"Inside WikiLeaks" startet in Deutschland mit Benedict Cumberbatch - DER SPIEGEL
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"Inside WikiLeaks" Charismatisch, cholerisch, visionär

Was haben Walter White, Tony Soprano und Julian Assange gemeinsam? Sie sind Antihelden. TV-Serien können solche Charaktere bestens entfalten, doch im Kino verkümmern sie. Das zeigt "Inside WikiLeaks" - dem Film fehlen Zeit und Können. Aber immerhin spielt Benedict Cumberbatch begnadet.
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"Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" soll hinter die Kulissen der Enthüllungsplattform führen - doch dem Film misslingt, das Potential des Stoffes auszuschöpfen.

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Nur einer wusste von Anfang an, dass die Buchverfilmung ein schlechter Film werden würde: Protagonist Julian Assange, gespielt von Benedict Cumberbatch.

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Szene aus "Inside WikiLeaks": Assanges Mitstreiter im Film sind allesamt zu konturlos, als dass sie ihm sowohl im Streit als auch in der Kooperation interessante Reibungsfläche bieten könnten.

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Allen voran gilt das für Daniel Brühl als Daniel Domscheit-Berg: Er wird zu voreilig als Sympathieträger und Identifikationsfigur gezeichnet, um an Statur und Komplexität zu gewinnen.

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Stattdessen konzentriert sich der Film auf Assanges vermeintliche Gegenwart, die nur aus Laptops, Club-Mate und überraschend viel Zeit im Berliner Tacheles zu bestehen scheint.

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Im Film ist Benedict Cumberbatch fast auf sich allein gestellt, um die unzähligen Facetten von Assange zum Schillern zu bringen.

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Charismatisch, aber auch cholerisch, visionär, paranoid - um Assanges widersprüchliche Charakterzüge plausibel zu machen, hätte es mehr als die 128 Minuten von "Inside WikiLeaks" gebraucht.

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Scheinbar wahllos stoßen Assanges andere Mitstreiter zum Team, so auch der Guardian-Kolumnist Ian Katz, der von Dan Stevens gespielt wird.

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Katz soll Assange bei seinen ersten Veröffentlichungen unterstützen. Am Ende von "Inside WikiLeaks" kann man nur enttäuscht in seinem Kinosessel zurückbleiben.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?