Historisches Radiodesign - DER SPIEGEL
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Historisches Radiodesign Lauscher am Kühlergrill

Klingende Torten, dudelnde Grabsteine: Als der Rundfunk losfunkte, musste das passende Gehäuse erst noch ersonnen werden. Bald wetteiferten Designer um das perfekte Radio - und schufen allerlei Skurrilitäten. Zur Berliner Funkausstellung zeigt SPIEGEL ONLINE die schrillsten Radiogehäuse vor Ausbreitung des HiFi-Turms.
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Sonora Excellence 301: Der Cadillac unter den Radios... produziert als Lizenzprodukt in Frankreich in den späten 40s. Länge 47 cm (etwas mehr als ein aufgeklappter A4-Block), Tiefe 22 cm, Höhe 28 cm.

Die Design-Ikone ist Teil der ständigen Sammlung des Wolfsonian Museum in Miami. Mit seinem geschwungenen Kühlergrill und den Chromblenden ist es ein Paradebeispiel für den Stromlinienstil des soenannten Maschinenzeitalters. Als High-End-Empfänger ist er mehrbandig mit verspiegeltem Wähler. Es wurde für den Export hergestellt und besitzt einen Transformator für verschiedene Spannungen inkl. 110 Volt (USA) und 220 Volt (Europa). Es verfügt über einen internen Lautsprecher und einen Anschluss an der Rückseite für einen externen. Vorhanden sind ebenfalls Anschlüsse für Plattenspieler, Antenne und Erdung.

Foto: radiomuseum.org
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Colonial "New World" Radio: Das Dual-Band-Radio aus schweren Bakelit wurde als Tischmodell von Design-Papst Raymond Loewy entworfen. Die Metallteile sind mit 20-karätigem Gold belegt. Im Fuß sitzen der Lautsprecher und ein Transformator, oben im Globus die restlichen Komponenten, u.a. fünf Röhren. Der Ton war für die Zeit exzellent. Das "New World" entstand 1933, im selben Jahr wie der deutsche Volksempfänger.

Foto: Sonny Clutter
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Crosley E15 WE "Automotive Design": Radios im Auto-Look orientierten sich entweder an der Karosserie oder aber am Armaturenbrett. In dieser Form tauchten sie alsbald auch als eingebautes Autoradio auf.

Foto: Steven Sostrum
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Straßenkreuzer: Die Rückansicht eines Chrysler DeSoto Fireflite bei der Pariser Motor Show 1956. Vorn im Bild ein Scheinwerfer im Stil der Zeit. Auto-Elemente - ob Karosserie oder Cockpit (Scheinwerfer, Geschwindigkeitsanzeige oder Drehzahlmesser) werden mit der Verbreitung von formbaren Plastikmaterialien immer öfter zum Formgeber für das Radio-Design.

Foto: Getty Images
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Sparton Model 154B "Bluebird" Mirror Radio: Elegantes Spiegelradio im Art-Deco-Stil: Der Lautsprecher sitzt hinter der runden Öffnung in der Mitte. Sparton hatte noch weitere Geräteformen aus Spiegelglas im Angebot (z. B. einen Schlitten). Entworfen hat sie Walter Dorwin Teague.

Der Designer gehört wie Raymond Loewy zu den Vorreitern des Industriedesigns. Er entwarf auch Möbel und Inneneinrichtigungen. Sammler zahlen für dieses zerbechliche Schmuckstück heute bis zu 4000 Dollar.

Foto: Sonny Clutter
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Coronado C640 "White Rabbit": Mit den neuen Plastikmaterialien konnte das Gehäuse in jede Form gebracht werden. Dieses vom Besitzer liebevoll restaurierte Modell gab aus auch in Türkisgrün. Es wurde lizensiert und von andern Herstellern wie Belmont nachgebaut. Unter der Halbmondskala sitzen sechs Druckknöpfe. Interessant ist, dass sich die Radiohersteller bald spezialisierten - manche Firmen verlegten sich stärker auf die Kombination Uhr mit Radio und nutzten die zunehmende Miniaturisierung. Mit dem Bau von Radios begann in dieser Zeit übrigens auch eine Marke namens Motorola.

