Hochhäuser Schwelende Gefahr
Brand des Grenfell-Towers in London 2017: Nach der Katastrophe wollten deutsche Städte ihre Hochhäuser prüfen.
Wohnsiedlung Märkisches Viertel, Berlin-Reinickendorf: Anfragen bei den größten deutschen Städten zeigen, dass viele bisher auf eine Prüfung der Fassaden verzichtet haben - auch Berlin.
Wohnsiedlung Märkisches Viertel, Berlin-Reinickendorf: "Eine Verwendung brennbarer Baustoffe an Hochhäusern widerspricht den bauordnungsrechtlichen Anforderungen", schreibt in bestem Amtsdeutsch die Berliner Senatsverwaltung.
Prüfung einer Hausfassade in Hamburg: Hinter der Verkleidung aus Faserzementplatten hängen brennbare Dämmplatten aus gepressten Holzspänen.
Gebäude in Hamburg-Osdorf: An dem Gebäude aus dem Jahr 1969, ein 16-stöckiges Haus mit 171 Wohnungen und etwa 400 Bewohnern im Stadtteil Osdorf, wurde man fündig - die Fassade ist brennbar.
Prüfung in Hamburg: Das Hochhaus wurde mit zusätzlichen Feuermeldern ausgestattet, es steht nun unter Daueraufsicht einer Brandwache, bis die Gefahr beseitigt ist.
Magdeburg: "In den meisten Landkreisen werden sie kein Hochhaus finden. In Magdeburg haben Sie eins, das ist neu gebaut worden", beschwichtigte ein CDU-Minister. Ein Irrtum: Auf Anfrage des ZDF teilen die Städte erheblich höhere Zahlen mit: Tatsächlich gibt es in Halle 117 Hochhäuser und in Magdeburg über 400.
Neubausiedlung, Prinzenstraße, Berlin-Kreuzberg: Nach Recherchen des ZDF-Magazins "Frontal 21" haben die meisten Bundesländer die Hochhausfassaden nicht überprüft.