Hitlers gescheiterte Baupläne Kein Licht am Ende des Tunnels
Tunnelbaustelle am Königsplatz: Eine Luftaufnahme von 1945 zeigt das Sowjetische Ehrenmal und Reste der ehemaligen Tunnelbaustelle nach Kriegsende.
Tunnelbeleuchtung: Um eine angemessene Beleuchtung der gigantischen Tunnelanlagen zu gewährleisten, wurden im Oktober 1939 eigens Beleuchtungsversuche unter der Leitung des "Beauftragten für das Beleuchtungswesen des GBI" durchgeführt. Überreste dieser Versuchsleuchten wurden 2004 aus den Ruinen der Tunnelbaustelle geborgen.
Achsenkreuz: Eine Veröffentlichung zum geplanten Achsenkreuz in der Zeitschrift "Verkehrsstechnik" vom 20.4.1938. Deutlich zu erkennen sind die verschiedenen Rampen, auf denen die Fahrzeuge ohne den Einsatz von Verkehrszeichen oder Ampelanlagen von einer Achse auf die andere gelenkt werden sollten.
Tunnelplan: Die Anordung der Lüftungsschächte im Genehmigungsplan zur Ausführung des Achsenkreuzes in Berlin. Das gigantische Bauwerk verfügte auch über einige eigene Schalterstationen, über die der immense Stromberarf geregelt werden sollte.
Die Ost-West-Achse: Die Baustelle der Straßentunnel am Kreuz Charlottenburger Chaussee und Straße des 17. Juni am 13. August 1938. Innerhalb nur einen Jahres sollte laut den Planungen Albert Speers die Ost-West-Achse fertig gestellt werden - ein extrem ehrgeiziges Vorhaben.
Bergung: Mitarbeiter des "Berliner Unterwelten e.V." bei der Bergung einiger Versuchsleuchten aus dem ehemaligen Germania-Tunnel im August 2004.
Patentzeichnung: So sollte das Berliner Achsenkreuz nach den Plänen Albert Speers untertunnelt werden.
Öffentliche Beleuchtung: Eine Versuchsanordnung zur Beleuchtung im Lindentunnel 1940.
"Haus des Fremdenverkehrs": Dies sollte das "Haus des Fremdenverkehrs" werden. Es befand sich an der von den Nationalsozialisten geplanten Nord-Süd-Achse der "Welthauptstadt" am "Runden Platz", westlich der ehemaligen Straßenführung der Potsdamer Straße, nahe des Landwehrkanals. 1936 erhielt der Architekt Theodor Dierksmeier den Ersten Preis für seinen Entwurf zu dem Wettbewerb für ein "Haus des Fremdenverkehrs". Nach der Grundsteinlegung am 14. Juni 1938 durch Adolf Hitler begannen die Bauarbeiten, die aber 1942 schon wieder eingestellt werden mussten. Bei den Dreharbeiten zu Billy Wilders Kinofilm "Eins - zwei - drei" im jahre 1961 diente die Fassade des durch Fliegerbomben schwer beschädigten Gebäudes als Kulisse. 1964 wurde die Ruine abgerissen. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Gelände des Fremdenverkehrsgebäude ein Teil der neuen Staatsbibliothek sowie ein Teilstück der neuen Potsdamer Straße.
Ost-West-Achse 1946: ... und so sah Speers Prachtstraße nach dem Ende des von den Nazis angezettelten Krieges aus. Blick von der Siegessäule auf den Berliner Tiergarten mit der Siegesallee Richtung Brandenburger Tor, mit Gemüsebeeten zwischen einem stark dezimierten Baumbestand.
Speers Ost-West-Achse : Blick vom Kleinen Stern in Richtung der neu aufgestellten Siegessäule. Bis 1935 hieß die Allee offiziell Charlottenburger Chaussee, bevor die Nazis sie umgestalteten und in "Ost-West-Achse" umbenannten. Heute trägt sie den Namen "Straße des 17. Juni", nach dem Datum des Volksaufstand in der DDR.
"Der Staatsbesuch": Die gigantischen Ausmaße der geplanten Prunkarchitektur sollten nicht nur Botschafter einschüchtern.
Die große Achse: Der Plan, zwei Verkehrsschneisen durch Berlin zu brechen, inspirierte Hans Stephan, einen der Assistenten Albert Speers, zu dieser Karikatur: Eine Zeichnung, auf der er die gewaltige Nord-Süd-Achse einfach bis zum Nordpol und über die Alpen hinweg verlängerte.
Am Zeichentisch: Hans Stephan während seiner Arbeit an der Umgestaltung Berlins zur "Welthauptstadt". Stephan war bei diesem Projekt einer der engsten Vertrauten Albert Speers.
"Der Fussgänger-Convoy": Die überbreiten Prachtstraßen, die Albert Speer für Berlin plante, hätten Fußgänger vor ganz neue Probleme gestellt - so zumindest sah das Hans Stephan, ein Assistent von Albert Speer, in seiner Karikatur so.
Die Siegessäule wird umgesetzt: 1938 begannen die Nationalsozialisten die Siegessäule von ihrem ursprünglichen Standort, dem Königsplatz - heute Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude - abzubauen, um sie im Rahmen der Umgestaltung Berlins zu "Germania" auf dem heutigen Großen Stern wieder aufzustellen. Dabei wurde die Siegessäule um ein Segment 7,50 Meter erhöht.