Foto: Steve Sostrum
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Emerson Stradivari Ingram Cabinet Model 2562: Hier hört der Klassik-Liebhaber, sollte dieser Empfänger in Geigenkorpus-Optik signalisieren. In Deutschland wurden Radios in Werbeanzeigen zwar gern mit einem Musikinstrument vergleichen, aber eines nachzubilden, erschien den Herstellern dann doch zu verwegen.

Foto: Brent Burnett
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Nora G 2: Dieser Geradeausempfänger mit Bakelitgehäuse und drei Drehknöpfen von 1930/31 lief bei manchen Radio-Fans unter der Bezeichnung "Brikett", andere fanden, dass die Kastenform mit den abgeschrägten Ecken an eine Brotbüchse erinnere.

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Telefunken Nauen G 331 WLK: Der Telefunken Superhet-Empfänger von 1933 im Holzgehäuse, mit Lautsprecherzone über der Skala, wirkt trotz des Hochformats sehr kompakt. Er wurde nicht nur nach der Telefunken-Übersee-Versuchsstation Nauen benannt, sondern orientiert sich auch im Design nach der Architektur des Gebäudes. Unter Radiosammlern erlangte das Gerät jedoch als "pfeifende Johanna" eher traurige Berühmtheit.

Foto: Zenonas Langaitis
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Übersee-Sender Nauen: Von Nauen aus schickte 1913 Telefunken-Direktor Hans Bredow, später Staatssekretär des Reichspostministeriums, das erste Telegramm von Deutschland nach nach Amerika. Im Ersten Weltkrieg wurde von hier Kontakt mit deutschen Schiffen im Atlantik gehalten. 1920 weihte Reichspräsident Friedrich Ebert das neue Gebäude des Senders ein. Der repräsentable Klinkerbau des Werkbund-Architekten Hermann Muthesius wurde sogar sogar auf Ansichtskarten verewigt. Der Sender war von Anfang an ein Wallfahrtsort für Technikfans. Anfang 1932 ging die Großfunkstelle für knapp 23 Millionen Reichsmark von der Transradio AG in das Eigentum der Deutschen Reichspost über, die Nauen dann zum Weltfunkzentrum ausbaute.

Foto: Andrea Jonischkies
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Telefunken Nauen 330WL: Die Bakelitversion des Telefunken Nauen 330WL (Pfeifende Johanna) von 1933. Hier kommt die Nachbildung des Muthesiusbaus auf dem Sendegelände in Nauen gut zur Geltung. Der Spitznamen "Pfeifende Johanna" kommt vom gleichnamigen Hit der Comedian Harmonists - der Telefunken Nauen neigte im Betrieb zu Pfeifgeräuschen, da der Langwellensender Luxemburg ins Empfangsteil durchschlug.

Foto: Dirk Becker/www.oldradio.de
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Telefunken T 543 WL: Mit dieser ulkigen Form handelte sich der damalige Marktführer Telefunken gleich einen Spitznamen ein - wegen des großen U-Ausschnittes in der Mitte und der tiefer gesetzen Skala hieß der Empfänger "U-Bahnhof".

Foto: radiomuseum.org
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Majestic "Melody Cruiser": Radiogerät aus Holz in Form eines Dreimast-Segelschiffs. Das dekorative Schmuckstück gab es noch in einer anderen Version. Über den Klang sind keine Aussagen zu finden, aber da Lautsprecher- und Bedienzone in Holz eingebetet sind, wird er passabel gewesen zu sein. So ein Schlagerschiffchen diente sowieso mehr als Hingucker denn als Hinhörer.

Foto: radiomuseum.org
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Radiokonsole Grebe SK 4: Radiokonsole im Mittelalter-Look und floralem Schnitzwerk von 1929. Der mittlere Bereich konnte mit Schiebetüchen geschlossen werden. Konsolen waren in den USA recht beliebt, während sich die Radio als Möbel erst nach dem Krieg verbreitete - in Form der Musiktruhe mit Plattenspieler.

Foto: Sonny Clutter
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Air King 52 aus den dreißiger Jahren: Ein schöner Radio-"Grabstein" im Art-Deco-Stil mit abgestuften Seiten. Das Tischgerät ist mit Bakelitgehäuse ist mit einer ägyptischen Zeichnung verziert, ein großer Drehknopf sitzt unter der winzigen Skala. Das Design erinnert stark an Wolkenkratzer.

