Indien Aufruhr in Gujarat
Ein Polizist geht in Ahmedabad mit einem Schlagstock gegen Demonstranten vor. In dem indischen Bundesstaat Gujarat haben Angehörige der Händler- und Landbesitzerkaste der Patel gegen die Bevorzugung niedrigerer Kasten bei der Postenvergabe im öffentlichen Dienst demonstriert. Die Demo endete in Ausschreitungen.
Demonstration am Dienstag in Ahmedabad: Als Konsequenz verhängte die Regierung am Mittwoch in allen großen Städten des Bundeslands eine Ausgangssperre.
Mobilisiert werden die Massen von dem nur 21-jährigen Hardik Patel. Der äußerst forsch auftretende Geschäftsmann formuliert die Forderungen seiner Gemeinschaft scharf: Wenn keine Quoten für die Patel eingeführt würden, werde bei der nächsten Wahl "der Lotus nicht blühen", drohte er in Richtung des indischen Ministerpräsidenten Modi, dessen Heimatstaat Gujarat und dessen Symbol die Lotusblüte ist.
Indien reserviert seit den Achtzigerjahren einen Teil der Studienplätze an staatlichen Universitäten und etwa die Hälfte aller Beamtenpositionen für Angehörige der niedrigsten Kasten. Diese Bevorzugung soll die auch heute noch allgegenwärtige Diskriminierung der so genannten Unberührbaren und anderer Gruppen mit niedrigem gesellschaftlichem Ansehen ausgleichen. Den Patel im Bundesstaat Gujarat passt das nicht.
Spuren des Protestes: Etwa 15 Prozent der rund 65 Millionen Einwohner von Gujarat gehören der historisch gewachsenen Gemeinschaft der Patel an.