Historische Kriminalfälle Mörderin mit Madonnengesicht
Die "Madonna": Die Medien hatten für die Mordverdächtige Ruth Blaue schnell einen Spitznamen parat - sie tauften Ruth Blaue "Mörderin mit Madonnengesicht". In der prüden Nachkriegsöffentlichkeit polarisierte die selbstbewusste Frau, weil eine brutale Mörderin nicht in das Bild der Zeit passte.
Der Liebhaber: War Horst Buchholz der alleinige Täter, ein Komplize oder komplett unschuldig? Dies konnte nie geklärt werden, auch weil sich Buchholz noch in der Haft das leben nahm. Wohl aus Liebe hatten beide Angeklagten versucht, den jeweils anderen mit einem Geständnis zu entlasten - und damit für noch mehr Medienwirbel gesorgt.
Das Mordopfer: Der lange Krieg und die Gefangenschaft wurde zum Beziehungskiller - als John Blaue nach Elmshorn zurückkehrte, liebte seine Frau einen anderen. Doch der betrogene Ehemann gab nicht auf und zog in das Liebesnest des Paares ein - was ihm später zum Verhängnis wurde.
Die Unbeugsame: Lebenslänglich Zuchthaus lautete das Urteil für Ruth Blaue. Wegen einer Erkrankung wurde sie nach 14 Jahren entlassen. Ihre Schuld bestritt sie bis zu ihrem Tod 1972.