Historische Digitaluhren - DER SPIEGEL
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Historische Digitaluhren Raumschiffe am Handgelenk

Rechnen, daddeln - fernsehen! Anfangs zeigten Digitaluhren einfach nur die Zeit an, dann entbrannte ein beispielloses Wettrüsten um das durchgeknallteste Feature. Die zeigerlosen Hightech-Zeiteisen machten jeden jungen Mann zum Superhelden - bis die Wunderuhren zu Werbegeschenken verkamen.
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Data 2000: Dieser Modellname glich 1984 einem Versprechen - eine Computeruhr mit Memofunktion, einer Speicherkapazität von bis zu 2000 Zeichen und drahtloser Dateneingabe über ein Keyboard. Das war Science-Fiction!

Foto: Seiko Bildarchiv
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Daddeln im Unterricht: Casio integrierte in den achtziger Jahren simple Videospiele in Digitaluhren - und erfüllte damit den Traum aller gelangweilten Schüler.

Foto: Casio Bildarchiv
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Fernsehen am Puls der Zeit: Was aussieht wie ein Walkman, war der Receiver zum Umhängen - für die Digitaluhr mit Fernsehbildschirm. Waren Uhr und Umhängekasten einmal verbunden, stand dem ungetrübten Mäusekino nichts mehr im Weg. 1982 war der Seiko DXV002 der weltweit erste Fernseh-Alarmchronograph.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Schlagzeug für Unterwegs: Das Modell "Drum" der Firma Seiko verfügte über einen eingebauten Drumcomputer. Leider erschien die Trommeluhr nie auf dem europäischen Markt.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Vom Statussymbol zum Ramschartikel: 1975 berichtete der SPIEGEL von den "40-Dollar-Uhren" der US-Firma Litronix. 40 Dollar waren damals knapp die Hälfte des durchschnittlichen Wochenlohns eines US-Industriearbeiters. Im Januar 1977 vermeldete die "Business Week" dann: "The $20 Digital Watch Arrives a Year Early" - und schon im Mai kostete auch diese nur noch die Hälfte. Anschließend begann ein rasanter Preisverfall, der die Digitaluhr im Nu vom einstigen Statussymbol zum Ramschartikel machte.

Foto: http://blog.modernmechanix.com/
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Fotouhr: Die erste Digitaluhr mit integrierter Digitalkamera

Foto: Casio Bildarchiv
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Ein Statussymbol für Könige: Die "Pulsar" von 1972 war die erste Digital-Armbanduhr der Welt. Das Sci-Fi-Schmuckstück des amerikanischen Uhrenherstellers Hamilton Watch Company kostete mehr als ein Kleinwagen und galt Anfang der siebziger Jahre als "Statussymbol für Könige, Präsidenten und Sport-Champions", so der SPIEGEL damals.

Foto: http://blog.modernmechanix.com/
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Breitbild fürs Handgelenk: 1973 produzierte der Hersteller Seiko die erste Digitaluhr mit einem sechsstelligen Display.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Beam mich rauf, Kashio: Zusammen mit seinen Brüdern gründete Tadao Kashio im Juni 1957 die Firma Casio. Die vier Tüftler konzentrierten sich anfangs auf die Entwicklung vollelektrischer Kompaktrechner, wurden aber spätestens in den achtziger Jahren zum Synonym für Digitaluhren. Von links nach rechts: Toshio Kashio, Kuzuo Kashio, Tadao Kashio, Yukio Kashio.

Foto: Casio Bildarchiv
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Objekt der Begierde: Die fehlenden Zeiger der Digitaluhren ließen technikverliebte Männerherzen höher schlagen. Die "Pulsar" der Hamilton Watch Company wurde 1972 in den Fachzeitschriften ähnlich gefeiert wie heute das iPhone. Allerdings war die Digitaluhr deutlich teurer als Apples Mobiltelefon - sie kostete mehr als ein Kleinwagen.

Foto: http://blog.modernmechanix.com/
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Das Eckige muss ins Runde: Dieses Modell von 1974 wirkt so, als konnten die Entwickler sich nicht so recht von der gewohnten runden Zifferblattform trennen. Die Casiotron war die erste digitale Quarzuhr aus dem Hause Casio.

Foto: Casio Bildarchiv
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Der Ritterschlag für Digitaluhr-Fans: In der TV-Serie "Knight Rider" diente eine Digitaluhr zur Kommunikation zwischen David Hasselhoff und seinem Wunderauto KITT.

Foto: ddp images
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Digitaler Lifestyle: Das Cockpit von KITT, dem Wunderauto aus der TV-Serie "Knight Rider". Kantig, technoid und digital, das war die Formsprache auf die man sich in den achtziger Jahren einigte, wenn es um Science-Fiction ging.

Foto: ddp images
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Sonnenuhr: Diese Seiko von 1979 war eines der ersten Modelle, die über Solarzellen den Akku der Uhr aufluden.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Das zweite Gehirn: Abgebildet ist eine sogenannte "Multimemory Watch". Dieses Modell hatte sieben Speicher mit 16 alphanumerischen Zeichen. Bestens geeignet für Spickzettel, aber deutlich komplizierter als Post-Its.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Offroader: Mitte der achtziger Jahre entwickelte sich ein neuer Trend zu extrem robusten Gehäusen. Abgebildet ist die erste sogenannte G-Shock von Casio. Ende der Neunziger erlebte die G-Shock, inzwischen mit deutlich größeren und sportiv-bunten Gehäusen eine zweite Blüte - und verhalf der Digitaluhr fuhr kurze Zeit zum Comeback.

Foto: Casio Bildarchiv
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Schönwetteruhr: Mitte der achtziger Jahre brach ein regelrechtes Wettrüsten unter der Herstellern von Digitaluhren aus. Sie dachten sich ständig neue Zusatz-Funktionen aus - diese Uhr hat ein integriertes Barometer.

Foto: Casio Bildarchiv
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GPS-Navigation: Unter vielen wirklich unsinnigen Features von Digitaluhren hier mal eines, was - zumindest Outdoor-Fetischisten - tatsächlich gebrauchen konnten - ein Navigationssystem fürs Handgelenk.

Foto: Casio Bildarchiv
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Schulhof-Statussymbol: Mit drei Knöpfen "Mode", "Set" und "Light" stand man für kurze Zeit in der Schulhofhierarchie ganz weit oben - dann begann das Wettrüsten der Hersteller um die Digitaluhr mit den absurdesten Features.

Foto: Casio Bildarchiv
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Computer für Unterwegs: Bevor die Hersteller alle erdenklichen Funktionen in Mobiltelefone stopften, probierten sie die Fusion aus Heimcomputer und Digitaluhr aus.

Foto: Seiko Bildarchiv
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Die Taschenrechner-Uhr: Auch der Messgeräte- und Computerkonzern Hewlett Packard brachte in den siebziger Jahren eine digitale Armbanduhr auf den Markt. Die HP01. Trotz ihrer schon damals sehr innovativen Eigenschaften (integrierter Taschenrechner, Stoppuhr, Datumsfunktionen) war sie kein großer Erfolg und verschwand bereits nach zwei Jahren wieder. Das hier abgebildete Modell stammt aus dem Jahr 1977 und funktioniert noch immer. Ihr aktueller Wert liegt weit höher als der damalige Preis. Eine gut erhaltene HP01 kann heute bis zu 2500 Euro kosten. Damals ging sie - je nach Ausführung - für 650 bis 750 Dollar über den Ladentisch.

Foto: Andre Koppel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?