Holzkiste - so gelingt der Bau - DER SPIEGEL
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Basteln mit Holz Projekt Kiste - der Zuschnitt

Der Heimwerker möchte mithilfe eines Profis eine Kiste bauen - und dabei möglichst viel über das Basteln mit Holz lernen. Zweiter Schritt: Aus Eichenplatten und Sperrholz entstehen sechs Kisten-Einzelteile.
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Das Projekt Kiste beginnt: Die Seitenteile sollten 15 Zentimeter hoch sein. Eine Möglichkeit ist, sich auf die Skala an der Säge zu verlassen.

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Der Tipp vom Profi: Nachmessen vom Parallelanschlag bis zum Sägeblatt kann nicht schaden. Wenn man Bretter auf Länge sägt, sollte immer dieselbe Seite am Anschlag liegen - schließlich kann es sein, dass die Seiten des Brettes nicht ganz parallel sind.

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Sind die Schnitte genau angezeichnet? Rechte Winkel sind hier besonders wichtig, sonst wird die Kiste schief.

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Um zu überprüfen, dass man nicht aus Versehen Opfer eines ungenauen Winkels wird, gibt es einen einfachen Trick: Einfach von der anderen Seite auch noch mal anhalten: Wenn die Linie von beiden Seiten zu sehen ist, darf man darauf vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat.

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Die vier Seiten der Kiste sind auf Länge gesägt, zumindest grob. Nun geht es daran, die einzelnen Ecken vorzubereiten.

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Um sich die Anordnung der Teile zueinander zu merken, hat sich die Markierung mit einem einfachen Dreieck etabliert - und während des Projekts als sehr nützlich erwiesen.

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Als Erstes geht es an die Ecke mit Zinkenverbindung. Dafür erweist sich ein Streichmaß als äußerst hilfreich und praktisch.

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Die parallel zur Kante verlaufende Linie wird mithilfe des Streichmaßes gezogen. Angesichts von 15 Zentimeter breiten Brettern erscheint eine Einteilung in fünf Zinken als angemessen. Auch beim Anzeichnen der einzelnen Zinken war das Streichmaß hilfreich.

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Die Zinken werden mit der Kreissäge herausgearbeitet. Dazu muss die Sägetiefe exakt mit der Stärke des Brettes übereinstimmen. Bei anderen Schnitten sollte das Sägeblatt ein paar Millimeter über das Material hinausreichen. Ohne einen stabilen und präzise einzustellenden Anschlag wird das Ergebnis schlecht. Im Zweifelsfall lieber in eine hochwertige Säge mit stabilem Tisch investieren - und unbedingt darauf achten, dass es eine Absaugfunktion gibt. Sonst ist die Werkstatt bald zugestaubt.

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Es geht los: Millimeter für Millimeter werden Lücken für die Zinken herausgesägt, die später am zweiten Brett der Ecke entstehen. Wie bei allen Schnitten gilt: Finger weg vom Sägeblattbereich! Und nicht direkt hinter dem Sägeblatt stehen, sondern seitlich.

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Brett Nummer eins ist gesägt: Der Heimwerker ist zufrieden, es sieht exakt aus und die Ausrisse am Holz halten sich in Grenzen.

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Übertrag auf das zweite Brett: Die Zinken dienen quasi als Schablone.

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Der erste Versuch beim Zusammenstecken: Die Bretter sollten eng ineinander greifen - aber Vorsicht: Zinkenverbindungen sind ein super Beispiel für die Handwerker-Binse "Nach fest kommt ab". Die Zinken sollten bündig aneinander liegen. Aber Gewalt beim Zusammenbau ist tabu, sonst droht Bruchgefahr und alles geht kaputt.

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Ecke Nummer zwei: Mit der Kreissäge werden eine Nut und eine Feder herausgearbeitet.

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Erster Test: passt. Zu viel Luft wäre ebenso ungünstig wie eine Feder, die sich nur mit Gewalt in die Nut stecken lässt. Später werden die Bretter dann verleimt.

