HUAC-Ausschuss: Das Komitee gegen Kommunisten - DER SPIEGEL
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Kommunistenhatz in den USA "Sind Sie oder waren Sie jemals...?"

Als deutsche Exilanten in den USA eine Künstlerkolonie bildeten, gerieten sie bald ins Visier von Kommunistenjägern. Übersetzer Eric Bentley, heute 100 Jahre alt, begleitete Bertolt Brecht und Hanns Eisler durch harte Jahre.
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Bertolt Brecht beim Verhör: Am 30. Oktober 1947 musste der deutsche Dramatiker, in den USA im Exil, vor dem "Komitee für unamerikanische Umtriebe" erscheinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die vereinigten Staaten die Hatz auf Kommunisten eröffnet.

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Brecht als Zwanzigjähriger: Der 1898 geborene Künstler war durch Zurückstellung vom Militärdienst dem Ersten Weltkrieg entgangen. Schon früh schrieb er Theaterstücke; als erste wurden 1922 "Trommeln in der Nacht" und "Die rote Zibebe" aufgeführt.

Foto: dpa/ picture alliance / dpa
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Weg ins Exil: Im Februar 1933, einen Tag nach dem Reichstagsbrand, verließ Bertolt Brecht Deutschland. Nach mehreren Exil-Zwischenstationen, darunter Dänemark und Frankreich, erhielt er 1941 ein Einreisevisum für die USA und ließ sich mit seiner Familie in Santa Monica (Kalifornien) nieder.

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Weggefährte Eric Bentley: Schon früh lernte Brecht einen Engländer kennen - Eric Bentley, damals Doktorand und junger Englischlehrer (hier eine Aufnahme Jahrzehnte später). Die beiden trafen sich erstmals im Juli 1942. Bentley übersetzte Brecht-Texte und versuchte, sie in Zeitungen unterzubringen, allerdings lange vergebens.

Foto: Northwestern University Press
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Unglückliche Jahre: In Amerika fand der Dramatiker kaum Gehör. Wie etliche andere deutsche Emigranten, die eine Künstlerkolonie am Pazifik bildeten, wollte er in Hollywood Fuß fassen. Veröffentlichungen gelangen ihm aber kaum...

Foto: DB/ picture alliance / dpa
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...nicht einmal mit Eric Bentleys Unterstützung (hier eine Aufnahme von 1993). In der Zusammenarbeit beschreibt der Übersetzer und Autor ihn als ausgesprochen schwierig: Brecht habe um jedes Wort gerungen, er "schrie immer, wenn irgendwas schiefging, er war von einer unglaublichen Paranoia besessen", so Bentley. "Er witterte überall Sabotage und Nazis."

Foto: Julio Gomez
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Erzwungene Aussage: "Sind Sie oder waren Sie jemals Mitglied der Kommunistischen Partei?", lautete die zentrale Frage vor dem "House Un-American Activities Committee" (HUAC) des Repräsentantenhauses. "Ich war und bin kein Mitglied einer kommunistischen Partei", lautete Brechts Antwort im Zuge einer längeren Auseinandersetzung, in der es auch um einzelne Brecht-Texte sowie die richtige Übersetzung und Interpretation ging.

Foto: HLG / AP
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Hanns Eisler wurde ebenfalls angefeindet als potentieller kommunistischer Staatsfeind und musste tagelang vor dem Ausschuss aussagen. Der HUAC-Hauptermittler bezeichnete ihn als "Karl Marx auf dem Gebiet der Musik". Der Komponist, hier bei seiner Befragung am 24. September 1947, wurde aus den USA ausgewiesen, wie auch sein Bruder Gerhart. Nach seiner Rückkehr über Umwege nach Berlin im Jahr 1949 komponierte Eisler die Melodie der DDR-Nationalhymne "Auferstanden aus Ruinen".

Foto: AP
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Das "Komitee für unamerikanische Umtriebe" am 31. Juli 1948. Zu sehen sind, von links in der vorderen Reihe: John McDowell, Karl E. Mundt, Elizabeth Bentley und J. Parnell Thomas. In der Reihe hinten: Richard M. Nixon, John Rankin, F. Edward Hebert und J. Hardin Peterson. Elizabeth Bentley (nicht verwandt mit Eric Bentley!) hatte bis 1945 für die Sowjetunion spioniert und war dann zu den USA übergelaufen. Sie benannte mehr als 30 Regierungsangestellte als angebliche Mitglieder eines Spionagerings. Das US-Justizministerium verurteilte damals nur zwei der Männer, da außer Bentleys Zeugenaussage keine Beweise vorlagen.

