Meister gegen Pokalsieger Historische Supercup-Duelle
Bayern München - Hamburger SV 2:1 (28. Juli 1987)
Erstmals ausgetragen wurde der Supercup 1987. Damals noch unter der Regie des DFB, sorgte gleich das erste Aufeinandertreffen des Deutschen Meisters mit dem DFB-Pokalsieger für einen Eklat: Nachdem Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann (Nummer 9) mit seinem zweiten Treffer die Halbzeitführung des HSV gedreht hatte, streckte ihn Hamburgs Keeper Uli Stein (l.) mit einem sehenswerten Faustschlag nieder. Stein wurde für zehn Wochen gesperrt und wechselte nach seiner Suspendierung beim HSV zur Frankfurter Eintracht.
Bayern München - Borussia Dortmund 3:4 n.V. (15. Juli 1989)
Das torreichste Supercup-Finale spielte sich 1989 in Kaiserslautern ab: Der mit seinem neuen Sturmduo Mic und Mac angetretene FC Bayern musste sich dem Pokalsieger aus Dortmund (auf dem Foto BVB-Abwehrspieler Thomas Helmer) geschlagen geben, obwohl sowohl Alan McInally und Radmilo Mihajlovic für die Münchner trafen. Andy Möller erzielte in der 88. Minute den Siegtreffer für den BVB, bei dem auch einer der Protagonisten des ersten Supercups unter den Torschützen zu finden war der von den Bayern nach Dortmund gewechselte Jürgen Wegmann.
1. FC Kaiserslautern - Werder Bremen 3:1 (6. August 1991)
Zu einer Ausnahme kam es beim Supercup des Jahres 1991: Wegen der Wiedervereinigung traten die Meister und Pokalsieger aus Ost und West zunächst in zwei Halbfinalspielen gegeneinander an. Kaiserslautern besiegte Hansa Rostock 2:1, Werder Bremen setzte sich 1:0 gegen den Eisenhüttenstädter FC Stahl durch. Im Endspiel gewann der FCK vor nur 8000 Zuschauern (Minusrekord) im Hannoveraner Niedersachsenstadion 3:1 gegen die Werderaner. Die ersten beiden Treffer erzielte der aus der Verbandsliga zum Deutschen Meister gewechselte Jürgen Degen, die Trophäe reckte Nachwuchsstar Marco Haber in die Höhe.
Werder Bremen - Bayer Leverkusen 9:8 n.E. (1. August 1993)
Zu einem denkwürdigen Duell kam es 1993 im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion. Zunächst rettete sich Werder durch einen Last-Minute-Treffer von Bernd Hobsch in die Verlängerung, in der beide Teams erneut je einen Treffer erzielen konnten. Dann durften die Elfmeterschützen ihr Können zeigen; was sie auch in aller Pracht taten. Die ersten 13 (!) Elfmeter fanden alle ihr Ziel, bevor Werder-Torhüter Oliver Reck den 14. Strafstoß von Markus Happe abwehren konnte. Es war die fünfte von sechs Supercup-Partien für Bremens Trainer Otto Rehhagel. Keiner stand häufiger bei diesem Wettbewerb an der Seitenlinie.
Borussia Dortmund - 1. FC Kaiserslautern 5:4 n.E. (3. August 1996)
Ein Elfmeterschießen entgegengesetzter Güte erlebten die 22.000 Zuschauer im Mannheimer Carl-Benz-Stadion drei Jahre später. Nachdem es nach Verlängerung 1:1 zwischen den beiden Teams gestanden hatte, nahm das Unheil seinen Lauf. Erst hielt FCK-Torwart Andreas Reinke die Strafstöße von Stefan Reuter und Andreas Möller, dann verschossen mit Ratinho, Roger Lutz und Axel Roos gleich drei Lauterer in Folge. Ein kurioser, aber erfolgreicher Auftakt in eine Saison, die für den BVB mit dem Gewinn der Champions League enden sollte. Es war zugleich das Abschiedsspiel des DFB-Supercups, mit dem sich hier Jörg Heinrich (l.) und Stefan Reuter zeigen.
Bayern München - Schalke 04 2:0 (7. August 2010)
Nachdem es 2008 und 2009 bereits zwei privat vereinbarte Duelle zwischen Deutschem Meister und DFB-Pokalsieger gab, kehrte der Supercup 2010 als offizieller Wettbewerb zurück. Dieses Mal unter dem Dach der DFL. Und einem ersten Torschützen, der den Wettbewerb prägen sollte: Thomas Müller (Mitte) erzielte das 1:0 und sollte bei sieben der acht Supercups zwischen 2010 und 2017 auf dem Feld stehen.
Borussia Dortmund - Schalke 04 3:4 n.E. (23. Juli 2011)
Zum bislang letzten Mal fand 2011 ein Finale ohne den FC Bayern statt. Kevin Großkreutz und Ivan Perisic vergaben ihre Elfmeter für den BVB, und Ralf Rangnick konnte zwei Monate nach dem DFB-Pokalsieg seinen zweiten (und letzten) Titel für den FC Schalke 04 gewinnen. Für die Stimmung auf dem Rasen sorgte nach der Partie wenig überraschend Lewis Holtby (Foto). Nicht zum Elfmeterschießen trat übrigens ein Spieler an, der in allen Supercups zwischen 2011 und 2017 in der Startelf stehen sollte: Robert Lewandowski.
Borussia-Dortmund - Bayern München 1:2 (12. August 2012)
Der Beginn der BVB-Bayern-Festspiele: Weil die Dortmunder das Double holten, durfte der FC Bayern als unterlegener Pokalfinalist diesen Supercup bestreiten. Es war das erste von fünf (!) Duellen zwischen diesen beiden Teams in sechs Jahren. 2012, 2016 und 2017 gewannen die Münchner, 2013 und 2014 der BVB.
Bayern München - VfL Wolfsburg 5:6 n.E. (1. August 2015)
Die Ausnahme von der Regel: 2015 konnte sich der VfL Wolfsburg als DFB-Pokalsieger für den Supercup qualifizieren. Entscheidender Mann beim Sieg der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking war Nicklas Bendtner. Erst glich der Stürmer eine Minute vor Schluss der regulären Spielzeit die Führung der Münchner durch Arjen Robben aus, dann verwandelte er den letzten der zehn Strafstöße im Elfmeterschießen. Den einzigen Fehlschuss leistete sich Münchens Xabi Alonso.
Bayern München - Borussia Dortmund 7:6 n.E. (5. August 2017)
Die bislang letzte Auflage des Supercups gewann der Deutsche Meister Bayern München im Elfmeterschießen. Nachdem in wilden 90 Minuten die Münchner zweimal eine Führung des BVB egalisieren konnten, vergaben im Elfmeterschießen Joshua Kimmich für den FCB sowie Sebastian Rode und Marc Bartra für die Dortmunder. Es war gleichzeitig der sechste Supercup-Gewinn für die Münchner. 2018 greift nun die Frankfurter Eintracht als DFB-Pokalsieger zum zweiten Mal nach dem Titel. 1988 unterlag die Eintracht dem damaligen Meister Werder Bremen 0:2.