Historische Reisewerbung - DER SPIEGEL
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Historische Reisewerbung Urlaub im Flugzeug

Havanna? Tel Aviv? Washington? Egal! Für die Tourismuswerbung wurde das Reiseziel in den sechziger Jahren zur Nebensache. Die Anzeigen glänzten stattdessen mit gigantischen Flugmaschinen, Hotels wie aus Science-Fiction-Filmen - und attraktiven Stewardessen.
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PanAm-Werbung 1961: Taschen der Pan American World Airways werden in den sechziger Jahren zum Statussymbol. Die US-amerikanische Fluggesellschaft, 1927 gegründet, war eine der ersten weltweit, die interkontinentale Flüge anbot.

Foto: Taschen Verlag
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TWA-Terminal: Die Werbung der United Airlines, etwa von 1966, zeigt den flügelartigen Terminal der "Trans World Airlines" (TWA) im Idlewild-Flughafen in New York City, der heute John F. Kennedy International Airport heißt. Nirgendwo sonst hätten Flugreisen "einen derartigen Reiz und Glamour" besessen wie in diesem Gebäude, heißt es in dem Band "20th Century Travel", in dem Jim Heimann und Allison Silver die wichtigsten amerikanischen Reisekampagnen des 20. Jahrhunderts zusammengetragen haben.

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Armadas von Stewardessen: Stewardessen suggerierten in der Reisereklame der sechziger Jahre absolute Perfektion. Diese Anzeige der American Airlines von 1960 zeigt das weibliche Flugpersonal nach dem Abschluss am unternehmenseigenen College. Jede AA-Stewardess durchlaufe einen 77 Fächer umfassenden Intensivkursus - und jede Dame habe mit Bravour bestanden, protzt die Fluggesellschaft in ihrer Werbung.

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Auf Höhenflug: In dieser Reklame von 1967 wirbt die Air New Zealand mit "exquisiter" Inneneinrichtung, polynesischen Gerichten und Drinks, die eigens der Barkeeper "Don the Beachcomber" zubereitet - all das zeichne den "Flight Fantastic" aus, wie die Fluglinie ihren Service nennt. Zunächst 1940 als nationale Airline gegründet, gehört die neuseeländische Fluggesellschaft mittlerweile zu einer der größten im Pazifikraum.

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Super-Stewardess: Vier Tassen auf einmal tragen? Für Stewardessen der United Airlines kein Problem, wie es in dieser Werbung von 1967 heißt. Außerdem werde das Personal in einem mehrwöchigen Kursus in allem geschult, was Stewardessen wissen und beherrschen müssen - unter anderem wie sie richtig ihr Make-up auftragen und wie sie ein Baby-Fläschchen aufwärmen.

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Schwerelos im Toten Meer: Bedeutend für Israel ist der Badetourismus am Toten Meer, am tiefsten gelegenen See der Erde. Aufgrund des hohen Salzgehalts und der damit verbundenen hohen Massendichte trägt das Wasser den menschlichen Körper außergewöhnlich gut - Teetrinken beim Baden ist damit kein Problem, wie auf dieser Werbeanzeige von 1963 der israelischen Tourismusbehörde dargestellt wird.

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Auf Dienstreise: In den sechziger Jahren nahmen immer mehr Geschäftsmänner ihre Ehefrauen auf Dienstreisen mit - um für eine kurze Auszeit ein paar Tage anzuhängen. Der US-amerikanische Business-Class-Jet-Hersteller Convair der General-Dynamics-Gruppe warb 1960 für diese Form des Kurzurlaubs zu zweit.

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Elan des Fliegens: Die Werbung von 1962 zeigt eines der letzten Werke des finnisch-amerikanischen Architekten Eero Saarinen, den Terminal von Trans World Airlines auf dem Idlewild Airport. Der Designer, der für seinen einbeinigen "Tulpenstuhl" berühmt ist, konzipierte ein dynamisch geschwungenes Dach - "beseelt mit all dem Schwung und Elan des Fliegens, das so aussieht, als würde es gleich abheben", schreiben Jim Heimann und Allison Silver in ihrem Reisereklame-Sammelband "20th Century Travel".

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Jet-Zeitalter: Die Lockheed JetStar war einer der ersten Businessjets und einer der wenigen mit vier Triebwerken - die erste Serienmaschine flog im Sommer 1960. Das Jet-Flugzeug erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 880 km/h. Sechs bis zehn Passagiere finden in dem Tiefdecker Platz.

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Wie bei Mutter'n: Ein gekühltes Getränk, ein gutes Essen, ein weiches Kissen - American-Airlines-Stewardessen kümmern sich um ihre Gäste so fürsorglich wie eine Mutter um ihrer Kinder, verspricht zumindest diese Werbung der Fluggesellschaft (1968).

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Schaulaufen im Gang: Flugreisen waren schon immer sexy, die Kostüme der Stewardessen sollten das nach außen tragen. Die Röcke wurden kürzer, die Schnitte figurbetonter und die Muster poppiger - ganz im Zeitgeist der Sechziger. Das Bild zeigt eine Reklame von 1966 der Delta Airlines, die gemessen an der Anzahl ihrer Flugzeuge heute zu den größten Fluggesellschaften weltweit gehört.

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Sex sells: Werbung mit viel nackter Haut - in den sechzige Jahren hatte sie ihren Ursprung. Bei dieser Reklame für die Bahamas-Inseln räkelt sich ein Model im flachen Wasser.

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Für die Go-Generation: Wichtig war in den sechziger Jahre, womit man reiste - das galt nicht nur für das Transportmittel, sondern auch fürs Gepäck. Samsonite-Werbung von 1964.

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Vamos a México: 1965 warb Mexiko für sich als Kulturreiseziel. Drei Jahre später wurden in dem Land die Olympischen Spiele ausgetragen - was den Tourismus von ganz allein ankurbelte.

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Südafrika als Reiseziel: Bereits 1966 versuchte die South African Tourist Corporation, US-amerikanische Urlauber nach Südafrika zu locken. Doch erst Ende des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?