Holocaust-Überlebende - DER SPIEGEL
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Holocaust-Überlebende Rettung im letzten Moment

Der entscheidende Tipp kam von einem Deutschen: Kurz vor der großangelegten Hetzjagd der nationalsozialistischen Besatzer gelang Tausenden dänischen Juden im Herbst 1943 die Flucht übers Meer nach Schweden. Die Bevölkerung half den Verfolgten - obwohl viele Dänen überzeugte Nazis waren.
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Deportation von Juden in Kopenhagen: In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 sollten in einer groß angelegten Razzia die im von Deutschland besetzten Dänemark lebenden Juden in ihren Wohnungen abgeholt und in KZs verschleppt werden. Doch ausgerechnet ein Deutscher verriet den Termin des geplanten Pogroms und warnte Dänen und Juden vor der Gefahr. Fast 90 Prozent der dänischen Juden konnten so noch rechtzeitig fliehen.

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Flucht übers Wasser: Viele der dänischen Juden flohen im Oktober 1943 in kleinen Ruderbooten über die Ostsee nach Schweden. Eine Aktion, die nur durch die tatkräftige Unterstützung der Dänen, die sie versteckten und zu den Landungsstegen brachten, gelingen konnte.

Foto: dpa
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Sören Kam: Der SS-Obersturmbannführer leitete während des Zweiten Weltkriegs in Kopenhagen die SS-Schule Schalburg für dänische SS-Freiwillige. Die wohl berüchtigtste Todesschwadron gegen Oppositionelle, die sogenannte Peter-Gruppe, war hier stationiert und auch Kam selbst war an Liquidierungen beteiligt.

Foto: dpa
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Ein ruhiger Lebensabend: Der frühere SS-Mann vor seinem Haus in Kempten im Januar 1978 - bis heute lebt Kam hier unbehelligt von Strafverfolgung.

Foto: dpa
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Besetztes Dänemark: Deutsche Soldaten und dänische Polizisten kontrollieren im April 1940 Fahrzeuge auf der Brücke über den Kleinen Belt. Am 9. April 1940 hatte die Besatzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht begonnen.

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Besatzungsmacht: Kriegsgefangene dänische Soldaten stehen im April 1940 in Kopenhagen unter der Bewachung eines deutschen Soldaten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Dänemark unter deutscher Kontrolle.

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Werbung für die Besatzer: Eine Dänin präsentiert stolz ihren Sohn in SS-Uniform für eine Werbeveranstaltung des "Frikorps Danmark" der Waffen-SS 1941. Es gab in Dänemark eine starke nationalsozialistische Partei und viel Mitläufer.

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Empfang mit Blumen: Der "Frikorps Danmark" der Waffen-SS auf Urlaub in Dänemark beim Marsch durch Kopenhagen um 1942. Bei vielen Dänen stießen die deutschen Besatzer auf große Begeisterung.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Benno Wundshammer
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Kontakt mit der Heimat: Unmittelbar nach dem Einmarsch in Kopenhagen am 9. April 1940 installiert eine deutsche Nachrichteneinheit eine Funkstelle.

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Eichmann in Uniform: Adolf Eichmann in einer undatierten Aufnahme. Der ehemalige Obersturmbannführer und Leiter der Dienststelle "Endlösung der Judenfrage" im Dritten Reich wurde 1960 in Argentinien vom israelischen Geheimdienst aufgespürt und nach Israel entführt, wo ihm vor dem Jerusalemer Bezirksgericht der Prozess gemacht wurde. Er wurde zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 hingerichtet. Dem technokratischen Organisator des Holocaust dürfte die unglaublichste Perversion des Pflichtbegriffs gelungen sein: In einem Polizeiverhör soll der Nazi-Scherge mit Nachdruck beteuert haben, "sein Leben lang den Moralvorschriften Kants gefolgt zu sein, und vor allem im Sinne des kantischen Pflichtbegriffs gehandelt zu haben.

Foto: DPA
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Nazi-Größen in Nürnberg: NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop (r.), lehnt sich vor Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess, um mit seinem Anwalt zu sprechen. In der Mitte Hermann Göring, der sich mit dem hinter ihm sitzenden Großadmiral Karl Dönitz unterhält. Das Foto entstand am 27. März 1946 während der Nürnberger Prozesse.

Foto: AP
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Der Erfinder des KZ-Systems: Theodor Eicke, der Obergruppenführer der SS und General der Waffen-SS starb 1943. Er war Kommandeur der SS-Division Totenkopf, die aus den Wachverbänden der Konzentrationslager entstanden war. Als Kommandant des KZ Dachau und Inspekteur der Konzentrationslager war er zuvor maßgeblich am Aufbau des menschenverachtenden Systems der Vernichtung durch Arbeit beteiligt. Eicke bildete in Dachau führende KZ-Kommandanten aus. Seine Strafvorschriften und Methoden, die SS-Mannschaften zu Tötungsmaschinen zu machen, war Vorbild für alle Konzentrationslager.

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DER SPIEGEL

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Generalstaatsanwalt Fritz Bauer: Als Jude mit SPD-Parteibuch geriet der gebürtige Stuttgarter doppelt ins Fadenkreuz der Nazis. 1935 floh er deswegen nach Kopenhagen. 1949 kehrte Bauer in seine alte Heimat zurück und machte sich an sein Lebenswerk - die Täter des Holocaust zu finden und vor Gericht zu stellen.

Foto: AP
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