Historische Filmtheater - DER SPIEGEL
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Historische Filmtheater Die Kinosaurier

Ganz Deutschland ist von Multiplex-Kinos überzogen. Ganz Deutschland? Nein! Noch immer gibt es alte Lichtspielhäuser, die sich den Glamour vergangener Tage erhalten haben. Mit Fresken, Marmorsäulen und Kristalllüstern bieten sie Kino wie zu Kaisers Zeiten. einestages zeigt die schönsten. Von Moritz Miebach
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Das Metropol-Kino: Das aus den zwanziger Jahren stammende Kino in der Bonner Fußgängerzone wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Wer die Einrichtung des großen Saals betrachtet, weiß auch warum.

Foto: dpa
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Atrium in Nürnberg: Das Programmkino Atrium in Nürnberg wird besonders gemütlich durch seinen gut erhaltenen Zuschauerraum aus den vierziger Jahren.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Der Saal des Caligari-Kinos in Wiesbaden: Das Kino mit seiner Wellendecke und den geschwungenen Lichtelementen an der Seite wurde 1926 gebaut, aber 1955 vollständig umgestaltet. Bei der Renovierung im Jahr 2000 wurden Elemente der Ausstattung aus den zwanziger Jahren zitiert.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Wiesbadens Caligari: "Ein Juwel unter den deutschen Lichtspielhäusern" nannte der Regisseur Volker Schlöndorff die Caligari Filmbühne in Wiesbaden. Das Kino wurde nach dem Stummfilm "Das Cabinett des Dr. Caligari" von 1920 benannt.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Astra in Essen: Das regelmäßig für sein Jahresprogramm ausgezeichnete Filmkunsttheater Astra in Essen gibt es bereits seit 1958.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Der große Saal im Scala: Das 1929 in Hof eröffnete Scala-Kino ist zwar längst mit modernster Technik und bequemeren Stühlen modernisiert, das alte Kinoflair aus den Anfangsjahren ist jedoch erhalten geblieben.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Das Rex in Bonn: Anfang der fünfziger Jahre wurde in Bonn das Rex-Lichtspieltheater als Stadtteilkino gebaut, das seine goldene Zeit bis in die sechziger Jahre hatte.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Die Lichtburg in Essen: Bereits 1928 wurde dieses Kino mit 2000 Sitzplätzen eröffnet. Da es im Krieg sehr stark beschädigt wurde, konnte es allerdings erst 1950 wiedereröffnet werden. Heute hat die Lichtburg in Essen nach einer erneuten Komplettrenovierung im Jahr 2003 zwar nur noch 1250 Plätze - dies ist aber noch immer der größte Kinosaal Deutschlands.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Vorzeigekino: Das "Kino International" im ehemaligen Ostberlin war zu DDR-Zeiten das wichtigste Kino des Landes.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Münchens Tivoli: Seit über fünfzig Jahren genießen Filmfans den kuscheligen Charme des Münchener Tivoli-Kinos. Besondere Hingucker sind hier die Wandfresken rechts und links der Leinwand, die von der Kunstakademie München gestaltet wurden.

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Foto: Archiv Preßmar
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Capitol Lichtspiele in Limburgerhof: Das Kino aus dem Jahre 1954 ist eine Perle des Fünfziger-Jahre-Designs.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Filmpalast in Berlin: Bereits im Jahr 1895 wurde der Grundstein für das Gebäude am Berliner Kurfürstendamm gesetzt, aber erst 1948 wird die Gaststätte darin vom "Kiki - Kino im Kindl" abgelöst. Seinen heutigen Namen erhielt das Kino erst 1988, nach einer umfassenden Renovierung des alten Gemäuers.

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Foto: Sylvia Ballhause
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"Das lebende Bild": Ein frühes Kino 1903 in Berlin. Die ersten Kinos waren kaum mehr als ein Projektor und eine Leinwand mit einigen Holzbänken davor im Hinterzimmer einer Gaststätte. Dies bescherte den frühen Lichtspielhäusern einen etwas anrüchigen Ruf.

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Das älteste Kino: Der Blick von der Bühne des Apollo-Kinos in den Zuschauerraum. Die bequemen roten Sessel des mittlerweile hundertjährigen Kinos in Hannover lassen den Zuschauer jede Überlänge überstehen.

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Foto: Archiv Apollo
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Nord-Kino: Dieses Berliner Kino warb um 1910 mit "Jugend-Vorstellung" am Sonntagnachmittag.

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Atlantis in Mannheim: Als das Kino 1950 eröffnete, hieß es noch "Kurbel". Erst 1982 kam es zu seinem einprägsamen Namen.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Billets in die Filmwelt: Eintrittskarten des Hamburger Streit's-Kino aus den sechziger Jahren. Das Lichtspielhaus hat eine lange Tradition als Premierenkino.

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Foto: Archiv Streits Filmtheater
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Die Stufen zum Film: Die Schauburg ist Karlsruhes ältestes Kino und mit der imposanten Treppe im Foyer, die sich um einen prächtigen Kronleuchter windet, auch das schönste.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Hundert Jahre Film: Bereits 1908 wurde das Apollo-Kino in Hannover von der damals erst 23 Jahre alten Wilhelmine Kaufmann eröffnet. Sie hatte den ehemaligen Tanzsaal Sander in ein Kino mit rund 300 Plätzen umbauen lassen. Es ist heute das älteste, bespielte Filmtheater Norddeutschlands. Der ehemalige Geschäftsführer Willi Gebhard posiert zur Feier des hundertjährigen Bestehens im August 2008 noch einmal vor "seinem" Kino.

