. Mit der Zeit wurden die Kleider der Auto-Models immer kürzer und enger - einestages erinnert an die elegantesten, prüdesten und peinlichsten Autoanzeigen.
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Fahren, Freiheit, Frauen: Irgendwie versuchten die Automobilhersteller, hier eine Anzeige von 1969 für den Ford Mustang, diesen Dreiklang immer wieder in ihre Werbekampagnen einzubauen. Im Laufe der Zeit wurden die einst prüden und braven Kleider der Auto-Girls immer enger und kürzer - und die Slogans der Werbetexter immer anzüglicher.

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Geräumig: Selbst langbeinige Models, das sollte diese Anzeige von 1967 für den Ford Cortina suggerieren, konnten sich auf der großen Rücksitzbank ausstrecken. Trotz Studentenprotesten und Frauenbewegung blieben Frauen auch noch in der Autoreklame der siebziger Jahre schmückendes Beiwerk - nicht angepeilte Zielgruppe.

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Gelackt: Eine Lady wirbt in elegantem Weiß für den Cadillac, dessen Dimensionen genauso ausufernd waren wie sein Benzinverbrauch. Aber schön anzusehen war er ja - genauso wie sie.

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Aufs Dach gestiegen: Das Model setzt das Augenmerk auf das Bauteil, das bei diesem Dodge Polara von 1966 das Besondere ausmachte - das Vinyldach.

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Schnittiger Schlitten: Der MGB GT brachte acht Kilometer pro Stunde mehr auf den Tacho als der Roadster. Damit schaffte der Sportwagen, der 1965 auf den Markt kam, bis zu 168 km/h - dank einer verbesserten Aerodynamik. Die schnittige Karosserie, an der sich hier lasziv ein Model lehnt, hatte übrigens die italienische Designfirma Pininfarina entworfen.

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Ei, ei, ei: Seine großen Erfolge feierten der Fiat 600 und seine Nachfolgermodelle in den fünfziger und sechziger Jahren. Als Kleinwagen waren vor allem Frauen die Zielgruppe des eiförmigen Seicento.

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Sportlich: Barfuß und im knappen Kleid wird dieser Prototyp der Firma Pininfarina präsentiert. Die Firma entwarf unter anderem zahlreiche Fahrzeuge der Marken Alfa Romeo, Ferrari, Fiat, Jaguar und Peugeot.

Foto: Werner Eisele
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Futuristik pur: Porsche setzt seine Studie Tapiro auf einer Automobilausstellung zu Beginn der siebziger Jahre ebenfalls sexy in Szene.

Foto: Werner Eisele
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Fiats Kasten-Kutsche: Den Fiat 1500 gab es in verschiedenen Ausführungen - zum Beispiel als sportliches Cabrio, als bequeme fünftürige Limousine oder als familientauglichen Kombi.

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Space Age auf sechs Rädern: Zur Weltausstellung 1962 in Seattle konstruierte Ford dieses Auto, dessen Benzinmotor später einmal gegen ein Atom-Triebwerk ausgetauscht werden sollte. Im Vergleich zur futuristischen Antriebstechnik wurde der Wagen regelrecht bieder präsentiert.

Foto: Ford/Wieck
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Blick zurück: Der Panhard PL 17, wie er auf der Titelseite des niederländischen Werbeprospekts abgebildet wurde. Das Modell der Firma Panhard & Levassor wurde von 1959 bis 1965 hergestellt.

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Zum Greifen nah: Voller Stolz wird das neue Auto - ein Ford Taunus 15M de Luxe - präsentiert, Reklame etwa von 1961.

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Zur Sonne, zur Freiheit: Auch die DDR verzichtete nicht auf weibliche Unterstützung, wenn es um das Anpreisen von Automobile ging. Vielleicht hoffte man, den Verbrauchern die langen Wartezeiten etwas erträglicher zu machen - hier eine Anzeige für den Wartburg 353.

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Lässige Pose: Der Hauptgrund für die Produktion des Datsun Sports von Nissan war es, der Marke einen Zugang zum Rennsport zu verschaffen. Der Roadster wurde von 1959 bis 1970 hergestellt.

