Honeckers Leibwächter - DER SPIEGEL
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Honeckers Leibwächter Der Mann an "Honnis" Seite

Bodyguards sorgen für die Sicherheit gefährdeter Personen. Das gab es auch in der DDR: Bernd Brückner war dreizehn Jahre lang Leibwächter von Erich Honecker. Seine Erinnerungen bieten eine seltene, aber distanzlose Nahaufnahme des "großen Erich".
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Nicht nur Politiker drängten in Honeckers Dunstkreis. Auch andere wollten ihn sehen; hier Peter Maffay 1987 in Bonn (rechts im Bild: Bernd Brückner). Bei aller Kritik an der DDR hielten viele die Teilung des Landes bis kurz vor Ende der achtziger Jahre für unumkehrbar.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Besuch beim Staatsgast: 1987 war Erich Honecker als Gast der Bundesregierung auf Schloss Gymnich untergebracht. Hier fährt Jutta Ditfurth, damals eine der Bundesvorstandssprecherinnen der Grünen, zu einem Besuch stilecht mit einem MZ-Beiwagen am Schloss vor.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Auch in Bonn wurde für Erich Honecker 1987 die Straße geräumt und Eskorte gefahren. Dass der Staatsratsvorsitzende der DDR derart empfangen wurde, empfand dieser damals als Ehre und Bestätigung. Aus West-Perspektive sah das anders aus: Ende der achtziger Jahre...

Foto: Archiv Bernd Brückner
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...zeichnete sich ab, dass die wirtschaftliche Lage der DDR zunehmend desolat war. Bereits 1988 äußerte sich der US-Außenpolitiker Henry Kissinger, dass sogar eine Wiedervereinigung denkbar würde. Als Honecker 1989 die DDR-Staatsjagd in Thüringen eröffnete, war das Ende des Staates DDR schon in greifbare Nähe gerückt.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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So wurde die Staatsjagd 1989 bei Erfurt, ein Anfang der siebziger Jahre vom passionierten Hobbyjäger Honecker selbst initiiertes Ritual, die letzte ihre Art.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Hier macht im September 1981 Richard von Weizsäcker (CDU) als frisch gewählter Regierender Bürgermeister von West-Berlin seinen Antrittsbesuch bei Honecker in Schloss Niederschönhausen. Drei Jahre später sollte er Bundespräsident werden. Brückner wird hier verdeckt vom Mann mit dem Koffer.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Vergleichsweise unauffällig: 1988 reist der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl durch die DDR - ohne eigenen Personenschutz. Vorneweg fuhr die Volkspolizei, hintendran ein Wagen der DDR-Personenschützer - Brückner selbst machte das Foto.

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Schweden 1986: Erich Honecker bereist Skandinavien. Für das Ausland war Honecker der Vertreter eines der zwei deutschen Staaten und als solcher durchaus nicht unwichtig: Zeitweilig war die DDR wirtschaftlich der stärkste Ostblock-Staat, schaffte es in die Top 20 der stärksten Wirtschaftsnationen.

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Bernd Brückner und Siegfried Anders, Cheffotograf des Personenschutzes: Auch der Mann mit der Knipse war stets dabei, wenn Honecker unterwegs war. Formell herrschte in der DDR das Kollektiv des Staatsrats als direkte Vertretung des Volkes. In der Realität besaßen die Staatsratsvorsitzenden erhebliche, fast autokratische Machtfülle - klar, dass man jeden Schritt des "großen Erich" dokumentierte.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Nationales Jugendfestival, Pfingsten 1989. Vor der Tribüne Bernd Brückner (r.), links außen der Fotograf Siegfried Anders vom Personenschutz. Die Inszenierung von Macht durch Masse gehörte zum politischen Stil: Auch Honecker ließ sich organisiert feiern.

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Erich Honecker unterwegs auf einer schwedischen Staatsjacht, Juni 1986: Für die DDR waren die skandinavischen Länder Nachbarstaaten an der Ostsee - und die wurde nicht selten zum Fluchtweg für Republikflüchtlinge, wie man Menschen, die ausreisen wollten, das aber nicht durften, zynisch nannte.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Die Großeltern Erich und Margot Honecker mit Enkel Roberto, 1977. Die Ehe des Paares hatte mit einem Skandal begonnen: 1952 gebar die damals jüngste Volkskammerabgeordnete Margot Feist ein uneheliches Kind, dessen Vater Honecker war. Der aber war verheiratet: Die Partei sorgte für eine baldige Scheidung und neuerliche Vermählung - ein durchaus miefig-bürgerliches öffentliches Image gehörte auch in der DDR zum guten Ton.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Ein Albtraum für Sicherheitsleute: Am 20. Jahrestag der Staatsgründung der DDR fahren 1969 sämtliche Staatsführungen der Staaten des Warschauer Pakts in einer einzigen Kolonne - undenkbar, dass heute irgendwo auf der Welt solche Risiken eingegangen würden. Bernd Brückner fährt auf der rechten Seite in der Eskorte, etwa auf Höhe des Verkehrspolizisten in Weiß, Leonid Breshnew winkend auf dem Beifahrersitz im ersten Auto.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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Die Gorbatschows: Der sowjetische Staats- und Parteichef, dessen Regierungszeit die Öffnung zum Westen und das nahende Ende des Sowjetstaats markierte, besuchte die DDR dreimal. Brückner (4.v.l.) begleitete ihn bei jeder Reise.

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Neunkirchen 1987: Wolfgang Leonhardt wird kontrolliert, ob er zu Honecker darf. Zwei Jahre später wurden weit über hundert DDR-Personenschützer in der Bundesrepublik in den Dienst übernommen.

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März 1988, Rundgang auf der Frühjahrsmesse: Honecker täuscht Business as usual vor. Dabei berichten zeitgleich Westmedien über die wachsenden Besucherzahlen bei Friedensandachten auf der Messe. Der Geist von Glasnost und Perestroika wird zum Druckmoment, der DDR geht der Rückhalt verloren. Ende 1988 setzt sich Honecker mit der Doktrin "Sozialismus in den Farben der DDR" von der Sowjetunion ab. Die Isolation wächst.

Foto: Archiv Bernd Brückner
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