Instant-Wohnträume Budenzauber aus der Konserve
Das Kunststoffhaus "FG 2000" von Wolfgang Feierbach wurde von 1968 bis 1970 hergestellt. Um die 13 Dach- und 26 Wandelemente aus Fiberglas zusammenzusetzen, machten sich die Mitarbeiter der Firma Feierbach am 18. Juli 1968 um sieben Uhr morgens an die Arbeit - zehn Stunden später stand der Rohbau des bis dahin größten Kunststoffhauses.
Ein Ufo schwebt am 20. Juni 1972 über dem Parkplatz der Shopping-Mall von Woodbridge, New Jersey - allerdings an einem Hubschrauber hängend. Das futuristisch anmutende Objekt war eines der "Futuro"-Häuser des finnischen Architekten Matti Suuronen, das hier als Bankfiliale eingesetzt werden sollte.
Ein Hodgson-Haus um 1936 in Reedsville, West Virginia. Die Fertighäuser der E. F. Hodgson Company wurden von 1894 bis 1944 gebaut. Ernest Franklin Hodgson, ein Bauernsohn aus Massachusetts, zimmerte schon in seiner Jugend Hühnerställe, Hundehütten und Taubenschläge aus vorgefertigten Holzelementen.
Die Haustypen "Juwel", "Kupfermärchen" und "Maienmorgen" 1931 in Eberswalde. Im Hintergrund der Wasserturm. Die Häuser der Hirsch Kupfer- und Messingwerke wurden von 1931 bis 1934 gebaut. Nachteile eines solchen extrem feuer- und korrosionsbeständigen Buntmetallheims, das einem Faraday-Käfig glich: Der Radioempfang war miserabel, das Haus extrem hellhörig.
Das Vultee-Haus der Vultee Aircraft Corporation, 1947. Das Unternehmen musste sich als Hersteller von Flugzeugen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs umorientieren und entwickelte aufgrund der damaligen Wohnungsnot dieses, aus 28 Komponenten bestehende Fertigblechhaus-Modell.
Das Bild zeigt die Waschküche eines Lustron-Fertighauses, um 1949. Der Aufbau des Stahl-Blechhauses dauerte etwa acht Tage, ausgeliefert wurden rund 2.500 der Instant-Bauten, bevor die Firma 1950 bankrott ging.
Ein "Woodlands"-Haus in Ramapo, New York, 1948. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war das Fertighaus aufgrund der akuten Wohnungsnot besonders beliebt.
1967 stellte der Architekt und Stadtplaner Jean Maneval 20 dieser nur 36 Quadratmeter großen Mini-Ferienhäuser im französischen Gripp im Département Hautes-Pyrénées auf. Das Kunststoffhaus "Bulle Six Coques" - "Blase aus sechs Schalen" - bestand aus sechs Polyester-Schalen, die sternfömig um die Mitte gruppiert sind. 1971 wurde das bauchige Fertighaus unter dem Namen "Orion" auf der Kunststoff-Ausstellung IKA in Lüdenscheid präsentiert. In dem als Ferienhaus konzipierten Gebäude finden sieben Bewohner Platz.
Was aussieht wie eine Versammlung außerirdischer Raumschiffe, sind drei verschiedene Fertighäuser, die 1971 auf der Kunststoff-Ausstellung in Lüdenscheid präsentiert wurden. Im Vordergrund: das "Bulle Six Coques" von Jean Maneval, links das "Futuro" von Matti Suuronen und rechts das raumkapselartige Haus "Rondo" von Casoni & Casoni.
Die leichten Wandelemente des "FG 2000"-Kunststoffhauses konnten ganz ohne Kran und Hebezeug montiert werden - hydraulische Böcke genügten, um die Fiberglasteile zusammenzusetzen.
Innenansicht des Fertighauses "Tanja" - benannt nach der älteren Tochter des Architekten Heinrich Bernhard Hellmuth, der das in einer Holzverbundkonstruktion erstellte Haus 1970 für die Firma Schneckenburger entwickelte.
Gemeinsam mit dem dänischen Ingenieur Ole Vanggaard entwickelte der färöische Architekt Kári Thomsen 1992 die Fertighäuser "Easy Domes". Das wetterbeständige Sperrholzhaus ist zwar nicht so rund wie ein Fußball, dafür aber ähnlich konstruiert - es ist aus Fünf- und Sechsecken zusammengesetzt.
Ein "WeeHouse" der US-amerikanischen Firma Alchemy LLC in Marfa, Texas aus dem Jahr 2003. "Wee" bedeutet im Englischen so viel wie "winzig" - das kleinste Modell der komplett vorgefertigte Holz- und Stahlkonstruktion ist gerade einmal 31 Quadratmeter groß.
Aus Australien stammt dieses "Mod House" von 2005, entworfen hat es das Melbourner Architektenbüro Pleysier Perkins. Um die Holzrahmenkonstruktion zusammenzusetzen, benötigt man nur wenige Stunden.
Die Aufnahme zeigt das Fertighaus der kalifornischen Firma LivingHome, Modell "RK1". Der erdbebensichere, unter anderem mit Solarzellen ausgestattete Modulbau ist seit 2006 in der Produktion.
Von Werner Aisslinger stammt dieser "Loftcube" von 2007. Ursprünglich gedacht, um auf die Flachdächer großstädtischer Nachkriegsbauten aufgesetzt zu werden, lässt sich der Kunststoffwürfel auch als futuristisches Wochenendhäuschen nutzen - etwa in einer norwegischen Seenlandschaft, wie mit dieser Fotomontage suggeriert wird.
Norwegische Architekturstudenten haben diese Bambuskonstruktionen 2008 und 2009 für Flüchtlingskinder im thailändischen Noh Bo Tak entwickelt. Die Menschen vor Ort nannten die kostengünstigen Fertigbauten "Soe Ker Tie Hias" - Schmetterlingshäuser.