Foto: ddp
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Tanzsaal Sander: 1906 wurde hier eine Hochzeit gefeiert, zwei Jahre später höchstens noch dabei zugesehen. Der Tanzsaal Sander wurde 1908 zum Apollo-Kino umgebaut.

Foto: dpa
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Scala in Hof: 1929 ließ der Unternehmer Emil Schrenk den Filmpalast Scala im Art-Deco-Stil errichten. Separate Logenplätze, große Bilder und charmante Platzanweiserinnen ließen damals die ganz besondere Atmosphäre entstehen, die man bis heute spürt. Beispielsweise in dieser gemütlichen Sitznische.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Kino International in Berlin: Das Lichtspielhaus von 1963 war zu DDR-Zeiten das Premierenkino für alle Filme der Defa.

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Das Hamburger Streit's: Eines der schönsten Kinos Hamburgs ist das Streit's Filmtheater am Jungfernstieg.

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Foto: Archiv Streits Filmtheater/Jörg Fokuhl
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Mit Spannung erwartet: Jung und Alt drängte sich an die Kinokasse, als das Münchener Filmtheater am Lenbachplatz 1956 "Die Halbstarken" mit Horst Buchholz und Karin Baal zeigte.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Felicitas Timpe
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Das Rundkino in Dresden: Im Oktober 1972 eröffnete in der Prager Straße das Rundkino. Mit seiner UFO-Ästhetik und dem riesigen Kinosaal gehört es zu den bedeutendsten Zeugnissen der Nachkriegsmoderne und steht seit 2003 unter Denkmalschutz. Durch die Insolvenz des Betreibers und starke Schäden durch die Hochwasserkatastrophe 2002 wird das Gebäude seit einigen Jahren nicht mehr genutzt. Zurzeit wird das Rundkino allerdings renoviert. Eine Wiedereröffnung ist in Planung.

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Das Filmtheater Sendlinger Tor in München: Seit über 95 Jahren können Kinobesucher hier zwischen neoklassizistischen Säulen Filme ansehen. Die Anzahl der Sitzplätze wurde sogar von 750 auf 400 reduziert, um Platz für einen Orchestergraben zu schaffen. Nun können, ganz wie in alten Zeiten, auch Stummfilme mit Live-Orchestrierung gezeigt werden.

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Foto: Sylvia Ballhause
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Großes Haus des Casino Filmtheaters: Innenraum des Casino Filmtheaters in Aschaffenburg

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Saal Lindenkino: Der original erhalten gebliebene Saal des mitlerweile 50 Jahre alten Lindenkinos in Bad Aibling. Der Saal wird mitlerweile als Saal 4 eines neu erbauten Kinokomplexes genutzt, in dem sich auch drei weitere Säle befinden.

Foto: Christian Anner/Robert Siersch
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Capitol Kino: Der große Saal des mitlerweile geschlossenen Rosenheimer Traditionskinos "Capitol". Geplant 1950 als "Park Theater", wurde das Kino 1954 als "Capitol" eröffnet. Ursprünglich hatte der Saal mit Parkett und Balkon 745 Sitzplätze. Als größtes Haus am Platz hatte das Kino eine, für damalige Verhältnisse teure, 4-Kanal-Magnettonanlage und war für die Vorführung von Cinemascope Filmen eingerichtet.

Leider schloss das Kino 2001 und steht seitdem Leer. Dieses Jahr beschloss ein nicht näher zu beschreibender Geschäftsmann, das Kino als "Matratzenverkaufsparadies" umzunutzen. In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurden dabei (halblegal) die Sitze des Saales entfernt.

Foto: Christian Anner
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Capitol Loge: Hier die Loge und die Wand zum Vorführraum des Großen Saales im Capitol-Kino. Als der Saal geteilt wurde (der Balkon wurde in einen eigenen, kleinen Saal umgebaut), wanderte der Vorführraum in die ehemalige Loge.

Foto: Christian Anner
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Goldkuppel: Die Goldkuppel des Capitol-Kinos in Rosenheim. Es ist die einzige, sich noch in einem Kinogebäude befindliche Goldkuppel des Architekten.

Foto: Christian Anner
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Ehemaliger Balkon: Hier der ehemalige Balkon des Capitol-Kinos. In den späten siebziger Jahren wurde dieser zu einem eigenen Saal umgebaut. Das Interieur blieb allerdings Original.

Foto: Christian Anner
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Die Neue Schauburg in Northeim: Seit dem 27. Januar 1923 finden in der Schauburg Filmvorführungen statt. Ursprünglich noch im Saal der Gaststätte "Zur Altdeutschen" wurden feierlich die NORTHEIMER LICHTSPIELE mit 165 Plätzen eröffnet. 1936 wurde das Kino räumlich deutlich vergrößert und am 21. Oktober 1936 unter dem Namen SCHAUBURG - FILM & BüHNE mit 500 Plätzen wiedereröffnet. 1952 wurde das Kino renoviert und auf den modernsten Stand der damaligen Technik gebracht. Erst 1997 wurde das Kino erneut renoviert und ist nun ein modernes Kino mit nostalgischem Antlitz.

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Roxy Lichtspiele Helmstedt: Das letzte noch in Betrieb befindliche Kino aus dem Wim Wenders Film "Im Lauf der Zeit" von 1976. Das Kino ist im Stil der fünfziger Jahre erhalten geblieben.

Foto: Harald Pape
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?