Icann Die Internet-Adressverwalter
Neue Domain-Endungen: Unternehmen, Regierungen und Verwaltungen können für ihre Internet-Auftritte künftig eine Vielzahl neuer Adress-Bereiche nutzen. Die Internet-Verwaltung Icann hat dafür am 20. Juni 2011 in einer historischen Entscheidung den Weg freigemacht.
Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann): Die kalifornische Nonprofit-Firma definiert wichtige Rahmenbedingungen der Funktionen des Internet, verwaltet und gestaltet den sogenannten Adressraum und übt mittelbar eine Kontrolle über die Rootserver des Internet aus, ohne die dort nichts läuft.
Freude über neue Domain-Endungen: "Die heutige Entscheidung wird ein neues Internet-Zeitalter in Gang setzen", sagte Peter Dengate Thrush, der Vorsitzende des Icann-Verwaltungsrats.
Die Icann wacht über das Web - mit begrenzten Mitteln: Icann-Chef Rod Beckstrom ist eine Art oberster Straßenverkehrsaufseher - nur dass seine Datenstraßen die Welt umspannen. Insofern kann über die Instrumentarien von Icann durchaus Macht ausgeübt werden, was seit Jahren...
...immer wieder auch Kritik hervorgerufen hat: Die EU-Kommission (im Bild: Kommissarin Viviane Reding) forderte mehr Beteiligung. Im international besetzten Aufsichtsrat der Icann ist die USA nur noch mit einem Sitz vertreten. Daraus aber abzuleiten, die USA lockerten die Kontrolle über Icann und das Internet, wäre übertrieben,...
...nach wie vor kontrollieren die USA direkt sieben der 13 großen Rootserver, an der Kontrolle der sechs anderen (die verteilt auf der Welt stehen, aber unter jeweils einer Adresse erreichbar sind) sind sie beteiligt. Die Iana, die die Zuteilung von IP-Adressen, Top-Level-Domains und IP-Protokollnummern koordiniert und die Rootserver mit Daten befüttert, bleibt über einen eigenen Vertrag an das US-Handelsministerium gebunden. Das letzte Wort behält somit die US-Administration.