Hot Rods Raketen vom Recyclinghof
Witzige Autos: Eine der unfassbar vielen Gattungen des Dragracing-Klassements sind die sogenannten Funny Cars. Sie erinnern nur noch entfernt an ihre Serienmäßigen Vorbilder, haben statt einer echten Karosserie einen Gitterrohrrahmen und eine übergestülpte Glasfaserhaube.
Ein echter Renner: Als erster Dragster durchbrach der "Mondello-Matsubara" (vorn im Bild) die 320 Km/h-Grenze auf der Viertelmeile.
Feuer und Flamme: Eigentlich war Tommy Ivo Schauspieler - in mehr als 100 Filmen hatte er mitgespielt und in mehr als 200 TV-Shows mitgewirkt. Neben seiner Hollywoodkarriere aber führte "TV Tommy" ein Doppelleben auf den Dragstrips der USA. Durch seine Gagen finanziell gut ausgestattet, schuf er einige der legendärsten Dragster aller Zeiten.
Prototyp: Der von Dick Kraft kreierte "The Bug" gilt als erster Dragster überhaupt. Basis war der Rahmen eines 32er Ford - und viel mehr als Rahmen und der Flathead-V8-Motor war auch nicht dran am schnellen Käfer. Kraft hatte damit den Wagen auf das Wesentliche reduziert - den Rahmen. So wurde auch der Name für die ersten Dragster geprägt. Noch bis in die späten sechziger Jahre hinein hießen diese "Rail Jobs".
Wild Willy Borsch: Willie Borsch in seinem berühmten "Winged Express" im Sommer 1966 auf dem Racetrack von Irvingdale. Borsch erhielt in der Drag-Racing-Szene schnell den Spitznamen "Wild Willie", weil er prinzipiell einhändig fuhr und den anderen Arm lässig aus dem Fahrzeug hängte. Zumindest sah es so aus. Tatsächlich hielt sich Borsch an der Karosserie fest - der Sitz seines geflügelten Renners war schlicht zu groß.
8000 PS und Fallschirmbremse: Die Beschleunigung der Top-Fuel-Dragster ist so brachial, dass Bremsen allein zur Verzögerung nicht ausreichen. In nur 400 Metern erreichen sie Geschwindigkeiten von über 500 Km/h und verbrennen dabei bis zu 57 Liter Benzin. Rund 8000 PS leisten die Motoren und erzeugen Beschleunigungskräfte von bis zu 6G - gebremst wird per Fallschirm.
Fisch im Blindflug: Bob Riggle 1969 im legendären Plymouth Barracude bei einem seiner legendären Wheelies auf dem Racetrack von Irwindale. Der unter dem Namen "Hemi Under Glas" firmierende Barracuda hatte den sonst vorne liegenden 7-Liter-Motor unter die große Panoramarückscheibe ins Heck verpflanzt bekommen. Durch die veränderte Gewichtsverteilung hob bei dem schnellen Fisch beim Beschleunigen sofort die Front vom Boden ab. So fuhr er fast die komplette Viertelmeile. Entgegen hartnäckigen Gerüchten befand sich im Fußraum des Fahrers keine Glasscheibe zum linsen auf die Strecke - er war also im Blindflug unterwegs.
Vollgas in der Salzwüste: Anders als bei Quartermile-Rennen auf den Dragstrips geht es in der Wüste weniger um die Beschleunigung, als um die Endgeschwindigkeit. Die ausgetrockneten Salzseen mit ihrer extrem glatten Oberfläche eignen sich deswegen besonders für die Suche nach dem Top Speed - zum Beispiel mit diesem Ford Starliner.
Shirley Muldowney: Die attraktive Fahrerin dominierte zusammen mit Tommy Ivo und Don Garlitts lange Jahre die Dragracing Szene. Trotz mehrerer übler Unfälle, bei denen sie teilweise schwere Verbrennungen erlitt, konnte Muldowney ihre Finger nicht vom Rennzirkus lassen.
"Don't shit in firesuit": Wer einmal die brachiale Beschleunigung eines hoch gezüchteten V-8-Motors erlebt hat, lacht über diesen Warnhinweis im Cockpit nicht mehr.
Pfeil! Schnell?: Mit Rennzigarren Marke Eigenbau machen sich immer wieder Hot Rodder in der Mojawe-Wüste oder auf den ausgetrockneten Salzseen auf die Suche nach dem ganz persönlichen Geschwindigkeitsrekord.
Schnell und schnittig: Anders als bei Dragstern werden bei Top-Speed-Fahrzeugen eher dünne Reifen aufgezogen. Grip ist hier zweitrangig, Luftwiderstand das Zauberwort. In die Kategorie bessere Aerodynamik fallen auch die Felgenverkleidungen aus Aluminium.
Die wollen nur spielen: Die "Fuzzy Dice" genannten Plüschwürfel waren einst das geheime Erkennungzeichen aller Hot Rodder - sie signalisierten die Bereitschaft zu illegalen Straßenrennen. Hierzulande baumeln sie gerne mal vollkommen sinnentfremdet als Accessoire am Rückspiel von Polo Fox und Co.
Burnout-Syndrom: Vor dem Start die Reifen Qualmen zu lassen, ist ein essentieller Bestandteil eines jeden Beschleunigungsrennens - so werden sie aufgewärmt und bekommen den nötigen Grip, um sich sofort in den Asphalt zu krallen.
Smokin' Graham: Ein 1934 Graham Hot Rod, 3 window coupé. Smokin' Shutdown Hot Rod Magazin-Firmenfahrzeug.