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Große Freude: Im August 1958 wurde erstmals der Volvo PV 544 ausgeliefert. Der Wagen wurde wie das Vorgängermodell 444 zum Verkaufsschlager. Lag es an diesem Werbemotiv?

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Kosmopolitische Eleganz: Beim Modell PV 444 setzte Volvo in der Reklame bereits auf weibliche Reize. Der sogenannte Volks-Volvo von 1944 wurde erstmals mit der Absicht produziert, kleinere Autos für die breite Bevölkerung zu bauen - beworben wurde er dann aber doch als klassisches Luxusobjekt.

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Form und Inhalt: Chrysler bewirbt in dieser Anzeige den "Charger" seiner Marke Dodge mit ausführlichen Informationen - Blickfang bleibt aber neben dem pinken Muscle-Car eine ebenso grell gekleidete Blondine. Gerade in den siebziger Jahren fehlten Frauen, deren Kleidung in der Werbung immer freizügiger ausfiel, in kaum einer Autokampagne.

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Endstation Sehnsucht: Der hellste Stern - so diese Werbung von 1929 - ist immer noch der von Mercedes.

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Import in Rot: Der Wagen mit der Typenbezeichnung SAS-965 der ukrainischen Firma Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod wurde in Österreich seit den sechziger Jahren unter dem Namen Eliette vertrieben. Wie diese Titelseite eines Prospekts zeigt, unterschieden sich die Werbestrategien dabei kaum von denen der deutschen und amerikanischen Hersteller.

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Männerträume auf der Motorhaube: Der Mercedes-Benz C 111 war der Star der Internationalen Automobilausstellung 1969 in Frankfurt. Hostessen sollten weitere optische Anreize bieten - ganz und gar überflüssig.

Foto: Werner Eisele
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Farbenspiel: In dieser frühen Aufnahme von 1939 setzt der Fotograf auf den farblichen Kontrast zwischen der Luxuslimousine und dem Auto-Model.

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Ton in Ton: Lange kleideten viele Hersteller Fotomodels für Werbeanzeigen in genau jener Farbe, in der sie ihre Luxusschlitten anpriesen - hier eine Anzeige von Chevrolet aus dem Jahr 1959.

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Rendezvous ... mit einem Auto: In den fünfziger Jahren setzten viele Anzeigen noch auf Eleganz statt auf Erotik, auf Sinnlichkeit statt auf Sex - hier eine Reklame des US-Herstellers Hudson.

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Das Model und der Dodge: Den Fokus frontal aufs Auto gerichtet, daneben ein blondes Model, das man sexy dreinblicken ließ, und den Hintergrund in der damaligen Trendfarbe Braun gefärbt - fertig war die Reklame für den Dodge Coronet.

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Rollenwechsel: Auf diesem Werbeprospekt, eine der ersten Autoanzeigen der Welt, priesen noch zwei bärtige Männer die Vorzüge des "Patent Motor-Wagen Benz" an - schon bald sollten für Jahrzehnte fast ausschließlich Frauen diese Aufgabe erfüllen. Der Stich entstand nach Vorlage eines Fotos und erschien um 1890 in Mannheim.

Foto: Daimler AG, Mercedes-Benz Classic Archive
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"Mein Benz!!": Seit 1912 warb Benz mit dieser Anzeige, die in Variationen über Jahre erschien. Damit dürfte diese Werbung der erste Versuch des Automobilherstellers sein, weibliche Reize und Autos miteinander zu kombinieren.

Foto: Daimler AG, Mercedes-Benz Classic Archive
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Breite Autos, schlanke Damen: Auch unmittelbar nach der Fusion von Benz und Daimler setzte der deutsche Automobilhersteller in seinen Werbeplakaten auf Signalfarben und sportlich-elegante Frauen - hier ein Motiv aus dem Jahr 1927.

Foto: Daimler AG, Mercedes-Benz Classic Archive
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Eleganz und Erotik: Schon im Jahr 1928 warb Mercedes-Benz mit verhältnismäßig viel nackter Haut, um seinen Autos eine emotionale Note zu geben.

Foto: Daimler AG, Mercedes-Benz Classic Archive
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Zwei Ladys: 70 Prozent des Opel GT wurden über die Buick-Händlerkette in den USA verkauft.

Die Werbeanzeige von 1969 wurde von einestages-Leser Mike Siegel eingereicht.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?