Historisches Koppelmanöver Sojus trifft Apollo
Historischer Moment vor 40 Jahren: Thomas Stafford, Kommandant des Apollo-Raumschiffs (vorn), und Alexej Leonow reichen sich die Hand.
Sojus-Raumschiff im Sternenstädtchen bei Moskau (Archivbild): Das Hauptproblem war, ein gemeinsames Kopplungsmodul für Sojus und das Apollo-Raumschiff zu entwickeln. Zudem mussten die unterschiedlichen Lebensbedingungen in den gekoppelten Kapseln angepasst werden.
Rakete mit Sojus-Raumschiff in Baikonur (Archivbild): Der damalige sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin und US-Präsident Gerald Ford hatten das Projekt im Mai 1972 in Moskau vertraglich fixiert.
Start in Cape Canaveral: Am 15. Juli 1975 hob das Apollo-Raumschiff der Amerikaner auf dem Kennedy Space Center Launch Complex 39 ab. Am selben Tag war in Baikonur das Raumschiff "Sojus 19" mit zwei Kosmonauten an Bord gestartet.
US-Teilnehmer des Sojus-Apollo-Test-Projekts: Im Apollo-Raumschiff saßen Donald Slayton (li.), Vance Brand und Kommandant Thomas Stafford (re.).
Sowjetische Seite: Mit "Sojus 19" flogen Alexej Leonow (li.) und Valerij Kubasow zum historischen Andockmanöver ins All.
Schmeckt das? Die Astronauten Stafford (li.) und Slayton posieren mit sowjetischer Weltraumnahrung vor der Kamera. Die Wodka-Aufschriften waren ein Scherz. Leonow hatte Tuben mit der russischen Traditionssuppe Borschtsch umetikettiert und die Amerikaner dazu gebracht, mit ihm mit den vermeintlichen Alkoholika auf die erfolgreiche Kopplung anzustoßen, bis diese dann merkten, was es wirklich war.
Beim Rendezvous wurde auch ein offizielles Zertifikat von den Astronauten und Kosmonauten unterzeichnet. Die Grundidee des Kopplungsmanövers mitten im Kalten Krieg bestand darin, dass sich Sowjets und Amerikaner nach dem Vorbild der Seenotrettung im Bedarfsfall auch bei Havarien im Weltraum gegenseitig zu Hilfe zu kommen können.
Dieses Foto zeigt den Blick aus einem Fenster des Apollo-Raumschiffs auf "Sojus 19". Während des 47-stündigen Verbundfluges im Juli 1975 besuchten die Raumfahrer einander mehrfach und führten fünf gemeinsame Experimente durch.
Erinnerungsplakette an das Sojus-Apollo-Test-Projekt: Tausende Wissenschaftler und Techniker beider Länder mussten ein gemeinsames Annäherungs- und Kopplungssystem für die Raumschiffe entwickeln.
Gemeinsames Raumfahrertraining: Thomas Stafford (li.) und der Kosmonaut Andrian Nikolajew bedienen einen Sojus-Flugsimulator in Moskau. Vor mehr als 40 Jahren wurde eine Weltraum-Kooperation geboren, die auch heute noch in Form der Raumstation ISS Bestand hat.
Raumfahrer Slayton, Leonow und Stafford im sowjetischen Raumschiff: Die Russen flogen mit normaler Atemluft, die Amerikaner dagegen mit reinem Sauerstoff. Das erforderte einen Druckausgleich, der schließlich in einem Schleusenmodul erfolgte, das die Amerikaner mit in die Umlaufbahn brachten.
Blick ins Innere eines Trainingsmoduls einer Raumstation im Sternenstädtchen bei Moskau: Der Start wurde erstmals in der Sowjetunion live übertragen.
Nachgestellt: Astronaut Robert Gibson (Space Shuttle "Atlantis") und Kosmonaut Wladimir Deschurow (Mir-18) wiederholen zum 20. Jubiläum 1995 den historischen Handschlag im All.