Historische Zoo-Stars Gorillas kennen kein Hartz IV
Berliner Prominenz: Mitten im Bombenhagel 1943 wurde im Berliner Zoo der Flusspferdbulle "Knautschke" geboren und überlebte als eines von nur 91 Zootieren den Zweiten Weltkrieg. Hier präsentiert er sich im Mai 1957 zusammen mit seiner Frau "Boulette" auf dem Landteil der Außenanlage des 1956 neu eröffneten Flusspferdhauses.
Beeindruckende Statur: Bereits 1928 wurde der junge Gorilla "Bobby" für den Berliner Zoo erworben. Das schmächtige Kerlchen wog gerade einmal 16 Kilogramm. Da die Gorillafütterung sich zu dieser Zeit noch weitgehend am menschlichen Speiseplan orientierte und "Bobby" mit einem gesunden Appetit gesegnet war, nahm er schnell zu und wog drei Jahre nach seiner Ankunft bereits 65 Kilogramm. Das Bild zeigt ihn in den Dreißigern, als ausgewachsenen Gorilla mit mehr als fünf Zentnern Gewicht.
"Roland II": Der Berliner Zoo hatte im Lauf der Jahre verschiedene Robben und See-Elefanten. Der Clou - sie hießen alle "Roland". Hier zu sehen ist die Rüsselrobbe "Roland II".
Schneemassage: Der südliche See-Elefant "Roland V" mit seinem Reviertierpfleger Gerhard Schönke im Berliner Zoo.
Zum Geburtstag einen Korb: Ein besonderer Liebling der kleinen und großen Berliner war die Giraffe Rike. Sie kehrte als einziges der während der Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs evakuierten Großtiere später wieder in den schwer beschädigten Zoo zurück. Hier bekommt sie zu ihrem Geburtstag 1954 von ihrem Pfleger einen Präsentkorb mit Laub und Früchten serviert.
Giraffenfütterung: Die ersten Zoogiraffen, die nach Deutschland gelangten, waren noch in der Wildnis geboren, dort eingefangen und nach Europa transportiert worden. Die Giraffe Rike hingegen kam im Oktober 1938 im Berliner Zoo zur Welt. Sie blieb dort, bis sie im Februar 1957 an einer Lungenkrankheit starb.
Attraktion mit Rüssel: Eine besondere Berliner Attraktion war die Elefantendame "Shanti". Sie wurde 1947 von Jawarharlal Nehru, dem ersten indischen Premierminister, nach der Unabhängigkeit dem Zoo geschenkt. Legendär waren ihre Ausflüge durch die Stadt, bei denen sie schon mal zur Freude aller Fahrgäste ihren Rüssel in einen offenen Straßenbahnwaggon streckte.
Elefant im Nachkriegsdeutschland: Berliner Kinder wagen vor der Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche einen Ausritt auf Shanti.
Evi auf dem Weg nach oben: 1956, ein Jahr nach seiner Gründung, erhielt der Zoo Berlin sein erstes Pärchen Malayenbären. Zur Überraschung der Tierparkmannschaft bekam es im April 1961 sein erstes Junges. Die kleine Evi entwickelte sich prächtig,und im Alter von drei Monaten war auch eine Kletterpartie auf einen Stuhl schon kein Problem mehr.
Adoptivbär: Dem Malayenbärenmädchen Evi schmeckte im Alter von dreieinhalb Monaten auch schon mal ein Kanten Brot. Bereits im zarten Alter von nur wenigen Wochen hatte Evis Mutter die Kleine verstoßen so dass sie vom Zoodirektor Professor Heinrich Dathe und seiner Frau Elisabeth aufgenommen und großgezogen wurde. Prof. Dathe veröffentlichte darüber ein Buch mit dem Titel "Bäreneltern wider Willen".
Ungleiche Kameradinnen: Die Schimpansendame Susi beim Spielen im Berliner Zoo.
Mao auf der Waage: Der heute älteste Bewohner des Berliner Tierparks ist das inzwischen über 50-jährige China-Alligator-Männchen "Mao". Er war 1957 aus dem Zoo in Peking unter der großen Begeisterung der Tiergärtner eingetroffen. In der Mitte
(mit Hut) Prof. Dr. Heinrich Dathe, gerahmt von seinen Assistenten Dr. Wolfgang Grummt (links) und Dr. Hans-Günter Petzold (rechts). Ganz links: Werner Krause, der Leiter der Schlangenfarm.
Chi-Chi Superstar: Zwischen 1957 und 1959 gelangten drei Bambusbären aus China nach Europa, ihre Ziele waren Zoos in Moskau und den USA. Da in den USA zu der Zeit jedoch ein Handelsembargo für Waren aus China existierte, konnte die Reise von Chi-Chi nichrt weitergehen. Die junge Bärin landete so in Berlin und erfüllte damit einen Traum des Zoodirektors. Presse und Besucher stürmten den Tierpark in Scharen - innerhalb von drei Wochen wollten 400.000 Menschen die Pandadame sehen.
Das Bad ist besetzt: Der Schuhschnabel ist nicht nur einer der wertvollsten Vögel im Berliner Zoo, er ist zudem sehr empfindlich. So musste etwa in dem Gehege der Storchenvögel immer eine Wanne mit angewärmtem Wasser zur Verfügung stehen, um das Austrocknen der Fuß- und Beinhäute zu verhindern. Während des Zweiten Weltkriegs war zeitweise eines der Tiere im Badezimmer seiner Pflegerin untergebracht.
Drei Bären machen Männchen: Bereits vor Knut gab es Eisbären im Berliner Zoo. Im Sommer 1970 bekamen sie ein neues Gehege - das ihnen offensichtlich gut gefiel.
Der letzte Schuhschnabel: Seinen letzten Abu Markub hatte der Berliner Tierpark 1985 vom Zoo Dubai bekommen. Nach über 20 Jahren in Berlin starb das Tier im Januar 2005. Damit endete die Haltung der anspruchsvollen Tiere in Berlin vorerst.
Kletterbär: Das Pandamännchen Bao-Bao, was soviel wie Schätzchen heißt, kam am 5. November 1980 nach Berlin. Auch wenn das Temperament des inzwischen 30-jährigen Bären etwas abgenommen hat, legt er nach wie vor einen gesunden Appetit an den Tag - und ist noch immer sehr beliebt bei den Berliner Zoobesuchern.
Kinderstar Knut: Der beliebte Eisbär Knut mit knapp zwei Monaten. Das Schicksal des kleinen Bären, dessen Zwillingsbruder nur vier Tage nach der Geburt gestorben und der von seiner Mutter verstoßen und von einem Pfleger aufgezogen wurde, bewegte seit seiner Geburt im Dezember 2006 die Welt. Alle wollten "Knuddel-Knut" sehen - und er stieg sogar zum Weltklima-Botschafter auf. Inzwischen ist er nicht mehr ganz so süß und knuddelig, sondern ein stattlicher Bär, der satte vier Zentner Gewicht auf die Waage bringt.