Der Nichtangriffspakt Geheime Zusatzklauseln und Kurswechsel
Vertragsunterzeichnung: Am 23. August 1939 wurde in Moskau von Hitlers Außenminister Joachim von Ribbentrop (M.) und dem sowjetischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Wjatscheslaw Molotow (sitzend), der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt unterzeichnet. Damit war Polens Schicksal besiegelt, denn in einem geheimen Zusatzprotokoll des Vertrags wurden auch die Interessen beider Seiten im "Fall einer territorialpolitischen Umgestaltung" festgehalten.
Nach Vertragsabschluss: Die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts, wie der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt bald genannt wurde, fand am 23. August 1939 in Moskau in Anwesenheit Stalins statt. Hitler weilte unterdessen auf dem Obersalzberg und ließ sich nach der Unterzeichnung von Joachim von Ribbentrop telefonisch unterrichten. Die Erleichterung der in Moskau Anwesenden war nach Vertragsabschluss deutlich zu spüren und auch auf dem Obersalzberg wurden Champagnerflaschen entkorkt.
Anruf aus Moskau: Hitler selbst weilte während der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts auf dem Obersalzberg. Außenminister Ribbentrop überbrachte am 23. August 1939 telefonisch die Botschaft vom Gelingen der Verhandlungen.
Alfred Rosenberg: Der führende NS-Ideologe hatte neben dem Antisemitismus immer auch Antibolschewismus verbreitet und gegen die Sowjetunion gehetzt. Stets hatte er vom "jüdisch-bolschewistischen" System gesprochen und stellte Moskau mit New York, London und Paris in eine Reihe mit den "Zentralen des nach Weltherrschaft strebenden internationalen Judentums". Mit der Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes zwischen Stalin und Hitler fand allerdings ein außenpolitischer Kurswechsel statt und der "jüdische Bolschewismus" musste aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden.
Familienbande: Zur Münchner Konferenz im September 1938 erschien nicht nur der italienische Diktator Benito Mussolini (l.) an Hitlers Kartentisch. Er brachte außerdem seinen Schwiegersohn Graf Galeazzo Ciano (r.) mit, den er inzwischen zum italienischen Außenminister gemacht hatte.
Joséf Pisudski: Im Januar 1934 schloss Adolf Hitler mit dem polnischen Diktator (hier auf einem Bild von 1933), einen Nichtangriffspakt. Hitler trieb so einen Keil zwischen Polen und Frankreich, um die Gefahr eines Zweifrontenkrieges zu bannen. Im März 1939 hatte er das Interesse an dem Vertrag allerdings bereits verloren und forderte die Angliederung der unter der Aufsicht des Völkerbundes stehenden Stadt Danzig an das Deutsche Reich sowie exterritoriale Verkehrswege durch den polnischen Korridor, um die Stadt mit dem Reich zu verbinden. Im April erklärte der Diktator dann im Reichstag, Polen habe diesen "Kompromiss" abgelehnt und er sehe dadurch das Abkommen als verletzt an - und begann mit den Vorbereitungen für den Angriff auf den Nachbarstaat im Osten am 1. September 1939.
Der "Stahlpakt": Am 22. Mai 1939 unterzeichneten der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und sein italienischer Amtskollege, Mussolinis Schwiegersohn Galeazzo Ciano, in Hitlers Anwesenheit einen deutsch-italienischen Bündnisvertrag. Gegenstand des Vertrags war eine militärische Kooperation der beiden Staaten, die die Partner sogar zu Beistand bei Angriffskriegen verpflichtete.
Deutsch-Italienisches Büdnis: Nach der Unterzeichnung des deutsch-italienischen "Stahlpakts" am 22. Mai 1939 in Berlin hält der italienische Außenministern Galeazzo Ciano noch eine Rede vor den anwesenden Vertretern der deutschen und italienischen Presse.
Maxim Litwinow: Ab 1930 diente er dem sowjetischen Diktator Josef Stalin als Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten. Am 3. Mai 1939 wurde Litwinow aus seinem Amt entlassen. Im fernen Berlin nutzte der "Völkische Beobachter" diese Chance gleich, um ihn noch einmal als "jüdischen Schieber und Schlächter" zu beschimpfen. Tatsächlich profitierte das "Dritte Reich" von seiner Entlassung, da der Posten nun mit Wjatscheslaw Molotow besetzt, mit dem es schließlich zu den Verhandlungen über den Nichtangriffspakt zwischen den beiden Staaten kam.
Deutsche Panzerspitze beim Einmarsch in die Ukraine: Der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion hielt nur kurz. Im Dezember 1940 erließ Hitler die "Führer-Anweisung Nr. 21", die im Juni 1941 das "Unternehmen Barbarossa" in Gang setzt. Deutsche Truppen marschierten nun auch in der Sowjetunion ein.
Kriegszug im Winter: Die Besatzung eines im Eis stecken gebliebenen deutschen Panzers wärmt sich im November 1941 an einem Feuer auf. Hitler hatte bei der Planung des Überfalls auf die Sowjetunion, sein "Unternehmen Barbarossa" nicht nur die weiten Wege, sondern auch den russischen Winter unterschätzt.
Hitlers Glückwunschtelegramm an Polen: Adolf Hitler hat Polen am 2. Mai 1938 zum Konstitutionsfest per Telegramm gratuliert. Noch zu diesem Zeitpunkt schreibt Hitler: "Ich verbinde hiermit meine besten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und das weitere blühen Polens."
Das Bild zeigt das abfotografierte Original-Telegramm.