Hitlers Olympia-Eichen von 1936 - DER SPIEGEL
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Was wurde aus den Olympia-Eichen? "Das Sinnbild deutschen Wesens"

Sie werden verehrt, mühsam vor dem Absterben gerettet - oder aus Pietät gefällt: 1936 erhielten die Olympiasieger von Berlin neben einer Goldmedaille einen Topf mit einer Eiche. Nach dem Krieg machten sich Forscher auf Spurensuche. einestages zeigt, wo die umstrittenen Bäume heute stehen.
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Die vier Bäumchen des Jesse Owens: Der US-Amerikaner erntete in Berlin neben viel Applaus auch einen kleinen "Wald". Gleich vier Eichensetzlinge bekam der Superstar der Spiele von 1936 für seine Siege über 100 und 200 Meter, im Weitsprung und mit der 4x100-Meter-Staffel überreicht.

Eine der Eichen steht...

Foto: AP
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...heute auf dem Gelände der James Ford Rhodes High School in Cleveland, Ohio. Dort wo Owens einst trainierte, fungiert die mit einer Plakette versehene Eiche als Denkmal und beliebter Treffpunkt für alle Athleten, die auf dem benachbarten Football-Feld Sport treiben.

Und Owens' andere Eichen?

Eine soll ebenfalls in Cleveland, im Garten des Hauses seiner Mutter gestanden haben und, als dieses in den sechziger Jahren abgerissen wurde, gefällt worden sein. Eine weitere - so zumindest der Plan, über den einige Zeitungen berichteten - wollte Owens an der Ohio State University einpflanzen lassen. Ob dieses Vorhaben tatsächlich realisiert wurde, ist nicht belegt. Baum-Experten ermittelten in aufwendiger Suche auf dem Campus-Gelände allerdings eine mächtige Eiche passenden Typs. Den vierten Setzling schließlich, den für den Staffel-Sieg, pflanzten Owens‘ Mitsprinter Foy Draper und Frank Wykoff an ihrer Hochschule, der University of Southern California in Los Angeles. Dieser Baum, dessen Standort zuvor ebenfalls aufwendig recherchiert wurde, ging 2005 an Wurzelfäule ein und wurde durch eine Neuanpflanzung samt Gedenkplakette ersetzt.

Foto: Forest City Tree Protection
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Ein Wangenkniff vom "Führer", ein Auto - und eine Eiche: Othilie "Tilly" Fleischer warf den Speer am 2. August 1936 in ihrem fünften Versuch auf die Weite von 45,18 Meter. Gold für Deutschland. Gleich im ersten Wettkampf der Spiele - ein perfekter Auftakt für die ehrgeizige Gastgebernation.

Gemeinsam mit der Zweit- und Drittplatzierten, ihrer Mannschaftskameradin Luise Krüger und der Polin Maria Kwasniewska, wurde Fleischer direkt nach der Siegerehrung in die "Führerloge" geleitet, wo ihr von Adolf Hitler "anerkennend die Hand auf die Schulter gelegt" und von Hermann Göring "in herzlicher Freude in die Wangen" gekniffen wurde.

Einen "großen Bahnhof" erlebte Fleischer auch wenig später bei ihrer Rückkehr in die Heimat. Die Stadt Frankfurt schenkte "ihrer" frischgebackenen Olympiasiegerin ein Auto, selbstverständlich einen Opel "Olympia". Zum Dank pflanzte...

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-G00464

Foto: Das Bundesarchiv/Hoffmann
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...Tilly Fleischer das Eichenbäumchen, das sie bei der Siegerehrung in Berlin erhalten hatte, am Eingang des Waldstadions ein. Als dieser Baum 1998 aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste, ließ es sich die mittlerweile 87-Jährige nicht nehmen, eigenhändig einen Nachfolger als neue "Olympia-Eiche" zu setzen.

Die in dieser Bildergalerie folgenden Fotografien von Ann Shelton stammen aus dem Projekt "In a Forest" von 2011. Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier .

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Zwei Eichen für den Turnvater: Beim Turnen dominierten 1936 die Deutschen. Sowohl bei den Frauen als bei den Männern gingen Gold und Eichenbaum an die Mannschaften der Gastgeber. In Pflicht und Kür überzeugten zunächst Gertrud Meyer, Erna Bürger, Käte Sohnemann, Isolde Frölian, Anita Bärwirth, Paula Pöhlsen, Friedl Iby und Julie Schmitt die Kampfrichter.