Foto: Harvey Georges / AP
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FBI-Direktor J. Edgar Hoover (Foto von 1953) witterte vor allen einen Hauptfeind der Vereinigten Staaten - den Kommunismus. Und der habe in Hollywood Fuß gefasst, einem angeblichen Hort linker Agitatoren. "Der Kommunismus ist keine politische Partei. Er ist eine Lebensweise. Eine bösartige und hinterhältige Lebensweise, ein Zustand, der einer Krankheit ähnelt und sich wie eine Epidemie verbreitet. Und wie bei einer Epidemie ist Quarantäne notwendig, um zu verhindern, dass diese Nation infiziert wird", sagte Hoover im März 1947 vor dem HUAC.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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Die "Hollywood Ten" mit ihren Anwälten. Zehn der Vorgeladenen verweigerten die Aussage vor dem HUAC, bestanden auf ihrem Recht auf Meinungsfreiheit und insistierten, dass die Fragen unzulässig seien. Sie wurden von vielen Hollywood-Kollegen unterstützt, aber zu Haftstrafen verurteilt. Das Bild zeigt vorn, von links: Herbert Biberman, Anwalt Martin Popper, Anwalt Robert W. Kenny, Albert Maltz and Lester Cole. Zweite Reihe, von links: Dalton Trumbo, John Howard Lawson, Alvah Bessie und Samuel Ornitz. Hinten, von links: Ring Lardner Jr., Edward Dmytryk und Adrian Scott.

Foto: AP
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Treffen der Exilanten: Physiker Albert Einstein (links) und Schriftsteller Thomas Mann (rechts; dazwischen der Rabbi Stephen Wise) hatten beide Professuren an der Universität Princeton. Mann wurde 1944 amerikanischer Staatsbürger, während US-Behörden früh Brecht als "enemy Alien" einstuften, als "feindlichen Ausländer". Die beiden Autoren verband kaum mehr als gegenseitige Abneigung, doch selbst Mann gestand Brecht zu: "Das Scheusal hat ja Talent."

Foto: AP
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Dichtender Sozialrevolutionär: Über Paris reiste Brecht im Herbst 1947 aus den USA aus, zunächst nach Zürich und nach einem längeren Aufenthalt dort ein Jahr später zurück nach Ost-Berlin.

Foto: Ruth Berlau
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Als dieses Foto in Ost-Berlin entstand, konnte Brecht (links) seine Theater-Ideen wieder umsetzen - und traf auch auf Hanns Eisler (rechts), der im März 1948 aus den USA nach Wien ausgereist war und 1949 nach Berlin übersiedelte.

Foto: Bettmann/ Bettmann Archive
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Unter Funktionären: In der sowjetischen Besatzungszone, die am 7. Oktober 1949 zur DDR wurde, ließ Brecht sich früh einspannen, zum Beispiel hier zur Friedenskundgebung des Kulturbundes am 24. Oktober 1948. Das Motto lautete: "Verteidigung des Friedens ist Verteidigung der Kultur".

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Besuch in Polen (1952): Mit ihrem Berliner Ensemble feierten Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel schnell Erfolge und gaben auch im Ausland umjubelte Gastspiele. Sie verfolgten die Idee eines sozialistischen Theaters zwischen Belehrung und Vergnügen.

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Brecht und Weigel als DDR-Theaterhelden am 1. Mai 1954 (aus einer Plakatsammlung der SED). Vor allem seine Reaktion auf den Volksaufstand am 17. Juni 1953 hatte Brecht heftige Kritik eingetragen. Die Regierung veröffentlichte Äußerungen, in denen er sich mit der SED solidarisch erklärte, und unterschlug kritischere Teile seines Briefes an Walter Ulbricht, Generalsekretär des Zentralkomitees der DDR.

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Die späten Jahre: Das Foto zeigt Brecht 1955 im Gespräch mit dem Frankfurter Verleger Peter Suhrkamp (Mitte) und dem Intendanten Harry Buckwitz (links). Etwa ein Jahr später starb er am 14. August 1956 im Alter von 58 Jahren.

Foto: dpa/ picture alliance / dpa
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Übersetzer und Autor Eric Bentley (hier in seiner Wohnung in New York) ist mittlerweile 100 Jahre alt und hat sich jahrzehntelang mit den Werken von Brecht und Eisler beschäftigt. 1972 schrieb er das Drama "Are You Now Or Have You Ever Been" zum Wirken des berüchtigten "Ausschusses für unamerikanische Umtriebe".

Foto: Frank Fournier
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"Eric Bentley's Brecht-Eisler Song Book" ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der New Yorker Sängerin Karyn Levitt mit Bentley - für ihn der Schlusspunkt seines Lebenswerkes.

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