Historische Kriminalfälle - DER SPIEGEL
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Historische Kriminalfälle Mörder im Radio

"Ich war's": Die Stimme des Täters lässt den Hörer noch heute schaudern. 1958 erlebte die junge Bundesrepublik ihren ersten tödlichen Kidnapping-Fall. Der Mitschnitt des Geständnisses ist nun erstmals zu hören - doch das Verbrechen gibt bis heute Rätsel auf.
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Der Täter: Die Polizeifotos zeigen Emil Tillmann, den Entführer und Mörder des kleinen Joachim Goehner. Der 40-jährige Gärtner lebte nur 300 Meter vom Elternhaus seines Opfers entfernt, im noblen Stuttgarter Stadtteil Degerloch. Bei seiner Vernehmung gab er an, Geld für eine Heirat benötigt und den Vater des Jungen aus diesem Grund erpresst zu haben. Nachdem die Polizisten ihn am 5. Mai 1958 verhaftet hatten, erhängte sich der Täter am 23. Mai in seiner Zelle.

Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg
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Das Opfer: Der siebenjährige Joachim Goehner galt als aufgeweckter, kluger Junge. Am Tag nach seiner Entführung wäre der Sohn eines wohlhabenden Textilvertreters eingeschult worden. Stattdessen tappte er in die Falle seines Entführers und Mörders Emil Tillmann. Ein Arbeiter fand am 22. April 1958 im Stuttgarter Haldenwald zwischen Sonnenberg und Kaltental die gefesselte Kinderleiche. Die Fotomontage zeigt den Jungen in der Kleidung, in der er von zuhause fortgegangen war und in der er aufgefunden wurde.

Foto: DPA
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Das Geständnis: Schriftprotokoll des mitgeschnittenen Geständnisses von Emil Tillmann vom 12. Mai 1958. Erstmals sind die im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren entstandenen Akten, zu denen eine Tonbandaufnahme mit dem Geständnis ebenso wie der Radioaufruf der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Entführungsfall Goehner gehören, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Das Verbrechen ging als erster Kidnapping-Fall der Bundesrepublik in die Geschichte ein.

Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg
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Entführungsvehikel: Dieses Fahrrad stahl der Entführer und Mörder des kleinen Joachim vor der Tat im Frühling 1958. Unter dem Vorwand, dem Jungen ein echtes Reh zu zeigen, lockte Emil Tillmann den Siebenjährigen in den Stuttgarter Haldenwald, erfragte dort die Adresse des Jungen und erwürgte ihn anschließend.

Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg
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Lindbergh-Baby Entführung: Die Entführung und Ermorderung von Charles A. Lindbergh Jr., dem Sohn des Piloten Charles Lindbergh, im Jahr 1932 steht am Anfang einer Reihe von Kinder-Kidnapping-Fällen. Die Entführer verlangten damals 50.000 Dollar Lösegeld. Zehn Wochen später fand die Polizei nach der bis dahin größten Fahndungsaktion in den Vereinigten Staaten den Leichnam des Kleinkindes. Der Täter, Bruno Richard Hauptmann, wurde gefasst und starb am 3. April 1936 auf dem elektrischen Stuhl. Der Zeitungsausschnitt von März 1932 zeigt ein Bild des kleinen Charles Augustus.

Foto: AP
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Der Fall Jakob von Metzler: Seit dem Kidnapping-Fall Goehner wurden in Deutschland immer wieder Kinder wohlhabender Eltern entführt - etwa der Industriellensohn Richard Oetker (1976), die Kinder des Dorgeriekettenbesitzers Schlecker (1987) und der Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler (2002). Der Elfjährige wurde am 27. September 2002 in Frankfurt-Sachsenhausen von dem Jura-Studenten Magnus Gäfgen entführt und kurz danach ermordet. Der Fall sorgte auch deshalb für besonders große Aufregung, weil der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Wolfgang Daschner dem Täter mit starken Schmerzen gedroht und so eine Aussage zum Versteck des Jungen erreicht hatte. Das Foto zeigt ein Bild des Mordopfers inmitten von Blumengestecken und Kerzen vor dem Elternhaus in Frankfurt.

Foto: dpa
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