Husni Mubarak Karriere eines Despoten
Drei Jahrzehnte lang herrscht Husni Mubarak über Ägypten - bis sein eigenes Volk ihn im Februar 2011 von der Macht vertrieb. Vor seinem Sturz galt er als verlässlicher Partner, auch für den Westen. Nun ist er isoliert.
Demonstranten hatten seit Januar 2011 wochenlang auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen Mubarak protestiert. Schließlich hatte der Despot am 11. Februar sein Amt niedergelegt und war mit seiner Familie in den Badeort Scharm al-Scheich geflohen.
Mubarak (hier eine Aufnahme von 1974) galt den Ägyptern lange Zeit als Volksheld - wegen seines Einsatzes im Jom-Kippur-Krieg gegen Israel.
Insgesamt drei Jahrzehnte führte der frühere Luftwaffenoffizier sein Land mit harter Hand. Gestützt wurde er dabei vom Geheimdienst und der Einheitspartei NDP.
Nach dem Attentat auf Ägyptens Staatsoberhaupt Anwar al-Sadat (rechts im Bild) am 6. Oktober 1981 war Husni Mubarak nachgerückt und kam an die Macht. Dieses Foto zeigt die beiden kurz vor dem Anschlag.
Wenige Tage später, am 14. Oktober 1981, wurde Mubarak als Präsident Ägyptens vereidigt.
Kaum ein anderer Herrscher der arabischen Welt stand länger an der Staatsspitze als Mubarak (hier ein Foto von 1980), der im Ausland als Garant der Stabilität und als Bollwerk gegen den Islamismus geschätzt wurde.
Mubarak bei einer Parteiveranstaltung (im Jahr 2009): Unter dem Druck der USA führte der Machthaber vorsichtige Reformen durch. 2005 ließ der Präsident, der bis dahin seine Amtszeiten stets vom Volk per Referendum hatte verlängern lassen, erstmals Gegenkandidaten bei den Wahlen zu.
Der Westen sah in dem Ägypter einen Pfeiler für die Stabilität im Nahen Osten. Daher wurde sein Land mit Milliarden unterstützt. Über Menschenrechtsverletzungen sah der Westen hinweg. Das Bild zeigt Mubarak mit Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi im Jahr 1990.
Die Mubaraks: Vater Husni mit seiner Frau Suzanne und den Söhnen Alaa und Gamal - wegen des übermäßigen Einsatzes von Gewalt und des Todes Dutzender Demonstranten bei den Protesten auf dem Tahrir-Platz muss sich nicht nur Mubarak selbst verantworten, sondern auch seine Söhne.
In den Monaten nach dem Sturz Mubaraks kam es immer wieder zu Protesten - vielen Menschen im Land ging die Aufarbeitung der Ära Mubarak nicht schnell genug. Diese Aufnahme zeigt Demonstranten auf dem Tahrir-Platz im Juli 2011.
Um den einstigen Staatschef vor Angriffen zu schützen, ist im Gerichtssaal in Kairo ein Metallkäfig aufgebaut worden.