Historische Farbfotos Nazi-Erzieher mit Eispickel
Berg-Heil im Lager: Den rechten Arm zum Gruß und mit dem linken Unterlagen und Kommissbrot fixiert: Teilnehmer des "Reichsaustauschlagers". Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme sollen sich mehr als ein Viertel der deutschen Lehrer der NSDAP angeschlossen haben.
Vorbeimarsch an den "Blutzeugen": Im Jahr 1935 wurden die 1923 bei Hitlers Putsch gegen die Republik getöten "Blutzeugen" in einer großen Propagandainszenierung in die beiden "Ehrentempel" auf dem Münchner Königsplatz umgebettet. Die Bronzesärge galten seitdem als Wallfahrtsort überzeugter Nationalsozialisten - auch der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) führte die Teilnehmer der "Reichsaustausch-Lager" durch die Tempel. Diese waren aber nur ein Element der NS-Mythenmaschine: Eine angeblich beim Putsch verwendete Fahne ("Blutfahne") genoss den Status einer Reliquie und wurde zu besonderen Festakten präsentiert.
Abmarsch der Gruppe zum Starnberger Bahnhof: Mit Rucksack, Nagelschuhen und Fotoapparat zogen die Teilnehmer der "Reichsaustausch-Lager" des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) in die Berge.
Vergangenheitsbewältigung nach 1945: Was vor 1945 stolz machte, war in Zeiten der Entnazifizierung ein Problem. So verschwanden Bilder, oder es wurden - wie in diesem Falle - unliebsame Schriftzüge aus den Dias herausgekratzt.
Vortrag im Lager?: In den "Reichsaustauschlagern" des NSLB wurden Vorträge zu Themen, wie "Volkstum" oder "Rassekunde" gehalten. Was hier auf dem Dia festgehalten wurde, ist unklar - die Beschriftung fehlt.
NSLB-Seilschaft am Berg: Vorträge in den Lagern, Kampf gegen Kälte und Eis am Berg: So sah nationalsozialistische Lehrerfortbildung aus.
NSLB-Organ "Der Deutsche Erzieher" : Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) verstand sich als Dachverband aller erzieherisch wirkenden Deutschen. Der Bund war der NSDAP angegliedert und hatte seinen Sitz in Bayreuth. Als Zentralorgan diente "Der deutsche Erzieher", der fast ausschließlich aus weltanschaulichen Aufsätzen, wie "Deutsche Lehrer als Träger der rassepolitischen Erziehung des deutschen Volkes", "Die wehrpolitische Lage Deutschlands" oder "Die Verjudung Polens" bestand.
Marsch auf die Münchener "Ehrentempel": Für den gleichgeschalteten Lehrkörper ein Pflichttermin: Der Besuch der "Ehrentempel" in München. Hier lagen die "Blutzeugen" des Umsturzversuches von 1923 begraben, den man im anglizistischen Sprachraum nur den "Beer Hall Putsch" nennt. Die Gebäude wurden während der alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg beschädigt, und 1947 von den Amerikanern schließlich abgerissen.
Farbenspiel in den Alpen: Die Dias des NSLB zählen zu den ersten, die alpines Leben farbig und wirklichkeitsgetreu abbilden. Frühere Autochromeaufnahmen der Alpen waren zwar farbenfroh, zeigten aber wegen der langen Belichtungsdauer meist Stillleben. Mit dem damals neuen Agfacolorfilm gelangen 1939 echte Momentaufnahmen am Berg: Tiere beim Grasen oder Lehrer bei der Körperpflege am Bergsee.
Indoktrination mit Eventcharakter: Wetterfest, ausdauernd aber vor allem Linientreu: Deutsche Lehrer und Erzieher 1939 in den Alpen.
Lehrer im Gleichschritt: Die Lehrergruppe besuchte vor der Abreise in das "Reichsaustauschlager" den Münchener Königsplatz. Militärisch zackig und in Formation. Ganz nach dem Geschmack des nationalsozialistischen Lehrerbunds NSLB, dessen Zentralorgan "Der Deutsche Erzieher" verkündete: "Marschschritt ist Gleichschritt. Es ist auch Gleichschritt der Seelen."