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Es geht weiter: Der Boden der Kiste soll aus 0,5 Zentimeter starkem Sperrholz sein. Dafür müssen in alle vier Seitenteile Nuten gefräst werden. Wichtig ist, vor und hinter dem Werkstück Opferplatten einzuspannen, damit das Holz am Anfang und Ende der Nut nicht ausreißt. Es empfiehlt sich zudem, vorher an einem Stück Abfallholz zu üben, um die richtige Arbeitsgeschwindigkeit zu finden. Wenn man zu schnell schiebt, wird die Fräsung unpräzise. Zu langsam ist aber auch nichts. Der Fräskopf dreht sich wahnsinnig schnell. Das erzeugt Reibungswärme und die verfärbt das Holz. Dunkelbraun-schwarze Streifen am Werkstück müssen ja nicht sein.

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Der Abstandhalter beziehungsweise Parallelanschlag der Oberfräse ermöglicht eine gerade Fräsung. Am Material - insbesondere bei den Fräsköpfen - sollte man nicht sparen. Die beste Maschine bringt nichts, wenn die Fräsköpfe schlecht sind. Genauso wie das beste Auto nicht viel hilft, wenn man im tiefsten Winter mit Sommerreifen unterwegs ist.

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Der Zwischenstand: Die Nuten für den Boden sind gefräst, die Ecke mit Zinken ist ebenso vorbereitet wie die Ecke mit einer Nut-Verbindung.

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Ecke Nummer drei: Hier sollen beide Seiten auf Gehrung gesägt werden. Mit Holz-Abfallstücken wird getestet, ob das Sägeblatt genau auf 45 Grad eingestellt ist.

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Nachprüfen der beiden gesägten Probestücke mit dem Winkel: Wenn die Neigung des Sägeblatts korrekt auf genau 45 Grad eingestellt ist, wird die Ecke rechtwinklig.

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Schließlich Ecke Nummer vier: Die beiden Seitenteile sollen hier "stumpf" verbunden werden, mithilfe von Flachdübeln. Dazu werden mit der Flachdübelfräse zwei Vertiefungen hergestellt - sie erscheinen hier als durchgehende Nut.

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Zwei Vertiefungen (die auf dem Foto ebenfalls wie eine Nut wirken) gibt es auch im anderen Brett. Wichtig: Unbedingt darauf achten, dass die Fräse an beiden Brettern in gleicher Höhe angesetzt wird - dabei helfen die Bleistiftmarkierungen.

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Die Ecken sind vorbereitet, bleibt noch das Mittelteil. Es soll an beiden Seiten Federn bekommen. Dafür werden an den langen Seitenbrettern mit der Kreissäge Nuten vorbereitet.

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Fertig: Nuten für den Boden und das Mittelteil.

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Die Säge- und Fräsarbeiten an den Seitenteilen sind abgeschlossen, ein erster Schliff beseitigt Unebenheiten.

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Das Mittelteil entsteht: Als Erstes geht es zum Frästisch, um die Federn an den Seiten herauszuarbeiten.

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Der Fräskopf ist so eingestellt, dass an der Kante des Brettes ein kleines Rechteck abgetragen wird.

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Gleiches geschieht, nachdem das Brett umgedreht wurde: So bleibt am Ende die Feder stehen. Nach diesem Prinzip wird auch auf der anderen Seite des Brettes eine Feder gefräst.

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Der Überblick: Boden, zwei lange und zwei kurze Seitenteile sowie das (noch nicht ganz fertige) Mittelteil.

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Hier soll das Griffloch entstehen: Sorgfältiges Anzeichnen macht das Leben leichter.

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Ein Forstnerbohrer und eine Tischbohrmaschine sind bei diesem Arbeitsschritt äußerst hilfreich.

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Das Holz zwischen den beiden Löchern wird mit der Stichsäge entfernt.

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Die Kanten des Grifflochs werden mit der Oberfräse abgerundet. Aus optischen Gründen werden mit der Stichsäge zudem noch die Ecken des Mittelteils oben abgesägt.

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