Informatikerinnen: Hardware und Lippenstift - DER SPIEGEL
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Informatikerinnen Hardware und Lippenstift

Die Jobs sind da, die Rechner hochgefahren, aber es sitzen nur Männer davor: Programmiererinnen sind rar. Dabei hat der Beruf mehr zu bieten als Nerds und Zahlenkolonnen. Drei Frauen wollen das schlechte Image der Branche ändern - und Informatik zum Pflichtfach in der Schule machen.
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Einheitslook: Schwarze Hemden, flache Rechner, so kennt man ihn, den Informatiker. Nur wenige Frauen wollen sich zwischen diese Herren setzen. Bei dem Berliner Spieleentwickler Wooga gehen jeden Monat 2000 Bewerbungen ein, doch für den Beruf des Backend-Programmierers, der für die Systemprogrammierung der Spiele zuständig ist, hat sich noch keine Frau gefunden. Daran ist auch das schlechte Image der Branche schuld, sagt Charlotte Vorbeck, eine der wenigen Informatikerinnen bei Wooga. mehr...

Foto: Wooga
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Pionierin: Charlotte Vorbeck ist Flash-Entwicklerin. Sie bekam bei Wooga eine Festanstellung angeboten, obwohl klar war, dass sie erst mal ein Jahr lang ausfallen würde: Tochter Theresa geht vor. Programmierer, das seien für viele immer noch kontaktscheue Männer mit Pizzakartons und langen schwarzen Mänteln, sagt sie: "Architektur ist auch ein sehr technisches Fach, aber die Architekten verkaufen das einfach besser. Wir hinken total hinterher."

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Bunt, kunstvoll, spannend: Nur zehn Prozent der IT-Azubis sind Frauen. Anne Schüßler hat das nicht abgeschreckt. Sie hat eine Ausbildung zur Fachinformatikerin gemacht, programmiert jetzt Software für 3D-Scanner in Zahnarztpraxen. Programmieren könne bunt, kunstvoll und spannend sein, das müsse man nur den Mädchen vermitteln, sagt sie.

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Women only: Anika Lindtner hat erst vor zwei Monaten ihre Liebe zur Informatik entdeckt. Die "Rails Girls", eine Initiative aus Finnland, hatte zum Workshop in Berlin geladen. Die Idee: An einem Wochenende lernen interessierte Frauen zusammen die Grundzüge der Programmiersprache Ruby. Und Männer müssen draußen bleiben.

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Denksport: Anika Lindtner war von dem Frauen-Workshop so begeistert, dass sie zusammen mit einer Freundin die Gruppe "Rails Girls Berlin" gegründet hat - und nun selbst Anfänger-Workshops organisiert. Diese Teilnehmerin ist dabei ganz schön ins Grübeln gekommen.

Foto: Anika Lindtner
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Frauennetzwerk: Das wichtigste Argument für reine Frauenkurse: Niemand braucht Angst haben, sich zu blamieren. "Informatik ist ja eine sehr männerdominierte Szene, da braucht man als Frau viel Mut, allein mitzumachen", sagt Lindtner.

Foto: Anika Lindtner
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Wer bist denn Du? Im Schnitt stellt Wooga jede Woche zwei neue Mitarbeiter ein. In der Küche hängt ein Foto von jedem, plus Nationalität und Spezialgebiet. Rund 70 Prozent der 40 Millionen aktiven Wooga-Spieler sind weiblich. Bei den Wooga-Mitarbeitern ist das Geschlechterverhältnis umgekehrt: Nur 26 Prozent der 204 Mitarbeiter sind Frauen.

Foto: Wooga
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Dschungelbüro: "Wir würden gerne noch mehr Programmiererinnen einstellen, aber es ist schwierig, welche zu finden", sagt Wooga-Sprecherin Sina Kaufmann. Mit einer Frauenquote von 26 Prozent steht das Unternehmen im Branchenvergleich aber gut da: Laut einer repräsentativen Umfrage des IT-Verbands Bitkom sind in Hightech-Unternehmen im Durchschnitt nur 15 Prozent der angestellten Fachkräfte weiblich.

Foto: Wooga
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