Idi Amin Der Schlächter von Afrika
Ugandas früherer Präsident Idi Amin machte zunächst beim Militär Karriere. Er begann in der britischen Kolonialarmee als Hilfskoch, wurde Offizier und putschte sich nach Ugandas Unabhängigkeit 1971 an die Macht. Einen unrühmlichen Platz in der afrikanischen Geschichte fand er als blutrünstiger Alleinherrscher.
Unbeliebter Unabhängigkeitsführer: Milton Obote hatte zuvor die Erwartungen der Bevölkerung enttäuscht. Statt Wohlstand blühten im Jahrzehnt nach der Unabhängigkeit von 1962 Vetternwirtschaft und Korruption in Uganda. Das Zivilregime hatte versagt, jetzt wollte das Militär Ordnung schaffen. Deshalb brach Jubel aus, als Armeechef Idi Amin im Januar 1971 putschte. Das Foto zeigt Obote auf der Commonwealth-Konferenz in Singapur – das war der Zeitpunkt, als Amin an die Macht kam.
Jubel für den neuen Mann: Idi Amin entließ sofort nach seinem Putsch 55 Oppositionspolitiker, die das Obote-Regime eingekerkert hatte. Das brachte dem als Boxchampion landesweit bekannten Militär Amin viele Sympathien.
Eid auf die Verfassung: Nach dem Putsch wurde Idi Amin Präsident von Uganda und leistete auf diesem Foto den Schwur auf die Verfassung, vor dem Obersten Richter Sir Dermont Sheridan, der nach britischem Brauch eine Perücke trug.
Exodus aus Uganda: Bürger asiatischer Herkunft warten vor der britischen Botschaft in Kampala, um Visa für Großbritannien zu beantragen. Idi Amin erzwang die Ausreise von 40.000 seit Generationen in Uganda ansässigen Asiaten. Als Folge kollabierte die Wirtschaft des afrikanischen Landes weitgehend.
Ankunft in Europa: Aus Uganda vertriebene Asiaten aus der Glaubensgemeinschaft der Sikh warten 1972 auf dem Londoner Flughafen Heathrow auf Angehörige.
Anti-Willkommenskultur: Anhänger des britischen Rechtspolitikers Enoch Powell demonstrieren in London gegen die aus Afrika ankommenden Asiaten. Powell prophezeite steigende Arbeitslosigkeit und Unruhen »mit Strömen von Blut«. Er hatte unrecht.
Frauenheld Amin: Idi Amin hatte mehrere Frauen und etliche Konkubinen. Das Foto von 1975 zeigt den Präsidenten bei der Inspektion von Soldatinnen.
Die Rache des Kolonisierten: Als Präsident von Uganda genoss es Idi Amin, Weiße zu demütigen. Auf dem Foto von 1975 lässt er Europäer niederknien, die Staatsbürger von Uganda werden wollen, und...
...ließ sich auch – in Umkehr von Traditionen aus der Kolonialzeit – bei einer Party für Diplomaten von vier britischen Geschäftsleuten herumtragen. Ein Schwede hielt einen Schirm über den schwarzen Herrscher. Solche Possen festigten das Image eines übergeschnappten Clowns – tatsächlich war Amin ein grausamer Gewaltherrscher.
Prügel für Gesetzesbrecher: Idi Amin ließ Personen öffentlich auspeitschen, die angeblich Wuchergeschäfte machten oder wichtige Waren horteten.
Mysteriöser Todesfall: Amins langjähriger Freund und Innenminister Charles Oboth Ofumbi starb im Februar 1977 bei einem Autounfall. Vorher war er festgenommen worden, weil er angeblich in eine Verschwörung verwickelt war.
Der Präsident als Familienvater: Idi Amin hatte etliche Frauen und eine riesige Kinderschar. Er liebte es, mit seinen Kindern zu posieren, wie hier 1976 mit einem Sohn im Swimmingpool.
Schwergewicht Idi Amin: Vor seiner politischen Karriere war der 1,93 Meter große, etwa 120 Kilo schwere Amin als Meisterboxer bekannt und wurde mehrfach Champion von Uganda und von Ostafrika. Zur Eröffnung der Afrikanischen Meisterschaften 1974 in Kampala trat der Präsident zu einem Schaukampf gegen Ugandas Nationaltrainer Grace Seruwagi an.
Stimmungskanone Amin: Bei den Festlichkeiten zum siebten Jubiläum seiner Machtergreifung amüsierte sich der Präsident mit Stammestänzern, Soldaten und Zivilpersonen. Er konnte, wenn ihm gerade danach war, durchaus gute Laune verbreiten - aber Uganda versetzte er als »Schlächter von Afrika« in Angst und Schrecken.
Hauptfigur in Comedy Shows: Schauspieler in aller Welt machten den Schreckensherrscher zum Popstar unter den Despoten. Amins Grausamkeiten entsetzten die Welt, die gleichzeitig über seine Clownerien lachte. Garrett Moris verkörperte in der amerikanischen TV-Sendung »Saturday Night« Idi Amin, Bill Murray den Moderator Walter Cronkite.
