#Instatravel Schöne Orte - bis sie auf Instagram sind
Pastellfarbene Fassaden, Pflanzenkübel und Fensterläden aus Holz: Die bunten Häuschen machen die Rue Crémieux in Paris zu einem außergewöhnlich hübschen Exemplar von einer Straße - und damit zum perfekten Fotomotiv für Instagramer.
Immer mehr Besucher lassen sich in der Pariser Straße in Yogaposen ablichten, drehen dort Musik- und Tanzvideos und fotografieren sich auf den Stufen vor den Haustüren der Anwohner. Diese sind davon genervt und wollen dem Ansturm ein Ende setzen: "Wir fordern die Schließung zumindest an Wochenenden und abends nach einer bestimmten Uhrzeit."
Doch die Rue Crémieux ist nicht der einzige Ort, der von einer Vielzahl an Fotojägern überrannt wird. Steigende Besucherzahlen durch die Aufmerksamkeit in sozialen Medien verzeichnen auch andere Sehenswürdigkeiten.
So zum Beispiel der Pragser Wildsee: Eine Touristin steht an einem Bootshaus. Das Foto simuliert Idylle. Dabei gehört der See in Italien zu den beliebtesten Orten für Instagram-Fotos.
Viele reisen zu dem See, um ihr eigenes Instagram-Foto zu machen. Das hat nicht unbedingt einen positiven Effekt.
Plötzlich in den sozialen Medien bekannt geworden, können manche Destinationen dem Ansturm nicht immer standhalten.
"Reisende müssen sich bewusst machen, wie sich ihr Verhalten in den sozialen Medien auf die Zielgebiete und Menschen vor Ort auswirken kann, und verantwortungsvoll damit umgehen", fordert Laura Jäger, Referentin bei TourismWatch.
Der Trolltunga-Felsvorsprung in Norwegen. Das Foto an der Spitze des Felsens über dem Ringedalsvatnet-See vermittelt das Gefühl von Einsamkeit, Weite und Wildnis.
Aber die Wirklichkeit ist eine andere: Nicht weit entfernt warten bereits die nächsten Touristen, bis sie an der Reihe sind für ihr Foto auf dem Felsvorsprung.