Holocaust - DER SPIEGEL
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Holocaust Der letzte Jude von Nowy Sacz

Von 200 Familienmitgliedern blieb nur er am Leben: Der 89-jährige Jakub Müller ist der letzte Jude im südpolnischen Nowy Sacz. Im Versteck während der Nazi-Zeit hatte er geschworen, das jüdische Erbe seiner Heimatstadt zu pflegen - sollte er überleben. Wer aber tut es nach ihm?
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Der letzte Zeuge: Jakub Müller im Ohel (Grabhaus) des Wunderrabbiners Chaim Halbersztam auf dem Jüdischen Friedhof in Nowy Sacz. Beim Einmarsch der Deutschen 1939 gab es in Novy Sacz eine große jüdische Gemeinde von rund 14.000 Menschen. Heute legt nur noch der Friedhof mit dem Ohel davon Zeugnis ab - und der 89-jährige Jakub Müller.

Foto: Gabriela Maciejowska
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Spurensuche: Jakub Müller auf dem Jüdischen Friedhof in Nowy Sacz, umgeben von orthodoxen Juden aus London, die zum Grab des "Zaddik" (Gerechten) Chaim Halbersztam pilgern.

Foto: Gabriela Maciejowska
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Alt und jung: Jakub Müller im Gespräch mit einem jungen Chassiden aus London am Eingang des Jüdischen Friedhofs in Nowy Sacz. Müller macht hier oft Führungen, vor allem für streng gläubige Juden, die zu den Nachfahren oder Anhängern des als Wunderabbi verehrten Chaim Halbersztam gehören, der hier begraben liegt.

Foto: Gabriela Maciejowska
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Holocaust-Überlebender Müller: Der 89-jährige Jakub Müller kümmert sich seit 1946 als letzter in Nowy Sacz lebender Jude um den jüdischen Friedhof der Stadt. Die Aufnahme zeigt ihn im August 2009.

Foto: Gabriela Maciejowska
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Ghetto von Nowy Sacz: Ein Foto aus dem Ghetto in Nowy Sacz, aufgenommen 1941. In dem Gebäude links hatte während der Besatzung der auf geheiß der Deutschen als Selbstverwaltungsorgen geschaffene "Judenrat" seinen Sitz. Im Juni 1941 richtete der hier eine Suppenküche ein. Das Ghetto wurde im Juli und August 1942 von den Nationalsozialisten geräumt, die Bewohner wurden ins Vernichtungslager Belzec deportiert. Am 28. August 1942 fand der letzte Transport statt. Insgesamt wurden von Nowy Sacz aus zwischen 15.000 und 25.000 Juden in den Tod geschickt.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Rückkehr nach Nowy Sacz: Der damals 25-jährige Jakub Müller (r.) mit einem Freund vor den Ruinen des Ghettos von Nowy Sacz, aufgenommen 1945. Müller hatte in letzter Sekunde vor der Deportation fliehen können und sich über zwei Jahre im Gebirge versteckt gehalten. Nach dem Krieg kehrte er in seine Heimatstadt zurück, obwohl seine gesamte Familie ermordet worden war.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Hüter der Erinnerung: Jakub Müller (5. von rechts in der 1. Reihe, mit Kappe) auf dem Jüdischen Friedhof, aufgenommen am 15. April 1966. Im Hintergrund das Ohel (Grabhaus), in dem der Wunderrabbiner Chaim Halbersztam (1793-1876) mit seiner Familie begraben liegt. Müller hat dieses Ohel errichtet, zu dem heute fromme Juden aus aller Welt pilgern, um dort zu beten.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Pilgerreise: Streng religiöse Juden, sogenannte Chassidim, am Grab des "Wunderrabbi" Chaim Halbersztam auf dem Friedhof von Nowy Sacz in Südpolen.

Foto: Gabriela Maciejowska
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Totentgedenken: Jakub Müller (vorne sitzend mit Hut und Zigarette) im Mai 1947 vor dem Denkmal bei einer Gedenkveranstaltung für die bei der sogenannten Mai-Exekution 1942 ermordeten Juden. Ende April/Anfang Mai 1942 waren in Nowy Sacz zunächst 300 bis 400 als intellektuell geltende Juden als angebliche Kommunisten ermordet worden. Die Exekutionen fanden auf dem jüdischen Friedhof statt und wurden vom Leiter des Grenzpolizeikomissariats, SS-Obersturmführer Heinrich Hamann, befehligt. Im Anschluss an diese Hinrichtungen zogen betrunkene SS-Männer durch das Ghetto und ermordeten weitere 80 Juden auf bestialische Weise. Rechts neben Jakub Müller ist als Kind Anda Rottenberg zu sehen, deren Lebenserinnerungen "Prosze bardzo" ("Bitte sehr") in Polen derzeit ein Bestseller sind.

Foto: Archiv Anda Rottenberg
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Mahnmal: Jakub Müller (l.) im Winter 1947/48 auf dem Jüdischen Friedhof von Nowy Sacz vor dem Mahnmal für die ermordeten Juden.

Foto: Archiv Anda Rottenberg
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Erinnerungen: Das Königsschloss von Nowy Sacz, errichtet 1350, zerstört 1945. Das in einem Buch oder einer Broschüre abgedruckte Foto stammt aus dem Jahr 1930, die Druckseite ist nach 1945 mit Anmerkungen in herbräischer Schrift versehen worden. In dem mit "II" gekennzeichneten Haus rechts befand sich wohl eine Mikwe, ein jüdisches Reinigungsbad. Links neben dem Schloss, bezeichnet mit den hebräischen Buchstaben Aleph und Bet, sind das Wohnhaus eines Rabbiners und ein Bethaus zu sehen.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Im Gebet: Der junge Jakub Müller (l.) beim Gebet im Grabhaus des Wunderrabis Chaim Halbersztam. Das Aufnahmedatum ist unbekannt.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Eingesperrt und stigmatisiert: Juden im Ghetto von Nowy Sacz. Die Männer tragen weiße Armbinden. Vermutlich ist die Aufnahme 1941 entstanden.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Warten auf den Tod: Straßenszene im Ghetto von Nowy Sacz, vermutlich 1941 fotografiert. Das Ghetto wurde im Sommer 1942 liquidiert, die Bewohner zur Vernichtung in das KZ Belzec deportiert.

Foto: Archiv Jakub Müller
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Ghettokinder: Jüdische Kinder im Ghetto von Nowy Sacz, vermutlich 1941.

Foto: Archiv Jakub Müller
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