Hitlers Krankheiten - DER SPIEGEL
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Hitlers Krankheiten Therapie mit Rattengift

Drogensucht, Syphilis, Schizophrenie - von jeher haben Historiker wild über Adolf Hitlers Gesundheitszustand spekuliert. Zwei Forscher analysierten nun die Krankheiten des Diktators genau. Das Ergebnis: Hitler kämpfte tatsächlich mit vielen Leiden und pumpte sich mit Medikamentencocktails voll. Von Christoph Gunkel
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Hitler in den Kopf schauen: Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944, bei dem die Bombe des Grafen Stauffenberg Hitler leicht verletzte, wurde diese Röntgenaufnahme vom Schädel des Diktators gemacht.

Foto: AP
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Hitler und Morell: Seinem Leibarzt Theodor Morell (r.) vertraute Adolf Hitler nahezu grenzenlos. Mehrfach, so fabulierte der Diktator, habe Morell ihm das Leben gerettet. Persönlich nahm er seinen Leibarzt vor massiven Angriffen anderer Mediziner in Schutz und ließ Kritiker sogar versetzen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Eintopfschmaus beim "Führer": Hitler (r.) mit Entourage beim Mittagessen im Wintergarten des "Berghofs" auf dem Obersalzberg am 15. Januar 1935. Wegen seiner Verdauungsprobleme ernährte sich Hitler seit 1931 vegetarisch - nicht wegen seiner Tierliebe, wie die NS-Propaganda suggerierte.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Heinrich Hoffmann
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Strychnin für den "Führer": An die Wirksamkeit von Tabletten mochte Hitler nicht so recht glauben - und schluckte sie daher oft in rauen Mengen. Weil er unter chronischen Magenproblemen und Blähungen litt, nahm er häufig "Dr. Kösters Antigas-Pillen" ein. Dieses Medikament enthielt auch geringe Dosen des Nervengifts Strychnin. Als Hitler 1944 plötzlich Symptome von Gelbsucht zeigte, bezichtigten einige Mediziner Hitlers Leibarzt Theodor Morell, den "Führer" mit den strychninhaltigen Pillen vergiftet zu haben.

Foto: Charité Berlin
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Hausapotheke: Mehr als 80 verschiedene Pillen, Tabletten und andere Medikamente sollen Hitler verabreicht worden sein. Sein Leibarzt Theodor Morell behandelte Hitler häufig mit mehreren Präparaten gleichzeitig, ohne auf mögliche Wechselwirkungen Rücksicht zu nehmen und ging auf die Marotten und Sonderwünsche seines eigenwilligen Patienten ein.

Foto: Charité Berlin
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Lazarett Pasewalk: Das Lazarett im mecklenburgischen Pasewalk, wo Hitler 1918 behandelt wurde. Er hatte gegen Ende des Ersten Weltkriegs eine leichte Senfgasvergiftung erlitten und war vorübergehend erblindet. In Pasewalk wurde er von einem Psychiater mit Hypnose behandelt. Der Historiker Bernhard Horstmann stellte die These auf, dass diese Behandlung Hitlers Persönlichkeit nachhaltig veränderte. Die Heilung von der Erblindung sei für ihn ein "weltumstürzendes Ereignis" gewesen; seitdem habe er sich für auserwählt gehalten. Zudem habe der Psychiater die Hypnose nicht fachgerecht beendet, so dass sich Hitler zeitlebens unter posthypnotischen Einfluss befunden habe. Andere Historiker halten Horstmanns Thesen für unglaubwürdig.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 119-2651-01

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Hitlers Zähne: Das Foto zeigt Zähne aus dem Archiv des ehemaligen KGB in Moskau, bei denen es sich angeblich um das Gebiss Hitlers handelt. Sowjetische Offiziere exhumierten 1945 die Überreste eines verbrannten Körpers und versuchten anhand der Zähne, die Identität Hitlers festzustellen.

Foto: Historisches Büro/Henrik Eberle
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Leibarzt Morell: Seine Kritiker hielten Hitlers Leibarzt Theo Morell für einen "unappetitlichen, fetten Kurpfuscher". Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, Hitler falsch behandelt oder gar medikamentensüchtig gemacht zu haben.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Umstrittener Schädel: Das Foto zeigt möglicherweise Reste von Hitlers Schädel, die 1945 von sowjetischen Offizieren aufgefunden worden sein sollen. Das Schädeldach zeigt eine Austrittsstelle, wie sie durch einen Pistolenschuss verursacht wird. Es wären die einzigen noch erhaltenen Knochenteile Hitlers. US-Wissenschaftler behaupten dagegen, das Schädelfragment stamme in Wirklichkeit von einer Frau im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Endgültige Klarheit könnte nur eine DNS-Untersuchung leisten, der das Russische Staatsarchiv bisher nicht zugestimmt hat.

Foto: Historisches Büro/Henrik Eberle
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?