La Réunion Ein wunderbarer Mix
La Réunion: Die Insel gehört zu Frankreich und ist somit der südlichste Punkt Europas.
Aus der Vogelperspektive erinnert La Réunion ein wenig an "Jurassic Park".
Zugereist: Dimitri Stortz ist Tauchlehrer auf La Réunion. Seine Ausbildung machte er im kalten Süßwasser in der Nähe des französischen Colmar, "zusammen mit den Hechten". Jetzt begleiten ihn die Haie.
Die Gäste, mit denen Stortz und seine zwei Kollegen ins Wasser gehen, tauchen lieber zwischen Strand und der Barriere aus Korallenriffen, wo es keine Räuber mit dreieckigen Flossen gibt, dafür Seepferdchen, Karettschildkröten und zitronengelbe Kofferfische.
Litschis: La Réunion ändert alle paar Straßenkurven ihr Gesicht.
Seine Vorfahren waren einfache Inselbauern: Jean-Yves Begue vor seinem rostigen Destillierkessel in La Petit-France. Schon sein Vater war Geranienbauer auf der Insel, ein Parfümeur, denn nicht wegen der Blüten baut man hier Geranien an, sondern wegen des Öls.
Aus einer Tonne Grünzeug kann er eineinhalb Liter Destillat brennen, Grundstoff für Duftöl und Parfüm. Pur bleibt es nichtssagend, doch ein winziger Hauch eines weiteren Aromas erweckt das Öl zum Leben.
Aus einem gewundenen Rohr rinnt das Destillat gelblich trüb in eine ölverklebte Flasche. "Als Geranienbauer", sagt Jean-Yves, "wird man selten sauber und vor allem niemals reich."
Kreolischer Kochkurs bei Nathy d'Eurveilhers: Ihre Familie stammt ursprünglich aus dem Elsass. "Arme Bauern", sagt sie, "auf der Suche nach dem Glück." Die Spur hat sich längst verloren, das Bauerngen aber ist geblieben.
27 Hektar Land umfasst Nathys kleines Reich, Felder, Beete, Obstplantagen, ein Paradiesgarten voll Bohnen und Bananenstauden, Porzellanrosen und Teufelsananas. Das meiste landet in der eigenen Küche.
Die Insel hat viele unterschiedliche Facetten: Alle paar Straßenkurven ändert sie ihr Gesicht. Auf Tropenobst-Plantagen folgt immergrüner Nebelwald. Und auf dem Plateau vor dem Vulkan steht zwischen Ginster und Agaven schwarzbuntes Fleckvieh auf der Weide.
Ein Vulkan hat die Insel einst geboren, und noch immer spuckt der Piton de la Fournaise Asche und glühendes Gestein, das letzte Mal vor sieben Jahren.
"Plaine des Cafres", heißt das Hochplateau, auf dem früher entlaufene Sklaven Zuflucht vor den Kaffeebaronen suchten. "Kaffernebene", ein Name, der hier niemand irritiert. Kaffer ist ein Kosewort auf La Réunion: Man ist hier stolz auf die "métissage", die Verschmelzung von Ethnien.
Auf La Réunion, heißt es, verschwimmen Weltkulturen und formen sich gemeinsam neu. Auch der Glaube ist hier kunterbunt zusammengewachsen, viele Kreolen sind Katholiken und Hindus zugleich. "Ein wunderbares Durcheinander", sagt Dimitri.
So heterogen die Bevölkerung, so bunt auch die Mischung auf den heimischen Märkten, wie hier dem Bekanntesten in Saint-Paul.