Foto: Steve Sostrum
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Chrysler Building: Blick auf die silbrig glänzende Spitze des 1930 eröffneten Chrysler-Buildings in Manhattan. Die Art-Deco-Spitze des Wolkenkratzers beeinflußte das Design des Maschinenzeitalters maßgeblich und schlug sich in abgewandelter Form auch im Styling der Radiogehäuse nieder.

Foto: Getty Images
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Addison 5 aus Kanada von 1939: Art-Deco-Empfänger mit orangegelber Plastikzunge, in der der kleine Lautsprecher sitzt.

Foto: www.antiqueradios.com
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Grigsby Grunow Majestic 381 "Treasure Chest": Geradeausempfänger mit Holzgehäuse. Die meisten Heim-Rundfunkempfänger hatten bis etwa Ende sechziger Jahre Holzgehäuse. Auch frühe Reiseempfänger, speziell in den zwanziger Jahren, wurden aus Holz gebaut, gelegentlich mit Stoffüberzug. Der Lautsprecher steckte im Deckel. Firmen stelltem auch Geräte als Reklameradios her, die soganannten Novelty- oder Gadget-Radios.

Foto: www.radiomuseum.org.
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Blaupunkt 4W9: Das hochformatige, schwarze Gehäuse ist stilistisch weder Fisch noch FleischEinerseits ist die nahezu würfelige Form ist rechtsseitig mit einer hochgestellten Skala betont, anderseits ziehen sich helle Holzleisten quer über die Front und über die Lautsprecherzone. Die breiten großen Drehknöpfe tragen noch zum klobigen Eindruck bei.

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Play-Pal Radio mit integrierter Bar: Art-Deco-Tischgerät aus Holz mit dekorativen schwarzen dreieckigen Einlagen von 1936. Die quadratische Lautsprecherzone ist von einem Chromrahmen umgeben und mit einem asymmetrischen Dekor geschmückt. In den Flügeltüren rechts und links befindet jeweils Stauraum für sechs Gläser und drei Flaschen.

Foto: Barry Ethridge
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Majestic 59 "Studio": Ein Art-Deco-"Grabstein"-Holzgehäuse mit schwarzen Querstreifen von 1933; Dach und Sockel schwarz, Lautsprecherzone mit Chromleisten betont, zwei schwarze Suchknöpfe, über denen ein hellblaues und ein gelbes Feld zu sehen ist.

Foto: Sonny Clutter
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Emerson-Radio mit Disney-Figuren: "Schneewittchen und die sieben Zwerge" war eben erschienen und schon vermarktete der clevere Disney seine Trick-Stars am Radio.

Foto: www.antiqueradios,com
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Loewe "Sarkophag": Das erste Gehäuse, in dem 1930/31 die Radiotechnik verschwand, war ein schlichter Kasten - oben im Deckel ist noch die Antenne zu sehen.

Foto: www.drm-berlin.de
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Lorenz Dreikreiser: Noch ein Radio-Sarg aus den dreißiger Jahren.

Foto: www.radiomuseum.org
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Gotisches Spitzbogenfenster: Die typische Spitzbogenform gotischer Fenster inspirierte Ende der zwanziger Jahre auch das Radio-Design. Hier ist das mit floralen Verstrebungen reich dekorierte Mittelfenster über dem Haupteingang der Kathedrale im englischen York zu sehen.

Foto: Getty Images
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Majestic 310 A "Kathedrale": Amerikanischer Tischempfänger aus Holz im Mittelalter-Stil. Oben schließt das Gehäuse zwar nicht ganz im Spitzbogen ab, aber die dreigeteilte Dekoration der stoffbespannten Lautsprecherzone kommt beim Publikum gut an. Die Drehknöpfe bilden in ihrer Anordnung ein gleichschenkeliges Dreieck.

Superhet-Fünfkreiser.

Foto: Andrea Jonischkies
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Mende 210: Grabstein-Format Made in Germany - ein Mende-Tischgerät im Hochformat. Die Umrandung der Lautsprecherzone wird durch den dünnen schwarzen Rahmen noch besonders hervorgehoben. Das langgezogene "M" teilt das Fenster in zwei Zonen.

Foto: www.radiomuseum.org
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Loewe Opta 838W: Das Modell von 1937 beeindruckt mit asymmetrischem Design im Stromlinien-Stil, die Gehäuseform ist halb eckig, halb rund. Spielerisch und sehr dekorativ: die leicht versetzte Anordnung von Lautsprecherzone und Skala. Die dunkle Skala scheint sich optisch über den hellen Lautsprecher-Stoff zu schieben. Rechts ein Doppelpunkt aus zwei Drehknöpfen.