Einen Tag später zogen dann die Männer um ihre überragenden "Vorturner" Alfred Schwarzmann (Foto) und Konrad Frey sowie Matthias Volz, Willi Stadel, Franz Beckert, Walter Steffens, Innozenz Stangl und Ernst Winter nach.

Die beiden Eichen für die Mannschaftssiege...

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Carl Weinrother
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...fanden im sachsen-anhaltinischen Freyburg an der Unstrut im Garten des einstigen Hauses von Friedrich Ludwig Jahn einen Platz. Wenige Tage nach Abschluss der Spiele in Berlin besuchten beide Riegen das Grab des Turnvaters und pflanzten die kleinen Eichen ihm zu Ehren in unmittelbarer Nähe seiner letzten Ruhestätte.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Die Suche nach den US-Eichen: Cornelius Cooper Johnson war einer von 19 Afro-Amerikanern im amerikanischen Olympia-Team. Der Hochspringer hatte nur zweieinhalb Wochen vor dem Olympischen Wettkampf bei den US-Trials in New York mit 2,07 Metern einen neuen Weltrekord aufgestellt. Im Berliner Olympiastadion bestätigte er seine herausragende Form. In der Qualifikation (Foto) legte er nicht einmal den Trainingsanzug ab und siegte am Ende mit übersprungenen 2,03 Meter vor seinen Landsmännern David Donald Albritton und Delos Packard Thurber.

Die Aufregung, die 2007 in England um die "Hitler-Eiche" des Gehers Harold Whitlock herrschte,...

Foto: Getty Images
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...führte auch in den USA zu Recherchen nach dem Verbleib der von US-Olympiasiegern gewonnenen Bäume.

Ein Journalist der "Los Angeles Times" machte schließlich Cornelius Johnsons mächtige Eiche auf einem Privatgrundstück in der Hobart Street von Korea Town ausfindig. Vermutlich ist es der Hinterhof des Hauses, in dem Johnsons Mutter einst lebte. Dieser versteckte Standort gibt einen vielsagenden Hinweis auf die damals in den USA herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse und den Stellenwert eines von einem Farbigen errungenen Olympiasieges in einem ungastlichen und von offenem Rassismus geprägten Klima.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Eiche auf Weltreise: Der Neuseeländer John Edward "Jack" Lovelock sicherte sich am 6. August 1936 über 1500 Meter mit einem Endspurt in der Weltrekordzeit von 3:47,8 Minuten den Olympiasieg.

Der von 100.000 begeisterten Zuschauern im Olympiastadion heftig umjubelte Lovelock notierte im Anschluss an den Triumph in seinem Tagebuch: "Unzweifelhaft das schönste Rennen meiner Karriere, eine künstlerische Kreation!" Keine sieben Jahre später wurde sein Bruder Jim, ein alliierter Pilot, über Berlin, dem Ort seines Sieges, bei einem Luftangriff abgeschossen und getötet.

Lovelocks Olympia-Eiche...

Foto: Allsport Hulton/Archive/Getty Images
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...ist neben der des argentinischen Polo-Teams die einzige, die auf der südlichen Welthalbkugel groß geworden ist. Der Setzling sollte bei Lovelocks Alma mater, der Timaru Boys' High School, in neuseeländische Erde gesetzt werden. Die lange Seereise hatte die Eiche aber derart mitgenommen, dass man entschied, sie zunächst einmal aufzupäppeln. Erst nach fünfjähriger Intensivpflege durch Spezialisten im Botanischen Garten von Christchurch war der Setzling stark genug, um eingepflanzt zu werden.

Heute ist aus dem einstigen "Kümmerling" ein stattlicher Baum geworden. Die "Lovelock Oak" gilt als "nationaler Schatz" - ein Erinnerungsort, an den jedes Jahr viele Neuseeländer pilgern, um Eicheln einzusammeln und aus ihnen im eigenen Garten "Nachkommen" zu ziehen.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Zwölf Jahre bis zur Pflanzung: Der gelernte Polsterer und Dekorateur Willi Kaiser (1912-1986) wurde als erster Deutscher überhaupt Olympiasieger im Boxen. Am 15. August 1936 besiegte der Fliegengewichtler (bis 50,8 kg) aus Gladbeck den Italiener Gavino Matta im Finale nach Punkten. Der Zweite Weltkrieg beendete seine sportliche Laufbahn...