Helden-Empfang: Auf dem Ben Gurion Flughafen von Tel Aviv jubeln Israelis am 4. Juli 1976 einem Piloten zu, der gerade von einem Einsatz in Uganda kommt. Dort hatte ein israelisches Kommando Geiseln befreit, die in einer El-Al-Maschine auf dem Flug von Israel nach Frankreich nach Entebbe in Uganda entführt worden waren. Ob Amin von dem Vorhaben der palästinensischen Luftpiraten wusste, ist nicht erwiesen. Jedenfalls verurteilte er Israels Befreiungsaktion als imperialistische Attacke.
Die Geisel, die nicht heimkehrte: Dora Bloch, eine 74-jährige Jüdin mit britischem und israelischen Pass, war vor der Landung des israelischen Kommandos vom Flughafen Entebbe in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort verliert sich ihre Spur; alles spricht dafür, dass sie von Amins Schergen umgebracht wurde. Das Foto zeigt Dora Bloch mit ihrer Enkeltochter.
Amins Luftwaffe in Trümmern: Bei ihrem Befreiungseinsatz zerstörten die Israelis alle Mig-Jets von Ugandas Luftwaffe. Den Verlust ersetzte Amins Verbündeter Muammar Gaddafi. Der libysche Militärherrscher schickte 20 Mirage-Kampfmaschinen.
Zwei Diktatoren, die sich mochten: Gaddafi unterstützte Idi Amin auch mit Geld und Personal. Der Libyer war an der Macht von 1969 bis 2011; Amin herrschte in Uganda von 1971 bis 1979. Nach seinem Sturz flüchtete Amin zunächst nach Libyen. Auf dem Foto aus den Siebzigerjahren stellt Amin seinem Besucher ugandische Offiziere vor.
Gastgeber Idi Amin: Am 29. Juli 1975 empfing Amin (sitzend 2. von links) in Kampala eine Delegation des Königs von Swaziland und den Palästinenserchef Jassir Arafat (sitzend 2. von rechts). Arafats PLO schickte Sicherheitsspezialisten und Fachleute mit Fähigkeiten der ausgewiesenen Asiaten nach Uganda.
Amin unter Glaubensbrüdern: Der zur Muslim-Minderheit seines Landes (16 Prozent) gehörende Idi Amin hielt intensive Kontakte zur islamischen Welt – zu Staaten wie Saddam Husseins Irak ebenso wie zum konservativen Saudi-Arabien. Das Foto zeigt Amin beim Arabisch-Afrikanischen Gipfeltreffen im März 1977 in Kairo.
Präsident und Possenreißer: Idi Amin verblüffte die Welt mit bizarren Ideen. Einmal gab er eine Pressekonferenz im Swimmingpool eines Hotels - eine Aufnahme vom 10. Januar 1976 in Addis Abeba, wo ein Gipfeltreffen von Äthiopien und Uganda stattfand.
Das nahe Ende des Diktators: Die Armee von Tansania, unterstützt von Exil-Ugandern, bedrängte Idi Amin, nachdem er Kampfhandlungen gegen das Nachbarland begonnen hatte. Das Foto zeigt Truppen aus Tansania beim Vormarsch auf die ugandische Stadt Jinja.
Letzte Opfer: Ein Soldat aus Tansania sieht im Gebäude von Ugandas Staatssicherheit in Kampala die Leichen von Ermordeten. Vor ihrer Flucht hatten Amins Gefolgsleute viele Gefangene umgebracht.
Ruhmloses Ende: Nach ihrer Kapitulation am Flughafen von Entebbe am 10. April 1979 werden ugandische Soldaten, die bereits zivile Kleidung angelegt haben, von Truppen aus Tansania (rechts) abgeführt. Am folgenden Tag fiel die nahe gelegene Hauptstadt Kampala, wo...
...Menschen Bilder von Idi Amin zertrampelten, der sich vor den anrückenden Truppen abgesetzt hatte.
Jubel nach Amins Abtritt: Drei Tage nach Amins Flucht aus Uganda 1979 feierte die Bevölkerung das Ende von acht Jahren brutaler Diktatur. Als neuer Präsident wurde Yussuf Lule eingeschworen.
Amin im Exil: Nach einem Zwischenaufenthalt in Libyen gewährte Saudi-Araben dem entmachteten Idi Amin Zuflucht. Einzige Bedingung des Gastlandes: keine politischen Aktivitäten, keine öffentlichen Erklärungen. Das Foto entstand 1981 in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda, wo Amin 2003 auch starb.
Grausiges Erbe: Nördlich der Hauptstadt Kampala fanden Farmer Massengräber von Menschen, die Idi Amins Schergen - und auch Truppen seines Vorgängers wie Nachfolgers Milton Obote - ermordet hatten. Totenschädel wurden ausgegraben und 1987 als Mahnmal ausgestellt. Seit 1986 regiert Yoweri Museveni in Uganda. Es kommt immer noch zu Menschenrechtsverletzungen, aber die Wirtschaft wächst, und den Menschen geht es besser.
Todesnachricht als Schlagzeile: Erinnerungen an den afrikanischen Albtraum wurden wach, als Ugandas Medien den Tod von Idi Amin am 16. August 2003 meldeten. Heute gehört Uganda zu den besser funktionierenden afrikanischen Staaten.