Foto: www.drm-berlin.de
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Zenith Glass Rod 5R 317, 1939: Empfänger in horizontaler Form, die Lautsprecherzone links ist gewölbt. Die Stoffbespannung wird von durchsichtigen Glassäulen gehalten. Die Zone rechts wirkt fast so, als würde sie nicht so recht dazu gehören. Die große Skala ist noch mit einem dunklem Feld betont, an dessen rechter Seite eine Reihe heller Drehknöpfchen sitzt. Das Gerät wurde zur Weltausstellung von 1939 gebaut.

Foto: Brent Burnett, AK
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Kathedrale von Gloucester: Blick von schräg unten auf den Turm der Kathedrale von Gloucester. Englische Gotik war um etliches verspielter als die französischen oder deutschen Bauwerke. auf jeder Turmecke wurde noch ein weiteres Minitürmchen aufgepropft. Der gotische Stil erlebte vor allem in Chicago in den zwanziger Jahren ein Revival, das sich auch in den Entwürfen für Radiogeräte niederschlug.

Foto: Getty Images
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Jackson Bell 84 "Peter Pan": Das Radio in der sogenannten Kathedralen-Form von der Firma Jackson-Bell Co. in Los Angeles stammt aus dem Jahre 1931. Gefertigt wurde das Gehäuse dieses Tischgerätes aus Walnussholz. Vor der Lautsprecherzone, die als Fenster angelegt ist, tanzt eine Figur mit einer Flöte vorbei, das beliebte Gerät wurde in verschiedenen Varianten über mehrere Jahre auch für den Export nach Europa hergestellt.

Foto: Sonny Clutter
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Siemens & Halske "Halbmond" 35 G von 1931/32: Das Radio wurde zum Möbel, aber nur ganz langsam, denn die riesige Skala erinnert doch mehr an ein Messgerät. Der Dreiröhren-Zweikreis-Empfänger mit der beleuchteter Riesenskala und doppelter Entdämpfung war ein guter Fernempfänger. Das hatte seinen Preis: 235 Reichsmark.

Foto: www.drm-berlin.de
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Loewe Opta "Schlittschuh" GW 537: Das dunkle Gehäuse mit den dekorativen Chrombögen, die das helle Lautsprecherrund an einer Seite sanft umfangen, ist ein Beispiel für den modernen Ansatz der Designer. Das Modell stammt von 1936/1937.

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Lorenz EDAT: Einfacher Detektor-Apparat mit Flachspulenabstimmung. Das Gerät überzeugte durch vergleichsweise guten Empfang und kostete bloss RM 12,-

Die ersten, oft auch "Dampfradio" genannten Empfänger bestanden einfach aus auf eine Holzplatte montierten Komponenten. Um Töne aus dem Äther aufzufangen, musste ein Hörer mit einer Drahtspitze auf einem Kristall herumfummeln. Das funktionierte allerdings nicht mit jedem x-beliebigen Kristall. Später sorgt eine Spule dafür, dass man nicht alle Sender auf einmal hörte. Der Empfang reichte gerade für Kopfhörer. Da der Gleichrichter-Effekt, der hier wichtig ist, noch nicht erforscht war, konnte man stundenlang geduldig an jedem Kristall herumdrehen, um die beste Lautstärke zu finden. Für mehr (Laut-)Stärke waren Röhren nötig.

Foto: www.drm.de
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Expressionismus pur: Lichthof der Farbwerke Höchst (Architekt Peter Behrens, 1920/24), ein Juwel expressionistischer Baukunst. Der Innenraum zeigt die typischen Stilelemente, die auch in den Radio-Designs wiederzufinden sind: die vertikale Betonung, gebündelte Säulen-Kaskaden - quasi steingewordene Lichtstrahlen.

Foto: dpa
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Wolkenkratzer als Formvorlage: Aus luftiger Höhe betrachtet fällt auf, dass sich die Spitzen des Empire State Buildungs und der meisten Wolkenkratzer nach oben stufenweise verjüngen. Ähnliche Abtreppungen sind von alten Grabmalen und Tempeln entlehnt und typisch für Art Deco. Die Stufenform zeigt sich auch an zeitgleichen Radiogehäusen.

Foto: AP
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