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...und verzögerte auch die endgültige Einpflanzung seiner Sieger-Eiche um mehr als zwölf Jahre.

Erst 1949, als Kaiser aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, fand sie am Gladbecker Stadion ihren Platz. Kaiser, bis zu seiner Pensionierung städtischer Angestellter, kümmerte sich viele Jahre lang bis zu seinem Tod selbst um den Baum. 1993 wurde am Fuß der "Kaiser-Eiche" eine Tafel angebracht, die an den Boxer und seinen Olympiasieg von 1936 erinnert.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Die "Hitler-Eiche" und ihr Sohn: Hector Harold Whitlock (1903-1985), ein Mechaniker aus dem englischen Middlesex, verdiente sich seine Olympia-Goldmedaille samt Eiche im Gehen. Allerdings im ziemlich fixen und ausdauernden Gehen. Für die 50-Kilometer-Strecke benötigte der schlaksige Athlet etwas mehr als viereinhalb Stunden und stellte so einen neuen Weltrekord auf.

Auch das Bäumchen des Gehers...

Foto: Getty Images
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...sorgte für Schlagzeilen – bis weit über den Tod des Athleten hinaus.

Da Whitlock es nicht im eigenen Garten einsetzen und es bei einem späteren Umzug zurücklassen wollte, schenkte er es lieber seiner alten Schule. Auf dem Hof der Hendon Grammar School im Norden Londons gedieh der Setzling prächtig, überragte bald die Lehranstalt und avancierte als markante Landmarke zum Wahrzeichen und beliebten Treffpunkt und Schattenspender mit dem Spitznamen "Hitler-Eiche".

Als man im Jahr 2007 einen Pilzbefall feststellte und der absterbende 70 Jahre alte Baumgigant ein Sicherheitsrisiko für die Schüler darstellte, wurde er gefällt. Ross Whitlock, Sohn des Olympiasiegers, nahm die Sache gelassen und erklärte: "Nichts bleibt für immer. Ich habe von der Eiche meines Vaters ein paar Ableger gezogen. Wenn die Schule will, kann sie einen davon haben, einpflanzen und dann 'Sohn der Hitler-Eiche' taufen."

Foto: © Ann Shelton, from the project in a forest 2005 ongoing
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Früher Tod: Der gelernte Fahrradmechaniker und kölsche Jung Nikolaus Anton "Toni" Merkens erstrampelte sich die höchsten olympischen Ehren im Bahnradfahren. Noch während der Spiele wechselte Merkens ins Profi-Lager. 1942 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, im Sommer 1944 starb er nach einer schweren Verwundung an der Ostfront durch einen Granatsplitter im Reservelazarett Wildbad.

Die Erinnerung an den famosen Radsprinter...

Foto: Benjamin Maack
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...bleibt trotz seines frühen Todes lebendig. In seiner Heimatstadt Köln hat Merkens eigenhändig seine "Olympia-Eiche" in den Boden gesetzt. Direkt am Radstadion. Neben dem stattlichen Baum steht ein Gedenkstein mit der Inschrift, die schon auf dem Keramiktöpfchen stand, in dem die Pflanze einst überreicht wurde: "Wachse zur Ehre des Sieges – rufe zur weiteren Tat."

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Das Schwergewicht und der Baumriese: Der Wuppertaler Herbert Runge (Mitte) wurde Goldmedaillengewinner im Schwergewicht. Der Sohn eines Abbruchunternehmers meldete sich wutentbrannt beim Boxtraining an, um seinem älteren Bruder Erwin Paroli bieten zu können. Dieser hatte es als Faustkämpfer zu Bezirksmeisterehren gebracht und ihm im Übermut einen heftigen K.o.-Schlag versetzt.

Die Eiche zum Olympiasieg...

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...ist heute ein ausladender Riese. Bis in die sechziger Jahre war der am Stadion am Zoo in Wuppertal eingepflanzte Baum durch ein entsprechendes Holzschild gekennzeichnet. Dann geriet er allerdings in Vergessenheit.

