Horst Köhler: Der Wahlkämpfer - DER SPIEGEL
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Horst Köhler Der Wahlkämpfer

In der Bevölkerung ist Horst Köhler beliebt. Aber als erster Bundespräsident muss er um seine Wiederwahl bangen - was dazu führt, dass er sich mit seiner Herausforderin Schwan quasi in einem Wahlkampf befindet.
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Horst Köhler, 1943 als siebtes von acht Kindern einer Bauernfamilie im polnischen Skierbieszów geboren, studiert nach dem Wehrdienst Wirtschaftswissenschaften in Tübingen. Er arbeitet seit 1976 im Bundeswirtschaftsministerium, promoviert 1977. 1990 wird er Staatssekretär von Finanzminister Theo Waigel, später Wirtschaftsberater Helmut Kohls und gestaltet die Europäische Währungsunion maßgeblich mit.

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Aus familiären Gründen wechselt Horst Köhler 1993 als Präsident zum Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Fünf Jahre später wird er Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Mitte 2000 übernimmt er vier Jahre lang das Amt des Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF). In dieser Eigenschaft trifft er im September 2000 auch mit Gordon Brown (Bild) zusammen, damals britischer Schatzkanzler.

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Köhler ist seit 1969 mit seiner Frau Eva Köhler, einer ehemaligen Grundschullehrerin, verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Horst Köhler tritt 1981 in die CDU ein, gilt aber als nicht als Parteisoldat. Seine Frau engagiert sich zeitweise auf kommunaler Ebene - als SPD-Mitglied.

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Bisher ist Horst Köhler eher hinter den Kulissen der Politik tätig, im März 2004 tritt er in die erste Reihe: CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Amtskollege Edmund Stoiber (r.) stellen Köhler als den Kandidaten der Union für das Amt des Bundespräsidenten vor.

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Sieg im ersten Wahlgang: Am 23. Mai 2004 wählt die Bundesversammlung Horst Köhler zum neuen Bundespräsidenten. Herausforderin Gesine Schwan, die für die SPD antritt, hat das Nachsehen.

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Christdemokrat Horst Köhler tritt die Nachfolge von Sozialdemokrat Johannes Rau an. Unmittelbar nach der Wahl stellen sich Horst und Eva Köhler mit seinem Vorgänger Johannes Rau und dessen Gattin Christina im Amtssitz Schloss Bellevue in Berlin den Fotografen. Der als zurückhaltend geltende Köhler wirkt dabei leicht nervös.

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Köhlers erster Auslandsbesuch gilt im Juli 2004 seinem Geburtsland Polen - seine Amtsvorgänger sind dagegen stets zuerst nach Frankreich gefahren. Im Februar 2005 besucht Köhler Israel (im Bild: Köhler in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Waschem in Jerusalem). Er beginnt seine Rede mit Worten auf Hebräisch - israelische Medien feiern die Geste als historisch.

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Der Katholik zu Besuch beim Protestanten: Wenige Monate nach seiner Wahl zum Papst reist Benedikt XVI. in sein Heimatland Deutschland. Bundespräsident Köhler trifft ihn anlässlich des Weltjugendtags in Köln in der Bonner Villa Hammerschmidt.

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Historische Amtshandlung: Am 22. November 2005 ernennt Horst Köhler seine Parteifreundin Angela Merkel offiziell zur Bundeskanzlerin - sie ist die erste Frau an der Spitze einer deutschen Regierung.

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Er mag Fußball, das ist unübersehbar: Köhler bei der Eröffnungfseier der in Deutschland ausgetragenen Weltmeisterschaft 2006 mit Organisator Franz Beckenbauer (r.) und Fifa-Boss Sepp Blatter. Köhler treibt auch selbst gern Sport, er fährt Ski, joggt regelmäßig und spielt Golf.

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In seiner Direktheit unterscheidet sich Horst Köhler von seinen Vorgängern. Mal äußert er rechtliche Bedenken gegen politische Entscheidungen, mal mahnt er die Deutschen. In der vierten "Berliner Rede" fordert Köhler im März 2009 (Bild) angesichts der Finanzkrise eine Neuorientierung und Selbstkritik der Verantwortlichen.

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An Afrika hängt sein Herz: Horst Köhler setzt sich bei zahlreichen Besuchen (wie hier im Februar 2008 in Ruanda) für eine bessere Zusammenarbeit mit dem schwarzen Kontinent ein. "Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit unserer Welt am Schicksal Afrikas", sagt Köhler.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?