Holocaust "Wir trauten unseren Augen nicht"
Einfahrt in das Lager: Das Tor des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau von außen. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 2001.
Befreit: Überlebende des KZ Auschwitz nach der Befreiung durch sowjetische Truppen am 27.01.1945. "Ratlos standen unzählige Elendsgestalten mit eingefallen Gesichtern und kahlen Köpfen draußen vor den Baracken", erinnert sich Nikolai Politanow, der an diesem Tag mit der Roten Armee in Auschwitz einrückte. "Sie wussten nicht, dass wir kommen. Die Überraschung darüber ließ viele in Ohnmacht fallen. Ein Bild, das jeden schwach werden lässt, der es sieht.
Frauenbaracke in Auschwitz: Diese Abfnahme entstand unmittelbar nach der Befreiung des KZ Auschwitz durch sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945. Nikolai Politanow, einer der Befreier, erinnert sich an die unbeschreiblichen Zustände: "In einer anderen Baracke lag eine Frau im Sterben. Ich fragte sie, ob sich noch jemand aus ihrer Familie im Lager befinde. Sie antwortete mit Ja. Per Lautsprecher haben wir ihre Verwandtschaft im Lager gesucht und die Familie zusammengeführt. Kurz darauf ist die Frau gestorben, trotz der Bemühungen einer unserer Ärztinnen."
KZ-Kinder: Rund 600 Kinder befreite die Rote Armee aus dem KZ Auschwitz. Hier zeigen einige dem Fotografen die in die Arme eintätowierten Häftlingsnummern. "Aus den Baracken kamen immer mehr hungrige und in Lumpen gehüllte, zu Skeletten abgemagerte Kinder gekrochen", erinnert sich Nikolai Politanow, der einer der ersten sowjetischen Soldaten in Auschwitz war. "Wie die Ameisen sammelten sie sich zu großen Gruppen und lärmten wie auf einem großen Schulhof. Sie warteten mit ausgestreckten Armen um Brot bittend und rufend, sie wimmerten vor Verzweiflung und wischten sich die Tränen ab." Diese Aufnahme entstand einige Tage nach der Befreiung des Lagers.
Gefangene bei der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945. Etwa 7000 der im Lager Inhaftierten waren zu diesem Zeitpunkt noch am Leben, darunter auch 600 Kinder. Der Anblick der ausgemergelten kleinen Gestalten berührte den Rotarmisten Nikolai Politanow, der zu den ersten gehörte die Auschwitz erreichten, am meisten.
Nikolai Politanow: Als Dolmetscher der Roten Armee nahm Nikolai Politanow an der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 teil. Heute lebt er in Deutschland.
Endlich frei: Befreite Auschwitz-Häftlinge und ein sowjetischer Soldat vor dem deutlich erkennbaren Lagerzaun. Im Hintergrund ein Gebäude der Lagerverwaltung.
Rotarmist und Häftlinge: Ein sowjetischer Soldat spricht mit befreiten Häftlingen. "Sie begrüßten uns mit einem verstohlenen Lächeln auf den Gesichtern, einer Mischung aus Angst und Freude", erinnert sich Nikolai Poliatnow, der bei der Befreiung am 27. Januar 1945 als Dolmetscher mit dabei war, über die Reaktion der Funktionshäftlinge, der sogenannten Kapos.
Marsch in die Freiheit: Zu Fuß machten sich viele Auschwitz-Insassen nach ihrer Befreiung auf in ein neues Leben. "Erst gegen Mitternacht wurden alle Gefangenen abtransportiert", erinnert sich Zeitzeuge Nikolai Politanow, der am 27. Januar 1945 mit seiner Einheit Auschwitz erreichte. "Die, die noch gehen konnten, hatten keine Geduld mehr gehabt, und waren zu Fuß in Richtung Sosnowitz losmarschiert." Diese Aufnahme entstand in den Tagen nach der Befreiung.
Das Tor zur Hölle: Das Eingangstor des ehemaligen KZ Auschwitz. Am Vormittag des 27. Januar 1945 errichten die ersten sowjetischen Panzer das Tor und befreiten die überlebenden Insassen. Viele entkräftete Häftlinge starben noch in den Tagen und Wochen nach ihrer Befreiung.
Selektionsrampe Birkenau: Die sogenannte Rampe in Auschwitz-Birkenau in Sichtrichtung der Gaskammern. Hier fanden die Selektionen der in Güterwagons nach Auschwitz deportierten Opfer statt; der Großteil wurde direkt in die Gaskammern geschickt. Aufnahme von 2001.
Gefangene in Auschwitz: Weibliche Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz werden zum Arbeitseinsatz im Reichsgebiet abtransportiert. Angesichts der vorrückenden Roten Armee evakuierte die SS große Teile der Auschwitz-Häftlinge zwischen dem 17. und 23 Januar 1945 trotz winterlicher Temparaturen auf Todesmärschen und in offenen Güterzügen in andere Lager. Nur die Schwächsten der Schwachen bleiben zurück. Vermutlich verhinderte dass das unerwartet schnelle Eintreffen sowjetischer Truppen ein weiteres Massaker an den rund 7000 Zurückgebliebenen, von denen die SS aber noch 300 erschoss.
DPA
Befreite Kinder in Auschwitz: Diese unmittelbar nach der Befreiung des KZ Auschwitz entstandene Aufnahme zeigt eine Gruppe von Kindern in Häftlingskleidung. Der KZ-Arzt Josef Mengele führte in Auschwitz an Kindern entsetzliche Menschenversuche durch, vor allem an Zwillingen und Roma.
Die Krematoriumsöfen zur Einäscherung der ermordeten Gefangenen im KZ Auschwitz. Hergestellt wurden sie von der Erfurter Firma Topf & Söhne.
Reste der gesprengten Gaskammern: Die Reste der von den Nazis kurz vor der Befreiung durch die Rote Armee im Januar 1945 gesprengten Gaskammern im Konzentrationslager Auschwitz II-Birkenau, dem eigentlichen Vernichtungslager des Komplexes Auschwitz. Allein hier wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen umgebracht, zum weit überwiegenden Teil Juden aus ganz Europa.
KZ Auschwitz: Reste der Außensicherung des sogenannten Stammlagers von Auschwitz ("Auschwitz I"), aufgenommen im Jahr 2001
Die Gleise von Auschwitz: Blick von innen auf das Eingangstor des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Am 17. Januar 1945 begann die SS das Lager zu räumen, am 27. Januar rückten sowjetische Truppen ein und befreiten die verbliebenen Häftlinge. Schätzungen von Historikern hinsichtlich der in Auschwitz und bei den Evakuierungsmärschen getöteten Menschen schwanken zwischen einer und vier Millionen.
Beginn des Auschwitz-Prozesses: Vor dem Frankfurter Schwurgericht wurde ab Dezember 1963 gegen 22 ehemalige Angehörige des SS-Wachpersonals im Konzentrationslager Auschwitz verhandelt. Einer der Angeklagten war der Hamburger Kaufmann Robert Mulka, zeitweise Adjutant von Lagerkommandant Rudolf Höss. Der "Auschwitz-Prozess" konfrontierte die bundesdeutsche Öffentlichkeit erstmals mit den grausamen Details der Mordmaschinerie von Auschwitz und gab den Tätern ein Gesicht.