Erst 1999, als ein Forscher, der sich auf die Suche nach den Olympia-Eichen gemacht hatte, beim Wuppertaler Stadtbetrieb "Sport und Bäder" anfragte, machte man sich auf die Suche nach dem Gewächs. Man erinnerte sich eines altgedienten Mitarbeiters, der einmal von der "Runge-Eiche am Stadion" gesprochen hatte und wurde an der Gegengrade auf der Südostseite des Stadions tatsächlich fündig. Hier sticht eine einzige Eiche unter lauter Birken und Buchen hervor.

Seit Oktober 1999 erinnert eine Gedenktafel am Zaun, der das Waldstück vom Gästebereich des Stadions trennt, wieder an den achtfachen Deutschen Meister und bislang einzigen deutschen Olympiasieger im Schwergewicht.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Der Vorturner der Stars: Georges Miez ist bis heute der erfolgreichste Olympiateilnehmer der Schweiz. In Berlin, bei seinen vierten und letzten Spielen, erturnte er sich seine siebte unfd achte Medaille. Sein Sieg im Bodenturnen bescherte ihm dabei das vierte Gold. Erst nach Beendigung seiner Karriere erfüllte sich Miez seinen Traum und gründete im Tessin eine private Turnschule. In den USA war Miez später als Privattrainer für Hollywoodstars wie Greta Garbo und Marlene Dietrich tätig.

Seinen Eichenschössling...

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Carl Weinrother
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...schenkte Georges Miez seinem Stammverein TV Töss in Winterthur. Er wurde am Sportplatz Deutweg eingepflanzt, wo er seither wächst und gedeiht. Ein unscheinbarer Stein erinnert an die Goldmedaille im Bodenturnen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

Foto: © Ann Shelton, from the project 'in a forest' 2005 ongoing
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Bomben auf den Baum: Auf den Regatten vom 4. bis 10. August 1936 sahen die Crews der Konkurrenz meist nur das Heck der von Christopher Alan Boardman (rechts) gesteuerten englischen Sechs-Meter-Yacht "Lalage". Boardman konnte Gold und einen Eichen-Setzling mit an Bord nehmen.

Im September 1936...

Foto: IOC
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...pflanzte Boardman seine Eiche auf sein Privatgrundstück in How Hill in der Grafschaft Norfolk. Hier musste der historisch-wertvolle Baum dann einiges einstecken. So hätten die Deutschen beinahe ihr eigenes Geschenk zerstört, als im Zweiten Weltkrieg eine Fliegerbombe der Luftwaffe keine 25 Meter entfernt einschlug und im Erdreich einen mächtigen Krater hinterließ.

1987 war es ein gewaltiger Orkan, der dem hölzernen Monument heftig zusetzte. Der Olympia-Baum wurde zur Gefahr. Doch statt ihn zu fällen, wurde er 2013 in einer "Schocktherapie" komplett zurückgeschnitten, damit er neu ausschlagen kann.

Foto: How Hill Trust
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Gartenfeste unter der "Olympia-Eiche": Die Vierer mit den Athleten Walter Volle, Ernst Gaber, Hans Maier und Paul Söllner sowie Steuermann Fritz Bauer der Renngemeinschaft des Mannheimer Rudervereins Amicitia und des Ludwigshafener Rudervereins glitt harmonisch und überlegen mit großem Vorsprung vor der Schweiz und Frankreich auf der Regattastrecke in Berlin-Grünau ins Ziel.

Der Eichen-Schössling zur Goldmedaille...

Foto: imago
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...wurde vor dem Klubhaus der Amicitia in Mannheim eingepflanzt. Zwar litt der Baum im Krieg durch Bomben erheblich, hat sich inzwischen aber gut erholt. Als "Olympia-Eiche" ist er heute ein ebenso markanter wie beliebter Treffpunkt, unter dem stets das jährliche "Gartenfest" des Ruderclubs steigt.

Das Bild wurde vom Ruderclub Amicitia Mannheim zur Verfügung gestellt .

Foto: MRV Amicitia
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Durchs Kino zum Olympiasieg: Anfang der dreißiger Jahre hatte Karl Hein die Leichtathletik eigentlich schon aufgegeben. Dann sah der zuvor als Diskuswerfer, Kugelstoßer und Mehrkämpfer aktive Tischlermeister im Lichtspielhaus einen Film über die Olympischen Spiele 1932 von Los Angeles und war insbesondere vom Auftritt des irischen Hammerwerfers Pat O’Callaghan nachhaltig beeindruckt.

