Schule für Großmütter Oma lernt lesen
Im indischen Fangane, 120 Kilometer östlich von Mumbai, gibt es eine Schule für Frauen über 60. Ihre Schuluniform ist ein rosafarbener Sari.
Die Seniorinnen treffen sich sechsmal die Woche, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Der Unterricht beginnt erst am Nachmittag, weil die Frauen morgens mit Hausarbeiten beschäftigt sind.
"Sie sind alle so eifrig und benehmen sich manchmal wie Kinder", sagt Lehrerin Sheetal Prakash More. Ihre jüngste Schülerin ist 30 Jahre älter als sie.
Zunächst fand der Unterricht bei More zu Hause statt. Mittlerweile gibt es eine eigene Schulhütte.
Die Idee zur Gründung der Großmütterschule stammt von einem Grundschullehrer aus Fangane. Träger ist ein Wohltätigskeitsverein.
Rund drei von zehn Frauen in Indien sind Analphabeten. Viele träumen davon ...
... endlich mal ein Buch lesen zu können.
Drupada Pandurangkedar ist 70 Jahre alt. Wie ihre Mitschülerinnen freut sie sich jeden Tag auf den Unterricht. Aber bevor es losgeht ...
... kocht sie noch das Mittagessen.
Ihr erster Schultag wurde von der Familie genauso gefeiert wie der ihrer Enkel.
Die Frauen arbeiten neben dem Unterricht weiterhin noch tatkräftig im Haushalt.
Fangane ist ein kleines Dorf. 70 Familien leben dort. Auch Indu Pawar, 61, geht nun zur Schule.
Auch Vanita Dhau, 65, hatte als junge Frau keine Möglichkeit, lesen und schreiben zu lernen.
Entspannung nach der Schule: Kamal Keshavtupange, 60, trinkt Tee.