Hein trainierte fortan eifrig und begeistert die anspruchsvolle Disziplin und wurde am 3. August 1936 mit einer Weite von 56,49 Meter Nachfolger seines großen Vorbilds.

Seine Olympia-Eiche...

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...pflanzte Hein eigenhändig im Garten seines Privathauses, das im Hamburger Stadtteil Alsterdorf kurioserweise in einer Straße namens "Birkenhain" gelegen ist. Trotz dieser "artfremden" Ortsbezeichnung entwickelte sich der Baum prächtig und überragt das Einfamilienhaus mittlerweile deutlich.

Hein nutzte den kräftigen Baum auch als Sportgerät. Der zur Klimmzugstange umfunktionierte unterste Ast hielt den Zwei-Zentner-Athleten mühelos. Durch den Baum blieb er offenbar fit: Noch im Alter von 60 Jahren kam Hein auf eine respektable Wurfweite von 46,58 Metern und düpierte bei nationalen und regionalen Wettkämpfen regelmäßig und mit großer Freude die deutlich jüngere Konkurrenz.

Foto: Broder-Jürgen Trede
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Sechs Eichen für Hannover: Sechs Wettbewerbe, sechsmal Gold - die extrem starken deutschen Reiter räumten in Dressur, beim Geländeritt sowie beim Springen alles ab, was es zu gewinnen gab.

Die Baumsetzlinge, die...

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...die Pferdesportler für die Erfolge bekamen, befanden sich zunächst in der Kavallerieschule Hannover, wurden dann aber in die Heeres-Reitschule nach Krampnitz bei Potsdam verpflanzt.

Eine dieser Eichen wurde ein weiteres Mal umgesiedelt und fand direkt neben dem Richterturm auf dem Turnierplatz des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) am Kalvarienberg in der münsterländischen Pferde-Hochburg Warendorf ihren endgültigen Standort.

Foto: DOKR
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"Am ehesten der mit Efeu bewachsene": Paula Mollenhauer (links) und Gisela Mauermayer schleuderten am 4. August 1936 ihre Wurfgeräte 39,80 beziehungsweise 47,63 Meter weit. Dafür gab es Bronze, Gold, jeweils ein Eichenbäumchen - und eine Beförderung.

Die Stadtchronik Münchens, der "Hauptstadt der Bewegung", vermerkte am 17. August einen triumphalen Empfang ihrer 18 Olympia-Teilnehmer und, dass "die siegreichen Gefolgschaftsmitglieder der Stadt befördert worden seien". Die Sportstudentin Gisela Mauermayer etwa wurde zur Studienrätin im Stadtamt für Leibesübungen ernannt.

Zweieinhalb Wochen später vermerkt das offizielle Protokoll einen weiteren spektakulären Olympiatermin in München: "Die Olympia-Eiche,...

Foto: picture-alliance / akg-images
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...die unsere Gisela Mauermayer durch ihre glanzvolle Leistung im Diskuswerfen errungen hatte, hat im Botanischen Garten einen Ehrenplatz im Eichenhain erhalten. Möge sie Deutschlands Jugend auch in späteren Jahren an die ruhmreichen Leistungen unserer Teilnehmer an der Olympiade 1936 erinnern und sie zu immer größerer Körperertüchtigung anspornen."

Doch wo genau befindet sich heute dieser Baum? Auf Anfrage hieß es dazu von den Botanikern aus Nymphenburg:

"Wir können von unserer Seite her derzeit nicht nachvollziehen, wo der Baum gepflanzt wurde. Wir haben zu dem Vorgang leider derzeit keine Unterlagen vorliegen. Der Eichenhain (bei uns etwas weniger prosaisch als Eichenstück bezeichnet) liegt am östlichen Ufer des Teichs. Von den dort vorhandenen Eichen könnte es vom Alter und Umfang her am ehesten der mit Efeu bewachsene, auf dem Foto links befindliche Baum sein."

Das Foto wurde vom Botanischen Garten München zur Verfügung gestellt .

Foto: Franz Höck/Botanischer Garten München
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?